: Der optimale Laufschuh

Viele Jogger denken: Je besser die Dämpfung der Schuhe, umso geringer die Belastung für die Gelenke. Diese Gleichung stimmt jedoch so nicht. Denn ob ein Schuh dämpfen oder stützen sollte, hängt wesentlich von der Fußform ab.

Immer wieder hört man, dass Joggen den Knie- und Hüftgelenken schaden kann. Das ist zwar richtig, das Risiko für Folgeschäden lässt sich jedoch mit dem optimalen Schuh weitgehend minimieren. Ob ein Schuh „gut“ oder „schlecht“ ist, lässt sich jedoch nicht allgemeingültig beantworten.

Hintergrund ist: Nur rund ein Viertel aller Läufer hat einen Normalfuß ohne Fehlstellungen. Fehlstellungen jedoch können bewirken, dass die Gelenke im Fuß, im Knie und in der Hüfte unnatürlich belastet werden. Bildlich gesprochen werden dann die Gelenke bei jedem Schritt leicht verdreht. Auch bei einer leichten Fehlstellung kann das auf Dauer zu einer ungünstigen Belastung der Gelenke und damit zu Abnutzungs-erscheinungen führen.

Zu viel Drall seitwärts: Über- und Unterpronation

Bei Fehlstellungen des Fußes dreht sich der Fuß entweder nach innen oder nach außen. Knickt der Fußrand nach innen ein, spricht man von Überpronation. Dabei kommt es zu einer starken Belastung der Bänder, Sehnen und Gelenke. Das Gegenteil ist die Unterpronation oder Supination. Hier bricht der Fuß quasi nach außen aus.

So wählen Sie den Schuhtyp passend zu Ihrer Fußstellung:

1. Senkfuß: wenig Dämpfung, dafür starke Stützung

Beim Senkfuß ist die Wölbung von der Ferse bis zum Vorderfußballen abgeflacht. Die Extremform des Senkfußes ist der Plattfuß. Dann liegt die Haut der Fußwölbung komplett auf dem Boden auf.

Typisch für den Senkfuß ist, dass er einen ganzen und in der Mitte breiten, fast geraden Fußabdruck hinterlässt. Der Fuß knickt beim Bodenkontakt stark ein. Es kommt zu einer Überpronation. Zwar bewirkt das eine hohe Dämpfung. Allerdings fehlt dem Fuß dabei die Stabilität. Um das zu kompensieren, muss der Körper Unterschenkel, Knie, Hüfte und sogar den Rücken zum Ausgleich einsetzen. Dieses Problem tritt bei etwa drei Vierteln aller Läufer auf!

Ein zu stark gedämpfter Schuh wäre in diesem Fall kontraproduktiv. Vielmehr braucht der Fuß zusätzliche Stützelemente, die in den Schuh eingearbeitet sind. Diese Schuhe bezeichnet man als Stabillaufschuhe.

2. Normalfuß: wenn (fast) keine Stützung notwendig ist

Bei der natürlichen Laufbewegung berührt zunächst die Ferse an der Außenseite den Boden. Erst dann kommt es zum Abrollen über die gesamte Sohle. Der Fuß knickt dabei leicht nach innen, um die Aufprallkräfte optimal zu verteilen und Stöße abzudämpfen. Beim Abrollen  geht der Fuß wieder leicht nach außen.

Der Abdruck eines Normalfußes verläuft an der Außenseite gerade, innen kommt es jedoch zu einer starken sichelförmigen Wölbung: Der Abdruck läuft zur Ferse hin schmal aus, während der sich Richtung Fußballen deutlich weitet.

Für Läufer mit einem Normalfuß sind prinzipiell Neutrallaufschuhe die erste Wahl. Der Fokus dieser Schuhe liegt auf der Dämpfung. Wichtig: Gerade auch Laufanfänger mit einem Normalfuß neigen bei Überanstrengung zu einer zeitweiligen Überpronation. Bei intensivem Training sollten Sie daher immer Ihre Fußstellung bzw. die Schuhabnutzung im Blick halten und gegebenenfalls zu einem Stabillaufschuh mit leichten Stützelementen wechseln.

3. Hohlfuß: es geht nicht ohne Dämpfung

Diese Fehlstellung ist mit rund fünf Prozent der Läufer am seltensten. Hierbei kommt es nach dem ersten Bodenkontakt mit der Außenferse nur sehr eingeschränkt zum natürlichen Einknicken und Abrollen des Fußes. Die Folge: Der Fuß nimmt die Kräfte nur zum Teil auf. Stöße werden kaum gedämpft. Die Belastung für Gelenke und Sehnen ist daher sehr intensiv.

Läufer mit einem Hohlfuß brauchen deswegen sehr gut gedämpfte Schuhe.

Ob Sie einen Senk-, Normal- oder Hohlfuß haben, können Sie zum Teil schon anhand eines Abdrucks Ihrer nassen Füße erkennen – zum Beispiel im Freibad. Und ob Sie mit einer Über- oder einer Unterpronation laufen, merken Sie auch daran, dass sich der Schuh einseitig abnutzt. Bei der Überpronation kommt es zu einer verstärkten Abnutzung innen, bei der Unterpronation außen.

Dennoch ist es sinnvoll, vor dem Kauf der Joggingschuhe anhand einer Laufbandanalyse festzustellen, ob eine Fehlstellung vorliegt. Viele Sportfachgeschäfte bieten diese Analyse als kostenlosen Service an.