: Yoga: Fitness für Geist und Körper

Mittlerweile ist das Yoga-Angebot überwältigend, weder Fitness-Studios noch Volkshochschulen kommen daran vorbei. Immer wieder tauchen dabei besondere Yoga-Varianten auf, vom Kundalini über Tantra bis hin zum Hatha-Yoga. Doch was verbirgt sich hinter den unterschiedlichen Yoga-Strömungen?

Im westlichen Kulturkreis wird Yoga meistens mit bestimmten Körperübungen gleichgesetzt - viele betrachten Yoga daher als reine Entspannungstechnik. Andere wiederum betonen, Yoga sei eine Art religiöse Praxis. Und immer wieder werden Stimmen laut, die behaupten, sie würden das „wahre“ und „ursprüngliche“ Yoga praktizieren und vermitteln. Fest steht jedenfalls: kaum jemand scheint genau zu wissen, was Yoga exakt bedeutet.

Ein Weg zur Erleuchtung

Dabei ist Yoga ursprünglich eine philosophische Lehre aus Indien mit Wurzeln im Hinduismus und Buddhismus. Ziel dieser Philosophie, aber auch der beiden Religionen, ist - vereinfacht gesagt - die Erleuchtung. Und egal ob Yoga, Buddhismus oder Hinduismus: bei den aus Indien stammenden Philosophien bzw. Religionen gab es nie die klare Trennung zwischen Körper und Geist wie in Europa: In Indien ist es normal, körperliche Übungen für religiöse oder geistige und philosophische Ziele „einzusetzen“. So auch beim Yoga: Yoga beschreibt zunächst einmal Wege, mit denen man zur Erleuchtung finden soll: Meditation, Körperübungen und Askese, also Enthaltsamkeit. Trotzdem gilt Yoga - anders als der Buddhismus und der Hinduismus - nicht als Religion.

Hatha-Yoga: praktische Körperübungen

Bereits in Schriften, die rund 700 Jahre vor Christi Geburt entstanden, wurden die ersten Yoga-Übungen niedergeschrieben. Zunächst dienten die einzelnen Übungen aber offenbar vor allem dazu, möglichst lange beschwerdefrei in der Meditationshaltung sitzen zu können. Mit der Zeit erkannten die Gelehrten allerdings, wie positiv sich die einzelnen Übungen - auch Asanas genannt - auf das gesamte Wohlbefinden der Menschen auswirkte. Die Asanas wurden daher immer weiter entwickelt und verfeinert. Folgerichtig wurde die körperliche Betätigung im Yoga immer wichtiger. Ein Höhepunkt dieser Entwicklung ist das Hatha-Yoga. Diese Richtung entstand im 15. Jahrhundert nach Christi Geburt und beschreibt ganz konkrete Körperübungen. Ursprünglich war Hatha-Yoga als Unterstützung anderer Yoga-Formen gedacht, erfreute sich wegen seiner praktischen Übungen aber bald großer Beliebtheit.

Und genau diese praktischen Körperübungen sind es, die in den westlichen Ländern so viel Anklang finden. Denn viele dieser Übungen lassen sich relativ schnell erlernen und problemlos in den Alltag integrieren. Auch die positive Wirkung auf die Gesundheit ist unbestritten: Je nach Übung werden Kraft, Flexibilität, Gleichgewichtssinn und Muskelausdauer trainiert. Andere Asanas wiederum legen den Schwerpunkt auf die Atmung - und helfen damit, den gesamten Körper besser mit Sauerstoff zu versorgen.

Kundalini und Tantra

Hatha-Yoga ist aber nicht die einzige Richtung, die im Westen bekannt geworden ist. Auch Kundalini- oder Tantra-Yoga haben ihre Anhänger gefunden. Dabei beschreiben beide Begriffe eigentlich die selbe Richtung: Hier wird vor allem die Idee betont, im Körper wohne eine „göttliche kosmische Kraft“, die Kundalini. Diese Kraft ruht oder schlummert im unteren Becken, soll aber durch bestimmte Yoga-Übungen erweckt werden und im Körper nach oben wandern, bis der Mensch höchstes Glück erreicht.

Fundament dieser tantrischen Lehre ist ein Menschenbild, das sich von den Vorstellungen der westlichen Medizin grundsätzlich unterscheidet. Einem Großteil der Menschen im Westen ist die Vorstellung der Kundalini-Kraft fremd - ganz im Gegensatz zum Hatha-Yoga. Denn die praktischen Körperübungen des Hatha-Yoga helfen beim Stress-Abbau und gehören zu den anerkannten Entspannungspraktiken.

Weiterführende Informationen

Mehr über Yoga - und über die Entspannungstechnik Tai Chi - erfahren Sie in unserem Ratgeber Asiatische Entspannungsmethoden.