: Fragen und Antworten zu Allergien

Was ist eine Allergie?
Bei einer Allergie entsteht aufgrund einer überschießenden Reaktion des Immunsystems eine Entzündung. Stoffe, die eine Allergie auslösen, nennt man Allergene. Viele Allergene haben einen natürlichen Ursprung, zum Beispiel Blütenpollen oder Insektengifte. Andere sind chemischen Ursprungs oder resultieren aus Umweltschäden. Allergien nehmen immer stärker zu. Besonders bei Kindern steigt die Zahl der Betroffenen ständig an. Dabei sind die Reaktionen, die durch Allergene ausgelöst werden können, außerordentlich vielseitig. Und sie betreffen bei weitem nicht nur die Haut, sondern nahezu alle Organsysteme 

Welche Allergietypen gibt es?
Allergien werden häufig nach dem Auftreten der Symptome in zwei große Gruppen eingeteilt. Bei den Allergien des „Soforttyps“ (Typ-1-Allergie) tritt die allergische Reaktion unmittelbar nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Mehr als 90 Prozent aller Allergien fallen unter diesen Typ. Die typischen Soforttyp-Erkrankungen sind Heuschnupfen (Pollenallergie), Nesselsucht und der anaphylaktische Schock. Bei den Allergien des „Spättyps“ entwickeln sich die Symptome langsamer. Manche allergischen Reaktionen setzen nach Stunden oder sogar erst nach einigen Tagen ein.  

Was ist Anaphylaxie und der anaphylaktische (allergische) Schock?
Unter „Anaphylaxie“ versteht man die heftige Sofortreaktion eines Allergikers auf Allergene. Sie tritt äußerst selten auf. Umso wichtiger ist es, im Notfall handlungsfähig zu sein. Die ersten Anzeichen einer Anaphylaxie machen sich häufig innerhalb von 5 bis 30 Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergieauslöser bemerkbar. Typisch für eine anaphylaktische Reaktion ist, dass sich die Symptome sehr schnell verändern und immer stärker werden. Nach einer anaphylaktischen Reaktion muss unbedingt durch einen Facharzt die Ursache ermittelt werden.  Insbesondere Asthmatiker neigen oftmals zu sehr starken Reaktionen.  Die schwerste Form der Anaphylaxie ist der „anaphylaktische Schock“. Dieser kann lebensbedrohlich sein. Häufige Auslöser sind unter anderem Insektengifte, Nahrungsmittel, Infusionen oder Medikamente. Durch die Weitstellung der Blutgefäße kommt es zu einem starken Blutdruckabfall. Dieser führt zu einer verminderten Durchblutung lebenswichtiger Organe. Bei einem anaphylaktischen Schock müssen Sie in jedem Fall sofort den Notarzt  verständigen. Notruf 112: Krankenwagen/Rettungswagen 

Welche Maßnahmen sind bei einer Anaphylaxie zu tun?
Anaphylaktische Reaktionen können im Prinzip jederzeit und überall auftreten. Je früher die Alarmsignale erkannt werden, desto schneller können Gegenmaßnahmen erfolgen.  Bei den ersten Warnsignalen ist es wichtig, den Betroffenen zu beruhigen und zu betreuen. Bringen Sie ihn in eine liegende Position und lagern Sie die Beine hoch. Besteht der Verdacht, dass sich eine anaphylaktische Reaktion anbahnt, sollten Sie sich als betreuende Person um Unterstützung bemühen.

Erste Warnsignale einer anaphylaktischen Reaktion können sein: 

  • Juckreiz oder Rötung der Haut, eventuell auch Quaddeln (Nesselsucht)
  • Jucken, Prickeln, Brennen im Mund oder auf der Zunge, Kratzen im Hals
  • Schwellungen im Gesicht oder am Körper 
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe  
  • Schwindel oder Schwäche 
  • Kopfschmerzen
  • Stuhldrang, Harndrang 
  • Heiserkeit, Husten, Kurzatmigkeit  

Treten mehrere der genannten Symptome parallel oder fast zeitgleich auf, verständigen Sie den Notarzt.    Leidet der Betroffene plötzlich unter: 

  • Atemnot 
  • Engegefühl im Rachen oder in der Brust 
  • Schwellungen im Mund oder Rachen
  • Andauerndem Erbrechen und/oder Durchfall 
  • Kreislaufstörungen mit schnellem Pulsschlag 
  • Bewusstlosigkeit   

rufen Sie umgehend einen Notarzt und setzen Sie, wenn vorhanden, das Notfallset zur raschen Soforthilfe ein

Was ist ein Notfallset?
Das sogenannte Notfallset zur Behandlung einer Anaphylaxie ist in Rücksprache mit einem Arzt erhältlich. Dieses enthält Adrenalin, das den Kreislauf stabilisiert, sowie ein Antihistaminikum  und ein Kortisonpräparat (flüssig oder in Zäpfchenform) zur Bekämpfung der allergischen Reaktion. Die Anwendung sollte mit dem Arzt besprochen und im Vorfeld simuliert werden.

Wie kann ein Anaphylaxie-Pass helfen?
Kommt es bei einem Kind oder einem Erwachsenen zum Allergieschock, muss schnell gehandelt werden. Anwesende Personen sind im Ernstfall auf präzise Informationen und Handlungsvorgaben angewiesen. Diese Hilfestellung bietet das Präventions- und Informationsnetzwerk Allergie/Asthma Pina e. V. in Form des »Anaphylaxie- Passes« an. Der Pass findet problemlos in jedem Portemonnaie Platz und sollte stets mitgeführt werden. In ihm werden die Symptome der Anaphylaxie kurz dargestellt und die nötigen Handlungsanweisungen für den Notfall Schritt für Schritt erläutert. Der Name, ein Passbild und Angaben zu den individuellen Allergieauslösern können zusätzlich aufgeführt werden. Sie erhalten den Pass bei Ihrem Arzt oder Allergologen. Anaphylaxie-Pass der Pina e. V.: Hilfestellung im Notfall

Das „3-E-Mangement“ – eine Eselsbrücke

Gerade in Gefahrensituationen können Eselsbrücken eine große Hilfe sein. Das „3-E-Management“ ist die Gedächtnisstütze für eine anaphylaktische Reaktion:

  • Erkennen: Symptome erkennen!
  • Entgegenwirken: Schnell reagieren und handeln!
  • Erinnern: Situationen Revue passieren lassen und daraus lernen, ein erneutes Auftreten zu verhindern!