: Vorsicht bei Fuß- und Nagelpilz

Fußpilz ist nicht etwa einfach nur lästig und unangenehm. Unbehandelt kann der Pilz auf weitere Areale des Körpers übergreifen - und ist dann nur noch schwer in den Griff zu bekommen. Das lässt sich jedoch leicht verhindern.

Zunächst ein leichtes Jucken zwischen den Zehen, nach einigen Tagen jedoch ein unangenehmens Beißen. Dazu eine deutlich gerötete Haut, die nässt und zu schuppen beginnt. Fußpilz beginnt meist ganz harmlos, kann aber schon nach wenigen Tagen sehr unangenehm sein.

Dafür verantwortlich sind so genannte Fadenpilze bzw. Dermatophyten. Diese Pilze können das Hornmaterial - also Nägel, Haare und eben die Hornhäute - befallen. Besonders wohl fühlen sie sich in einer feucht-warmen Umgebung. Typischerweise nimmt eine Fußpilzinfektion daher immer in den Zehenzwischenräumen ihren Anfang. Der sich dort sammelnde Fußschweiß sorgt - in Kombination mit engen, geschlossenen Schuhen - für optimale Wachstumsbedingungen.

Gefahr Nagelpilz

Fußpilz gilt bei Vielen als zwar lästig, aber harmlos. Aber das stimmt so nicht: Denn in der Folge können auch die Nägel erkranken. Das passiert insbesondere dann, wenn die Zehennägel verletzt oder angerissen sind. Das Problem hierbei: Ist die Infektion erst einmal in den Nagel hinein "gewandert", wird man sie deutlich schwerer wieder los - und man riskiert den Verlust des Nagels. Der Nagel verfärbt sich zunächst gelblich-matt, wird fleckig und glanzlos. Nach und nach wird er immer brüchiger - und beginnt regelrecht zu zerbröseln. Im Endstadium kommt es zum Ausfall des Nagels und der Zerstörung des Nagelbetts.

Ohne Medikamente lässt sich ein Nagelpilz kaum in den Griff kriegen. Bei einem entsprechenden Verdacht sollten Sie daher unbedingt zum Arzt gehen! Und bei der Behandlung gilt: Die Therapie ist eine Geduldsprobe. Zum Einsatz kommen Tinkturen oder Nagellacke, die regelmäßig über einen längeren Zeitraum aufgetragen werden müssen. Wie lange, hängt von der Wachstumsgeschwindigkeit des Nagels ab. Denn den Pilz ist man erst dann endgültig los, wenn sich die infizierten Stellen vollständig ausgewachsen haben. Das kann mehrere Wochen oder gar Monate dauern. Viele Patienten bringen diese Geduld nicht auf.

Wundrose bzw. Superinfektion

Einen Fußpilz sollte man aber noch aus einem anderen Grund nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn die Pilzerkrankung bewirkt eine Mazeration, also Aufweichung, der Haut. Dadurch können Bakterien in die Haut eindringen und dort für eine zusätzliche Infektion sorgen. Handelt es sich bei diesen Bakterien dann um Streptokokken, droht eine Wundrose. Hierbei handelt es sich um eine ernst zu nehmende und gefährliche Erkrankung, die meist einen Krankenhausaufenthalt erforderlich macht.

Pilz im Keim ersticken

Besser ist es daher, jeden Fußpilz sofort konsequent zu behandeln. In den meisten Fällen reichen dazu oberflächlich aufzutragende Mittel aus. So genannte Antimykotika, die Pilzsporen entweder direkt abtöten bzw. deren Ausbreitung unterbinden, gibt es als Creme, Salbe, Gel oder Puder. In welcher Form diese Mittel die beste Wirkung entfalten, hängt insbesondere von der individuellen Beschaffenheit der Haut ab. Bei starker Schweißbildung etwa sind Puder meist die beste Wahl. Ist die Haut trocken und braucht somit Feuchtigkeit, greift man eher zu Cremes. Nur bei hartnäckigen oder bereits stark fortgeschrittenen Fällen reicht solch eine örtliche Behandlung nicht aus, so dass der Arzt zusätzlich Tabletten verschreiben wird.

Unabhängig davon sollte man dafür sorgen, dass die Pilze an den Füßen möglichst schlechte Wachstumsbedingungen haben. Achten Sie also darauf, dass die Füße nach dem Waschen komplett trocken sind - auch zwischen den Zehen. Wechseln Sie täglich die Socken. Waschen Sie diese mit mindestens 60 Grad, damit die Pilze im Gewebe sicher abgetötet werden und Sie sich nicht laufend neu anstecken. Auch Handtücher und Bettwäsche sollte man bei einer akuten Fußpilzerkrankung häufiger wechseln als sonst.

Barfuß – oder nicht?

Verbringen Sie möglichst wenig Zeit in geschlossenen Schuhen. Aufs barfuß Gehen sollten Sie jedoch bei einer konkreten Fußpilzinfektion verzichten - und zwar um eine Ansteckung Ihrer Mitmenschen zu vermeiden. Gleiches gilt für Sauna- und Schwimmbadbesuche. Denn die Pilze haften an winzigen Hautschuppen, die unbemerkt von uns abfallen. Eine Ansteckung ist überall möglich, wo Menschen barfuß unterwegs sind.

Bei gesunden Menschen gilt jedoch: Möglichst viel barfuß gehen ist der effektivste Schutz vor einer Fußpilz-Infektion. Denn in solch einer "luftigen" Umgebung haben die Pilzsporen keine Chance, sich festzusetzen.