Beim Lesen von Gesundheitsinfos ist grundsätzlich eine gute Portion Skepsis angebracht
Im deutschen Gesundheitsmarkt werden jährlich mehr als 250 Milliarden Euro umgesetzt – kein Wunder also, dass die Grenze zwischen Schleichwerbung und sachlicher Information in der Branche schnell verschwimmt. Beispielsweise sponsern Pharmakonzerne scheinbar neutrale Ratgeberseiten im Internet, auf denen ganz bestimmte Wirkstoffe zur Behandlung empfohlen werden – selbst wenn diese stark umstritten sind.
Ähnliches gilt auch für die Diagnostika-Industrie oder Anbieter von Medizintechnik. Dazu kommt, dass für viele Behandlungsmethoden noch keine fundierten Erfolgsstatistiken vorliegen, welche die Entscheidung für ein bestimmte Behandlung erleichtern. In seiner SPIEGEL-Titelgeschichte vom 29. August 2005 klagt auch der anerkannte Medizinjournalist Jörg Blech: „Viele Therapieversuche beruhen auf Trugschlüssen oder finanziellen Interessen“. Er belegt dies in seinem Buch „Heillose Medizin – fragwürdige Therapien und wie Sie sich davor schützen können“ mit zahlreichen Studien.
Auch Websites von Selbsthilfegruppen garantieren nicht automatisch Unabhängigkeit. Manche Gruppen nehmen Geld von Pharmakonzernen an, um ihre Arbeit zu finanzieren. In Extremfällen gründen die Konzerne sogar selbst „Patientenorganisationen“, die dann formal als gemeinnützig und unabhängig auftreten. Dennoch: Wenn man weiß, woran man gute Qualität erkennt, ist das Internet eine wertvolle Informationsquelle.

