: Kreuzreaktionen

Lesen Sie beispielsweise, warum bei einer Birkenpollenallergie auch der Verzehr von Äpfeln und Nüssen eine allergische Reaktion auslösen kann.

Was ist eine Pollenallergie?

Pollen oder Blütenstaub enthalten das männliche Erbgut der Samenpflanzen und dienen der Befruchtung von Pflanzen. Pollen werden durch Insekten oder durch den Wind auf eine andere Pflanze übertragen. „Insektenbestäubte Pflanzen“, zum Beispiel Blumen, bilden in der Regel klebrige, große Pollenkörner, die von Insekten durch die Luft transportiert werden. „Windbestäubte Pflanzen“ wie Gräser, Getreide oder Bäume produzieren hingegen sehr viele kleine Körner, die leicht vom Wind getragen werden. Diese vom Wind getragenen Pollen sind der hauptsächliche Auslöser der Allergie, die auch als Heuschnupfen bekannt ist Als feinster Staub gelangen sie in die Bindehäute der Augen und über die Atmung in die oberen Atemwege, wo sie in den Schleimhäuten der Nase, des Mund- beziehungsweise Rachenraums eine allergische Reaktion provozieren: Die Augen beginnen zu tränen und zu jucken, Niesanfälle oder Schnupfen sind ebenso möglich wie ausgeprägte Atembeschwerden bis hin zum Asthma, wenn auch die Bronchialschleimhaut beteiligt ist.

Wann fliegt was?

Der Pollenflugkalender

Der Pollenflugkalender gibt eine grobe Auskunft darüber, welche Pollen zu welcher Jahreszeit durch die Luft fliegen.

Die hkk informiert zum Pollenflug mit dem Pollenflugkalender

Und wussten Sie schon?

Der Pollenflug beginnt bereits im Januar.Durch den Klimawandel werden die Winter immer milder. Dicke Schneedecken und zugefrorene Seen mit Schlittschuh laufenden Kindern sind längst nicht mehr die klassischen Bilder dieser Jahreszeit. Durch die wärmeren Temperaturen in Dezember und Januar fliegen die Pollen inzwischen sehr viel früher, als es in vielen Pollenflugkalendern angezeigt wird. Ein allergischer Schnupfen  kurz nach dem Jahreswechsel kann leicht mit einer Erkältung verwechselt werden. Tatsächlich ist eine Allergie auf Frühblüher längst keine Seltenheit mehr.

Was ist eine Kreuzreaktion?

Eine Kreuzreaktion ist eine Gruppen-Allergie auf ähnliche oder verwandte Proteine. In diesem Fall reagieren Allergiker auf mehrere, auf den ersten Blick völlig unabhängige Substanzen allergisch. Bei der gängigsten Kreuzreaktion handelt es sich um eine Nahrungsmittelallergie, deren Ursache auf eine Pollenallergie zurückzuführen ist. Klassische Beispiele für eine Kreuzreaktion sind das Birkenpollen- Nuss-Kernobst- oder das Beifuß- Sellerie-Gewürz-Syndrom. Ein Beispiel: Reagiert ein Allergiker auf Birkenpollen, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Verzehr von Äpfeln und Nüssen ebenfalls zu einer allergischen Reaktion führen kann. Auslöser sind Proteine, die dem Hauptallergen in den Blütenpollen sehr ähnlich sind. Deshalb werden diese Reaktionen auch pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien genannt. Während des Pollenflugs sind diese Reaktionen stärker ausgeprägt und verschlimmern zugleich die Pollenallergie in ihren Auswirkungen.

Hinterfragen Sie ihre Reaktion

Wer beim Essen bestimmter Nahrungsmittel ein Kribbeln am Gaumen, einen Juckreiz oder gar ein Brennen im Mund-, Lippen- und/oder Zungenbereich verspürt und zudem unter einer Pollenallergie leidet, sollte eine Kreuzreaktion in Erwägung ziehen. Rund 60 bis 70 Prozent aller Menschen, die auf Baumpollen allergisch reagieren, weisen Kreuzreaktionen mit Nahrungsmitteln auf. Allergiker von Gräsern und Beifuss sind hingegen weniger betroffen, aber auch bei ihnen kann eine Kreuzreaktion nicht ausgeschlossen werden. Aber nicht nur Menschen, bei denen bereits eine Allergie festgestellt wurde, sollten auf die Zeichen ihres Körpers achten. So können Reaktionen wie Schwellungen im Gesicht oder Juckreiz beim Verzehr von Erdnüssen im Umkehrschluss durchaus ein Hinweis auf eine Gräserallergie sein. Sie sollten die Symptome nicht ignorieren. Im Zweifel kann ein Allergietest genaue Antworten geben.

Welche Allergene können zur Kreuzreaktion führen?

Hasel-Erle-Birke (Jan. - Mai)Nüsse, Hasel- und Walnüsse
Kernobst: z.B. Äpfel und Birnen
Steinobst: z.B. Pfirsiche und Kirschen
Kiwi
Beifuß-Ragweed(August - Sept.)Sellerie, Karotten, Kamille, Gewürze
Primäre Allergie aufMögliche Kreuzallergie
Gräser-Getreide(Juni - Juli)Hülsenfrüchte: Erdnüsse,
Soja (roh), Erbsen, Bohnen,
Linsen, Getreide (roh)

Der Allergengehalt von Lebensmitteln kann, da es sich um biologische Produkte handelt, stark schwanken. Faktoren wie Reifegrad, Sorte, Herkunftsregion und Zubereitungsart eines Produkts können die Intensität der Reaktion ebenso beeinflussen wie die eigene körperliche und psychische Verfassung. Die Nahrungsmittelallergene sind in der Regel hitzelabil. Das bedeutet, sie werden durch starkes Erhitzen zerstört: Roher Apfel = Reaktion; Apfelmus oder Apfelkuchen lösen dagegen sehr selten eine Reaktion aus.