: Helferlein für Sport und Massage zu Hause

Faszienrollen, Igelbälle und Franklin-Bälle: Im Sporthandel sind allerlei kleine Geräte erhältlich, mit denen eine Selbstmassage möglich sein soll – oder ein Training für die Muskulatur bzw. das Bindegewebe. Doch was taugen die kleinen Helferlein tatsächlich?

Immer neue Geräte und Helferlein für Fitness, Massage und Wohlbefinden tauchen im Sporthandel und in Drogeriemärkten auf. Sind Igelbälle und Massageroller schon seit Jahren bekannt, dürfte jedoch längst nicht jedem klar sein, was eine Faszienrolle genau ist und bewirken kann – und wieso ein Training mit Franklin-Bällen sinnvoll sein kann.

Dabei gilt: Manche dieser Helferlein eignen sich „lediglich“ für eine allgemeine und eher oberflächliche Steigerung des Wohlbefindens. Andere wiederum können einen erstaunlichen Impuls für ein ganz konkretes Training bieten:

Faszienrollen: Verspannungen lösen und Muskeln in Form bringen

Ein spezielles Training der so genannten Faszien zählt zu den aktuellen Trends in den Fitness-Studios. Dabei wird ein Teil des Bindegewebes in den Fokus gerückt, dem ansonsten eher wenig Beachtung zugutekommt. Die Faszien. Sie umhüllen die einzelnen Muskeln und Bänder – und geben ihnen dadurch Struktur. Auch die Gelenk- und Organkapseln zählen dazu. Eine wichtige Funktion der Faszien ist es, die Muskulatur geschmeidig zu halten – und zu verhindern, dass sich einzelne Muskeln gegenseitig behindern.

Immer wieder kommt es vor, dass Faszien spröde und steif werden oder regelrecht verkleben. Das passiert oft an ganz bestimmten neuralgischen Stellen. Ein erfahrener Masseur ertastet diese problemlos mit seinen Fingern – und kann mit geringem Druck darauf Linderung bewirken und die Geschmeidigkeit dieser Stellen erhöhen.

Genau das ist auch in Eigenregie möglich – mit Hilfe der Faszienrollen. Hierbei handelt es sich um harte Schaumstoffrollen, die es ermöglichen, bestimmte Körperpartien ganz gezielt durch das eigene Gewicht punktuell zu belasten. Bewegt man sich nun auf der Rolle langsam hin und her, lassen sich die Faszien erspüren. Gerade die ungeschmeidigen Faszien machen sich hierbei oft schmerzhaft bemerkbar – und können durch diese Art der Massage gelockert werden. Damit man die Intensität langsam steigern kann, gibt es Rollen mit unterschiedlichem Härtegrad. Die härteste Variante ist die so genannte Blackroll. Untrainierte Faszien reagieren darauf am Anfang mit deutlich wahrnehmbaren Schmerzen.

Franklin-Bälle: Schulung der Koordination

Bei Franklin-Bällen handelt es sich um kleine, luftgefüllte Bälle aus dehnbarem Kunststoff. Der Durchmesser der Bälle beträgt etwa zehn Zentimeter. Entwickelt wurden sie vom Schweizer Tänzer, Choreograf und Bewegungspädagogen Eric Franklin – als Teil eines ganzheitlich ausgerichteten Trainingskonzepts für eine bessere Körperhaltung.

Eine der klassischen Übungseinheiten besteht darin, barfuß einen dieser Bälle zu bewegen. Dazu legt man den Fuß auf dem Ball ab und beginnt ihn hin und her zu rollen, ohne sich jedoch wirklich von der Stelle zu bewegen. Man walkt den Ball gewissermaßen – oder führt kreisende Bewegungen aus. Der Fuß wird dabei mit seinem gesamten Halteapparat sanft, aber dennoch vielseitig belastet. Zahlreiche Muskeln, Sehnen und Bänder müssen dabei zusammen spielen – und werden so trainiert. Zusätzlich gibt es auch Übungen für die Schultern, den Nacken und den Rücken. Die meisten dieser Übungen kann man problemlos zu Hause durchführen.

Inzwischen haben diverse Fitness- und Sport-Trainer die Bälle adaptiert, so dass sie auch beim Pilates und sogar beim Reitunterricht zum Einsatz kommen. Denn die Bälle tragen insbesondere dazu bei, den eigenen Körper anders und dadurch bewusster wahrzunehmen.

Igelbälle: Steigerung der Durchblutung

Weitaus bekannter dürften die Igelbälle sein, die häufig auch als Massagebälle bezeichnet werden. Die Bälle kommen insbesondere bei der Physiotherapie zum Einsatz – gerade auch zur Selbstmassage. Eine der gängigsten Anwendungen ist es, sich auf den Ball zu legen und mit dem Rücken darüber zu rollen. Alternativ ist es auch möglich, den Ball zwischen einer Wand und dem Rücken einzuklemmen und so verspannte Stellen zu massieren.

Die noppenartige Struktur in Kombination mit dem festen Hartgummi bewirkt bei entsprechendem Druck vor allem eine lokale Steigerung der Durchblutung. Die Faszien und damit das Bindegewebe werden jedoch nicht ganz so gezielt angesprochen wie bei den oben genannten Rollen. Denn gerade die Noppen bewirken, dass der Druck sich auf mehrere Punkte verteilt.

Massageroller: Mittel gegen Cellulite?

Massageroller gibt es in allerlei Aufmachungen und Formen. Manche sehen wie ein stilisiertes Auto aus, mit vier Rädern an jeder Seite. Andere erinnern eher an ein Nudelholz. Einige verfügen an den Rollen über eine noppenartige Struktur, so dass sie ebenfalls eine durchblutungsfördernde Wirkung haben. Beworben werden diese Produkte mit einem angeblich positiven Effekt bei Cellulite bzw. Orangenhaut.

Tatsächlich haben Studien gezeigt, dass entsprechende Massagen das Bindegewebe kräftigen können. Und so erscheint es durchaus logisch, dass die Haut mittels solcher Geräte straffer wird. Allerdings gibt es zur Effektivität der einzelnen Helferlein kaum aussagekräftige und vor allem unabhängige Untersuchungen.

Letztlich sollte man diese Massageroller eher als Wellness-Produkt betrachten – und weniger als Trainingsgerät. Denn zweifellos kann es sich angenehm anfühlen, sich selbst damit zu massieren – oder massiert zu werden. Eine punktgenaue Stimulierung verspannter Muskeln, Sehnen oder Faszien ist damit jedoch nur eingeschränkt möglich.