TCM – Traditionelle Chinesische Medizin

Dieses über Jahrtausende entwickelte medizinische System ist eng mit der chinesischen Kultur verhaftet. Sie beinhaltet eigene Diagnosetechniken wie Puls- und Zungendiagnose, daneben Akupunktur, Moxibustion, die Manualtherapie Tuina, eine vielfältige Arzneimitteltherapie, eine ausführliche Ernährungsberatung und meditative Übungstechniken wie Qigong und Tai Chi.

Eine der Grundlagen für die Gesundheit nach der TCM ist es, die widerstrebenden Kräfte in einem Menschen, nämlich Yin und Yang, zu einem ausgewogenen Wechselspiel zusammenzubringen, damit daraus die Lebensenergie Qi entstehen möge. Nach der chinesischen Lehre können Krankheiten durch drei Ursachen ausgelöst werden:

  • Äußere Ursachen: Das sind Wind, Kälte, Hitze sowie Feuchtigkeit, Trockenheit und Sonnenglut.
  • Innere Ursachen: Hierzu gehören die Emotionen Freude, Ärger, Kummer, Sorge, Angst und Furcht. Zusätzlich wird noch der Schock als Krankheitsursache gewertet.
  • Weitere Krankheitsursachen: Darunter fallen Ernährungsfehler, Überanstrengung, Verletzungen und sexuelle Exzesse.

Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit der TCM sind rar. Auch im Hinblick auf die Zuverlässigkeit der Ergebnisse bei der Puls- und Zungendiagnose sind Zweifel berechtigt, selbst erfahrene Diagnostiker konnten gesunde und kranke Menschen im Prüfversuch nicht ausreichend gut unterscheiden. Es liegen zwar für die TCM in der Therapie viele Studien vor, die methodische Güte ist jedoch oftmals nicht ausreichend, um den Nutzen zu belegen. Bei Kopfschmerzpatienten konnte allerdings eine Verbesserung gezeigt werden: Die Häufigkeit der Kopfschmerzen sank.

Für die Akupunktur liegen dagegen viele Studien vor, die auch Wirkungen zeigen, z.B. bei Fibromyalgie, Kniegelenkarthrose, Rückenschmerzen oder beim Tennisellbogen. Positive Hinweise gibt es zudem bei chronischen Schmerzen sowie bei Kopf- und Nackenschmerzen. Für andere Indikationen, bei denen die Akupunktur beworben wird (z.B. Asthma, Depressionen, Raucherentwöhnung u.v.a.) ist die Wirksamkeit nicht ausreichend belegt.