: Aufschieberitis erfolgreich bekämpfen

"Morgen, morgen, nur nicht heute..." - vermutlich hat sich jeder schon einmal bei diesem Gedanken ertappt. Dabei wird durch das Aufschieben in der Regel nichts besser oder einfacher. Es lohnt sich also, etwas dagegen zu unternehmen.

Gerade unangenehme und lästige Aufgaben verschieben wir gerne auf einen späteren Zeitpunkt. Doch diese umgangssprachlich genannte „Aufschieberitis“ kann zu einem Problem werden, das den Einzelnen mitunter sehr belastet. Wissenschaftler sprechen dann von Prokrastination. Personen, die unter einer extremen Art des Aufschiebens leiden, sehen sich oft gezwungen, vor Fristablauf noch schnell die Nacht durchzuarbeiten. Doch egal, ob Prüfung oder Präsentation: Wie erfolgreich man ist, hängt auch davon ab, wie ausgeschlafen man ist.

Fest steht: Wer zur „Aufschieberitis“ neigt, steht sich häufig selbst im Wege. Mit ein paar Verhaltensregeln und leichten Veränderungen im Alltag lässt sich der innere Schweinehund leicht austricksen:

  • Strukturieren Sie die Arbeit bzw. den Arbeitstag
    Machen Sie sich einen Plan, welche Aufgaben Sie im Laufe des Tages bzw. der Woche zu erledigen haben. Das kann eine einfache To-do-Liste sein oder, bei komplexeren Aufgaben, eine kurze Skizzierung der zur Lösung erforderlichen Arbeitsschritte. Allein schon das schriftliche Notieren bringt Ordnung in den Kopf. Wenn Sie unter dem Gefühl leiden, nicht zu wissen, womit Sie zuerst anfangen sollen: Bringen Sie die Aufgaben in eine Reihenfolge!
    Tipp: Verwenden Sie für To-do-Listen nicht einfach irgendwelche Zettel. Sondern legen Sie sich dafür ein kleines Notizbuch zu, das nur diesem Zweck dient. Dieser Trick hilft Ihnen, eine erneute chaotische Zettelwirtschaft zu erschaffen. So fällt es Ihnen einerseits leichter, den Überblick zu behalten. Andererseits wird so deutlich, was man alles in der Vergangenheit geschafft hat – wichtig für die Selbstmotivation!
  • Schreibtisch aufräumen
    Wer unter „Aufschieberitis“ leidet, lässt sich meist sehr leicht ablenken. Gerade ein unaufgeräumter Schreibtisch bietet diverse Anlässe, die Gedanken abschweifen zu lassen. Verbannen Sie daher alles, was Sie nicht für die aktuelle Aufgabe benötigen, von Ihrem Schreibtisch. Alles, was erledigt ist, wird sofort abgelegt – und verschwindet vom Arbeitsplatz. Dokumente, die der Bearbeitung harren, erhalten ein eigenes Ordnungssystem, z.B. eine Dokumentenmappe oder Klarsichtfolien. Befördern Sie Dinge, die unwichtig sind (z.B. Werbebriefe), konsequent in den Papierkorb.
    Alles, was Sie nicht laufend für Ihre Arbeit benötigen, muss einen anderen Platz erhalten. Reduzieren Sie Ihre Arbeitsmittel! Mehr als ein oder zwei Kugelschreiber bzw. Füller sowie Bleistift und Textmarker braucht kaum jemand.
  • Startsignale setzen
    Bestimmte Rituale helfen uns, uns selbst bzw. den Alltag zu strukturieren. Für den guten Einstieg in eine Arbeitsphase kann es das Aufbrühen eines Tees oder Kaffees sein. Gerade koffeinhaltige Getränke haben bekanntermaßen eine anregende und konzentrationsfördernde Wirkung – wenn man es bei wenigen Tassen belässt. Es macht daher durchaus Sinn, sich durch das Zubereiten eines Tees oder Kaffees indirekt auf die Arbeit einzustimmen.
    Es handelt sich um ein ganz praktisches Startsignal: Sobald das Heißgetränk fertig ist, wird gearbeitet!
  • Ablenkungen vermeiden
    Neben überflüssigen Dingen auf dem Schreibtisch sorgen insbesondere die elektronischen Medien immer wieder für Ablenkung. Gerade E-Mail, Handy & Co. bieten eine scheinbar sinnvolle Begründung dafür, eine bestimmte Aufgabe zu unterbrechen – oder gar nicht erst damit zu beginnen. Seien Sie daher konsequent und gehen Sie regelmäßig offline: Die meisten E-Mails müssen nicht sofort bearbeitet werden.
    Reduzieren Sie die Nutzung der diversen Social-Media-Kanäle auf das für die Arbeit notwendige Mindestmaß.
  • Unangenehmes sofort in Angriff nehmen
    Häufig sind es die unangenehmen Dinge, die wir hinauszögern: z.B. ein Telefonat mit einem schwierigen Geschäftspartner oder Kunden. Das Problem dabei ist, je länger wir es hinauszögern, umso länger sitzt es uns im Nacken – und beschäftigt uns unbewusst, so dass wir uns auch anderen Aufgaben nicht mit voller Konzentration widmen können.
    Aus diesem Grund gilt: Unangenehme Aufgaben haben erste Priorität.
  • Einen Anfang finden
    In Vielen von uns steckt ein kleiner Perfektionist. So manche Aufgabe bleibt häufig offen, weil wir unsicher sind, ob wir eine gute Lösung dafür finden werden. In diesen Fällen ist es wichtig, überhaupt anzufangen. Nehmen Sie sich in diesen Fällen etwas Schmierpapier und machen Sie sich zunächst grobe Notizen darüber, wie die Aufgabe gelöst werden könnte.
    Denn hat man erst einmal irgendetwas zu Papier gebracht, lässt sich das im nächsten Schritt überarbeiten, verbessern, weiter entwickeln. Eine schlechte Projektskizze oder ein mittelmäßiger Textentwurf ist besser als gar nichts.
  • Pausen machen – und sich belohnen
    Wer arbeitet, muss sich zwischendurch ausruhen. Denken Sie daher auch daran, Pausen zu machen und dabei kurz Resümee zu ziehen, was Sie in den vergangenen Stunden geleistet haben. Und vergessen Sie nicht, sich zu belohnen!