: Zistrose: Tee gegen Viren und Bakterien?

Ein einfaches Hausmittel mit praktisch keinen Nebenwirkungen, das Viren und Bakterien in Schach hält? Das wird der aus Griechenland stammenden Zistrose mit ihren rosa Blüten nachgesagt.

Die Graubehaarte Zistrose erfreut sich hierzulande wachsender Beliebtheit als Heilkraut. Die Pflanze, die aus dem Mittelmeerraum stammt, soll antivirale, antibakterielle und adstringierende Eigenschaften haben. Tatsächlich zeigen erste Studien, dass es sich lohnt, sich intensiver mit dem strauchartigen Gewächs zu beschäftigen.

Ursprung in Griechenland

Ursprünglich stammt diese Zistrosen-Art aus Griechenland - und wurde erstmals vom schwedischen Naturforscher Carl von Linné wissenschaftlich katalogisiert. Er gab dem Zwergstrauch, der in der Regel bis zu einem Meter hoch wird und rosafarbene Blüten trägt, den botanischen Namen Cistus creticus. Allerdings wird die Pflanze häufig auch als Cistus incanus bezeichnet - und entsprechend vertrieben.

Fest steht jedenfalls: Schon seit alters her ist diese Zistrose in Griechenland bekannt - und Basis für einen beliebten und bekömmlichen Haustee. Wegen des hohen Gerbstoffanteils hat die Pflanze eine adstringierende Wirkung. Das hilft bei Durchfällen, Entzündungen der Schleimhäute und diversen Hauterkrankungen. Der Effekt beruht darauf, dass die Gerbstoffe die Oberfläche der Schleimhäute so verändern, dass sich Krankheitserreger schwerer einnisten können. Auch andere gerbstoffreiche Pflanzen haben sich in der Naturheilkunde bei Durchfällen bewährt.

Stopp von Grippe-Viren

Interessant sind bei der Zistrose neben den Gerbstoffen jedoch weitere Inhaltsstoffe. Denn Wissenschaftler gehen davon aus, dass in der Zistrose ganz spezielle Flavonoide stecken - und zwar Flavonoide, die eine antivirale und antibakterielle Wirkung haben. Generell handelt es sich bei Flavonoiden um so genannte sekundäre Pflanzenstoffe. Typischerweise schützen diese Stoffe Körperzellen auf molekularer Ebene vor Verletzungen, Erkrankungen oder vorzeitiger Alterung. Das bemerkenswerte gerade bei der Zistrose: Bei Labor- und Tierversuchen wurde festgestellt, dass ein Zistrosen-Extrakt die Verbreitung von Grippe-Viren stoppen kann. Die Forscher vermuten, dass spezielle Flavonoide verhindern, dass die krankmachenden Viren an körpereigene Zellen andocken können. In der Folge wird das Zerstörungswerk der Viren unterbunden.

Denn wie alle Viren auch benötigen Grippeviren zur Ausbreitung eine Wirtszelle, in die sie eindringen. Ist das geschehen, "programmieren" die Viren die betroffene Zelle um, wodurch diese nicht mehr ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen kann, sondern statt dessen das Virus in zigfacher Ausfertigung reproduziert - und in der Nachbarschaft verteilt. Die so umprogrammierte Körperzelle geht letztlich daran zu Grunde. Es kommt zu den typischen Erkrankungssymptomen. Können die Viren jedoch nicht mehr an den potenziellen Wirtszellen andocken, sind sie harmlos. Gerade aus diesem Grund wird der Zistrose, insbesondere dem Cistus-Tee, eine vorbeugende Wirkung gegen Erkältungskrankheiten zugeschrieben.

Linderung bei Borreliose?

Außerdem gibt es Hinweise, dass ein Zistrosen-Extrakt auch bestimmten Bakterien das Leben schwer machen kann. So berichteten Menschen, die an einer Borreliose leiden, nach der Einnahme von Cistus-Präparaten von deutlichen Verbesserungen. Vermutet wird ein ähnlicher Effekt wie bei den Grippeviren: Die Cistus-Flavonoide "verkleben" die Krankheitserreger, die so genannten Borrelien, und machen sie so unschädlich.

Zwar ist die Wirkung der Pflanze bislang nicht abschließend erforscht. Nichtsdestotrotz sind die ersten Untersuchungen vielversprechend. Wie groß der vielfach beschriebene vorbeugende Effekt gegen bestimmte Viruserkrankungen in der Praxis tatsächlich ist, muss jedoch noch im Detail untersucht werden.

Unabhängig davon gilt: Cistus-Tee ist gerade auch wegen seines angenehm herben Geschmacks eine willkommene Abwechslung. Außerdem hat eine wärmende Tasse Tee bei einer Erkältung in jedem Fall einen wohltuenden Effekt. Hinzu kommt: Problematische Neben- oder Wechselwirkungen wurden bei regelmäßiger Einnahme des in Griechenland beliebten Haustees bislang keine beobachtet, so dass nichts gegen einen längerfristigen Konsum spricht - gerade auch zur möglichen Vorbeugung gegen Viren-Erkrankungen.