: Sauna, Dampfbad, Infrarotkabine

An kalten Tagen steigt die Sehnsucht nach wohliger Wärme. Saunen, Dampfbäder und Infrarotkabinen sind daher im Winter besonders beliebt. Doch wo liegen die Unterschiede – und was ist für wen die bessere Alternative?

Wärme wirkt sich positiv auf unser Wohlbefinden aus: Die Muskulatur entspannt sich, die Blutgefäße weiten sich, die Durchblutung wird verbessert. Dennoch ist Wärme nicht gleich Wärme. Sie kann sowohl durch hohe Lufttemperaturen, als auch durch Infrarotstrahlung übertragen werden. Auch der Feuchtigkeitsgehalt der Luft kann einen erheblichen Unterschied dabei machen, wie die Wärme auf unseren Organismus wirkt.

Da sich in genau diesen Punkten Saunen, Dampfbäder und Infrarotkabinen unterscheiden, sollte man die jeweiligen Stärken und Schwächen dieser Varianten kennen, bevor man sich für ein entsprechendes Wärmebad entscheidet.

Der Klassiker: hohe Temperaturen, trockene Luft

Bei der finnischen Sauna heizt ein Ofen die Luft in einer Holzkabine auf. Die Luft trocknet dabei regelrecht aus, wodurch es für den Menschen überhaupt erst möglich ist, Umgebungstemperaturen von bis zu 80 Grad Celsius zu ertragen.

Die Wärme wird dabei fast ausschließlich durch die Umgebungsluft auf den Körper übertragen. Die Temperaturen prallen zunächst auf die äußere Hautschicht und dringen erst allmählich in tiefere Gewebeschichten vor. Die Temperatur der Hautoberfläche erhöht sich um bis zu zehn Grad, die Körpertemperatur „nur“ um zwei Grad. Der Körper beginnt zu schwitzen. Doch der Schweiß verdunstet effektiv in der trockenen Luft und sorgt für Kühlung. Selbstverständlich kann der Körper das Gleichgewicht in dieser extremen Umgebung nur für einen begrenzten Zeitraum aufrecht erhalten. Um den Kreislauf nicht zu gefährden, sollte man spätestens nach 15 Minuten eine Pause machen.

Der Aufguss: schweißtreibende Feuchtigkeit

Verändert man den Feuchtigkeitsgehalt der Luft, hat das sofort Einfluss darauf, wie effektiv der Organismus mit Hilfe des Schwitzens die Körpertemperatur regulieren kann. Um denselben Kühlungs-Effekt zu erzielen, muss der Körper in einer feuchten Umgebung weitaus mehr Schweiß absondern. Genau das passiert bei einem Aufguss. Das Wasser, das über die heißen Steine in der Sauna gegossen wird, verdampft sofort. Trotz gleichbleibender Temperatur empfindet man den sich verbreitenden Dampf als deutlichen Hitzeschub.

Noch mehr Feuchtigkeit: das Dampfbad

Noch höher ist die Luftfeuchtigkeit im Dampfbad. Die Luft hat dort eine Sättigung von 80 bis 100 Prozent. Dafür sind die Temperaturen viel niedriger. Sie liegen zwischen 40 und 55 Grad. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit schwitzen wir dennoch.

Dabei gilt: Die feuchte Luft im Dampfbad wirkt sich sehr wohltuend auf die Atemwege aus. Erkältungsschleim kann sich lösen. Dieser Effekt tritt bei der trockenen Sauna logischerweise nicht ein. Stattdessen löst der extreme und trockene Hitzereiz eine deutlich erhöhte Durchblutung der Haut aus, was sich positiv auf das Hautbild auswirken kann. Ein weiterer Vorteil der trockenen Sauna: Die Hitze variiert – je nachdem, ob man sich auf die unteren oder oberen Bänke begibt. Denn heiße Luft steigt nach oben, so dass man während des Besuchs sich den Bereich aussuchen kann, in dem man sich am wohlsten fühlt. Im Dampfbad sind die Unterschiede deutlich geringer.

Infrarot: wohltuende Strahlung

Einem ganz anderen Prinzip wiederum folgen Infrarotkabinen. Hier überträgt nicht die Luft die Wärme. Hier erzeugen spezielle Lampen Infrarotstrahlung. Wenn diese Strahlung auf das Gewebe trifft, wird sie absorbiert und in Wärme umgewandelt. Die Strahlung kann dabei die obersten Hautschichten durchdringen und hat somit im gewissen Rahmen einen Tiefenwärme-Effekt. Der Infrarotbereich gilt – im Gegensatz zur UV-Strahlung – als vergleichsweise unbedenklich. Dennoch sind Verbrennungen oder Hautalterungen theoretisch möglich. Um solche Negativfolgen zu vermeiden, gelten daher strenge Grenzwerte. Der Effekt in der Infrarotkabine ist vergleichbar mit der Glut eines Lagerfeuers, das auch in einer kalten Nacht wärmt. Aus sicherer Entfernung fühlt sich das gut an. Gelangt man zu nah an die Glut, wird es jedoch unangenehm.

Schonender für den Kreislauf

Infrarotkabinen sind somit eher als Wärmekabine denn als Sauna zu bezeichnen. Dabei empfinden viele Menschen diese Variante als deutlich sanfter – gerade weil die Umgebungsluft auf Zimmertemperatur verharren kann. Den Besuch in der Infrarotkabine kann man somit deutlich kreislaufschonender gestalten als bei der finnischen Sauna.

Schließlich haben gerade die starken Temperaturwechsel einen deutlichen Effekt auf das Herz-Kreislauf-System. Für gesunde Menschen gilt dabei: Es handelt sich um ein willkommenes Training für den gesamten Organismus.

Wer gesundheitlich angeschlagen ist, sollte jedoch in jedem Fall mit seinem Arzt klären, ob ein Besuch im Wärmebad sinnvoll bzw. überhaupt möglich ist – egal ob klassische Sauna, Dampfbad oder Infrarotkabine.