: Verbrennungen und Verbrühungen: richtig helfen

Egal ob beim Grillen oder am Lagerfeuer: Im Sommer steigt das Risiko für Brandverletzungen. Zwar sind diese oft „nur“ schmerzhaft. In manchen Fällen können sie jedoch auch lebensgefährlich sein. So oder so ist es wichtig, richtig zu reagieren.

Kühlen ist der erste Impuls bei Verbrühungen und Verbrennungen. Und das ist auch fast immer richtig. Allerdings machen viele nach wie vor den Fehler, eiskaltes Wasser zu nehmen – statt lauwarmes. Und bei manchen, besonders schweren oder großflächigen Fällen gilt: Die Kühlung kann dem Körper gegebenenfalls noch mehr schaden.

Gerade bei Brandverletzungen heißt es daher: Es kommt darauf an. Um richtig reagieren zu können, ist es unabdingbar, die Schwere der Verbrennung einschätzen zu können. Grundsätzlich unterscheidet man bei Verbrennungen zwischen vier verschiedenen Graden - wobei sich der Grad daran bemisst, wie tief die Hautschichten in Mitleidenschaft gezogen worden sind:

  • Verbrennungen 1. Grades
    Hierbei ist die Haut nur oberflächlich geschädigt. Nur die Epidermis, also die oberste Hautschicht ist betroffen. Es kommt zu Rötungen - ähnlich einem Sonnenbrand - und ggf. leichten Schwellungen der Haut. Der typische Verbrennungsschmerz tritt auf. In der Regel verheilen diese Verbrennungen jedoch problemlos. Bei kleinen, punktuellen Wunden ist eine ärztliche Behandlung nicht unbedingt erforderlich.
  • Verbrennungen 2. Grades 
    Die Verletzung ist tiefer. Neben der Epidermis ist auch die Dermis betroffen. Die Schmerzen sind stärker als bei Verbrennungen 1. Grades. Und es bilden sich Brandblasen. Wichtig: Öffnen Sie diese Blasen auf keinen Fall - es besteht Infektionsgefahr! Bei diesen Verbrennungen ist es immer ratsam, bei nächster Gelegenheit einen Arzt aufzusuchen. Diese Verbrennungen werden zusätzlich in den Grad 2a und 2b unterschieden - abhängig davon, wie tief die Dermis geschädigt ist. Brandwunden des Grades 2a verheilen gut. Bei 2b bleiben jedoch typischerweise Narben zurück.
  • Verbrennungen 3. und 4. Grades 
    Bei Verbrennungen 3. Grades sind noch tiefere Gewebeschichten betroffen. Es bilden sich weiße, trockene Hautfetzen. Weil jedoch auch Nervenenden geschädigt sind, spüren die Betroffenen an diesen Stellen kaum Schmerzen. Bei Verbrennungen 4. Grades wiederum ist die Haut schwarz und verkohlt. Diese Brandwunden müssen so schnell wie möglich ärztlich versorgt werden. Rufen Sie den Notarzt!

Risiko Fläche

Doch nicht nur der Grad – also quasi die Tiefenwirkung – der Verbrennung sagt etwas über die Schwere aus. Entscheidend ist auch die Größe der betroffenen Hautpartien. Gerade bei großflächigeren Verbrennungen kann schnell Lebensgefahr bestehen. Dies gilt ab Verbrennungen des 2. oder 3. Grades, wenn bei Erwachsenen mehr als 10 Prozent der Hautfläche betroffen ist – bei Kindern schon ab 5 Prozent der Hautfläche. Dann ist sofortige notärztliche Hilfe unabdingbar. Der Patient sollte so schnell wie möglich in eine Spezialklinik gebracht werden.

So reagieren Sie richtig bei Brandverletzungen

1. Hitzequelle entfernen bzw. ausschalten
Gerade bei schmerzhaften Brandverletzungen ist die Versuchung groß, alles stehen und liegen zu lassen – und sofort die Wunde zu kühlen. Noch wichtiger ist es jedoch, sich zu vergewissern, dass von der Hitzequelle keine weitere Gefahr ausgeht. Unterschätzen Sie niemals ein außer Kontrolle geratenes Feuer: Rufen Sie die Feuerwehr! Und bringen Sie sich und andere in Sicherheit.

2. Schwere der Verbrennung einschätzen
Bei punktuellen leichten Verbrennungen sind – außer dem Kühlen, dem möglichen Abdecken der Wunde und ggf. dem Gang zum Arzt – keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Handelt es sich jedoch um großflächigere Verbrennungen 2. oder 3. Grades (s.o.) sollten Sie sofort den Notarzt rufen. Möglicherweise besteht Lebensgefahr!

3. Kühlen – mit Bedacht
Kleinflächige Verbrennungen 1. und 2. Grades können Sie mit lauwarmem Leitungswasser kühlen. Alternativ sind auch feuchte Tücher möglich, z.B. wenn sich die Brandwunde im Gesicht befindet. Verwenden Sie kein Eis, da sonst Erfrierungen drohen. Auch zu kaltes Wasser kann problematisch sein, da es den Kreislauf zusätzlich belastet. Wichtig: Verwenden Sie ausschließlich sauberes Wasser, also z.B. Leitungswasser. Denn ist das Wasser verschmutzt, kann es zu gefährlichen Infektionen in der Brandwunde kommen.

4. Brandwunden abdecken
Brandwunden, die über eine leichte Rötung hinausgehen, sollte man locker und keimfrei abdecken – am besten mit einer nicht flusenden Wundauflage. Handelt es sich um großflächigere Verbrennungen, ist es zudem wichtig, den Betroffenen zuzudecken. Denn gerade bei Brandwunden kommt es zu einem hohen Temperaturverlust des Körpers, so dass schnell eine Unterkühlung droht. Sollte Kleidung o.ä. in die Haut eingebrannt sein: Überlassen Sie das Entfernen immer den Ärzten!

5. Keine Hausmittel, keine Salben
Auf die Brandwunde dürfen weder Öl noch Mehl oder andere Hausmittel aufgebracht werden. Ob eine weitere Behandlung mit Gelen oder Salben sinnvoll oder gar erforderlich ist, entscheidet immer der Arzt. Solch eine Behandlung ist in keinem Fall Teil der Erste-Hilfe-Maßnahmen.