: Tierhaarallergien

Leider sind gerade die Tiere, mit denen Kinder am liebsten zusammen sind, häufig Auslöser von allergischen Reaktionen - allem voran Katzen, Hunde, Pferde, Nagetiere und Vögel. Je enger der Kontakt mit ihnen ist, desto größer ist die Gefahr, dass sich eine Allergie entwickelt.

Die Auslöser für die allergischen Reaktionen sind nicht die Haare oder Federn selbst, sondern Speichel, Haarschuppen, Schweiß oder Talg an den Tierhaaren. Gelangen diese Stoffe über den Staub in der Luft auf die menschlichen Schleimhäute (Augen, Nase, Bronchien) oder die Haut, können sie Schnupfen, Asthma oder ein Ekzem verursachen. Auch ohne direkten Kontakt mit dem Tier kann eine Reaktion ausgelöst werden.

Wer seine Meerschweinchen oder Kaninchen den Sommer über im Garten oder auf dem Balkon gehalten hat, sollte bei allergiegefährdeten Kindern überlegen, ob nicht ein isolierter Stall draußen eine bessere Lösung ist, als die Tiere in der kälteren Jahreszeit in die Wohnung oder das Haus zu holen.

Vorsorgemaßnahmen

Wer ein allergiekrankes Kind hat, sollte gar nicht erst mit dem Gedanken spielen, ein Haustier anzuschaffen. Die Trennung von dem neuen Spielgefährten wäre im Falle einer allergischen Reaktion eine starke emotionale Belastung für ein Kind. Bei Schulkindern muss man darauf achten, dass ein Kind mit einer ausgeprägten Tierhaarallergie, zum Beispiel gegen Katzen, nicht neben einem Kind sitzt, das zu Hause Katzen hält.

Bei der Freizeitgestaltung sollte ebenfalls auf eine bestehende Tierhaarallergie Rücksicht genommen werden. Ferien auf dem Bauernhof, Besuche im Zoo oder im Zirkus können zu Reaktionen führen und sollten vermieden werden. Ist ein Meiden nicht möglich – zum Beispiel im Rahmen eines Klassenausflugs – sollten vorsorglich Medikamente mitgenommen beziehungsweise gegebenenfalls, nach Absprache mit dem Arzt,  schon vorher eingenommen werden.

Tiere im Haushalt

Reagiert Ihr Kind plötzlich auf ein Tier allergisch, das längst zur Familie gehört, sollten Sie das Tier so viel wie möglich draußen halten. Eine Hundehütte im Freien ist besser als eine Trennung von dem Hund. Achten Sie darauf, dass das Tier außerhalb des Hauses von einem Familienmitglied, das nicht allergisch reagiert, gebürstet wird. So werden weniger Allergen tragende Haare mit dem Hausstaub vermischt. Verweigern Sie dem Tier den Zutritt zum Schlaf- bzw. Kinderzimmer. Durfte das Tier zuvor mit im Bett schlafen, schaffen Sie neue Bettwäsche, Kissen und Decken an. Es dauert Monate bis Jahre – auch bei intensivem Reinigen – bis Textilgewebe allergenfrei ist. Bei Nagetieren ist der Urin allergenhaltig. Der Stall oder Käfig sollte daher nicht von einem Familienmitglied gereinigt werden, das auf Tierhaare reagiert. Bessern sich die Beschwerden trotz aller Bemühungen nicht, muss das Tier abgegeben werden. So bitter dieser Schritt auch sein mag – er dient der Gesundheit des Kindes.