: Mit frischer Luft Grippe-Viren ausbremsen

Erkältungs- und Grippe-Erreger haben im Winter leichtes Spiel. Doch weshalb genau wissen die Wenigsten. Experten sind sich sicher: Ein wichtiger Grund dafür ist das Klima in geschlossenen Räumen. Wer dieses richtig beeinflusst, kann die fiesen Viren ausbremsen.

Grippe, die meist mit hohem Fieber einhergeht und den Körper ganz erheblich belastet, aber auch eine harmlose Erkältung, sind sogenannte Tröpfcheninfektionen. Das bedeutet: Die Krankheitserreger haften an winzigen Tröpfchen beziehungsweise Aerosolen, die durch die Luft schweben. In die Luft gelangen sie insbesondere beim Husten und Niesen. Landen diese Tröpfchen dann auf der Schleimhaut eines anderen Menschen, können sich die so transportierten Viren einnisten und vermehren.

Übertragung durch die Luft

Anders als bei einer Reihe anderer Infektionskrankheiten ist für eine Ansteckung noch nicht mal Körperkontakt notwendig. Es ist schon ausreichen, Luft einzuatmen, in der entsprechende Viren herumschwirren. Das erklärt, wieso Erkältungen – und auch die „richtige“ Grippe“ – so besonders ansteckend sind. Zudem macht es deutlich, wieso es sinnvoll ist, gerade auch im Winter regelmäßig zu lüften. Denn ohne regelmäßigen Luftaustausch können sich Krankheitserreger recht lange in geschlossenen Räumen halten. Wissenschaftler des Virginia Polytechnic Institutes in den USA wiesen in Luftproben aus Kindertagesstätten Grippe-Viren nach, und das obwohl zum Zeitpunkt der Probenentnahme gar keine erkrankte Person anwesend war. Und auch aus diversen anderen Studien weiß man: Regelmäßiges Lüften senkt das Infektionsrisiko.

Doch der Luftaustausch ist nicht der einzige Faktor: Es kommt auch auf die Zusammensetzung der Raumluft an. Denn gerade die im Winter typische trockene Heizungsluft macht es den Krankheitserregern leicht. Bislang ging man davon aus, dass dies vor allem daran liegt, dass in der trockenen Luft die Schleimhäute schneller austrocknen und sich somit Viren leichter einnisten können. Doch eine Untersuchung des Health Effects Laboratory der Universität von West Virginia kam zu einem anderen Ergebnis: Demnach ist die Feuchtigkeit der Raumluft von großer Bedeutung. So helfe eine hohe Luftfeuchtigkeit an sich, Grippeviren zu neutralisieren. Laut Studie sind bis zu 77 Prozent der Viren bei einer relativ geringen Luftfeuchtigkeit von 23 Prozent infektiös. Bei einer Luftfeuchtigkeit von 43 Prozent, sind hingegen nur noch 14 Prozent der Erreger aktiv.

Raumklima durch Lüften verbessern

Das macht deutlich, wie wichtig regelmäßiges Lüften ist. Denn wird nicht nur „verbrauchte“ gegen frische Luft getauscht. Auch die Luftfeuchtigkeit lässt sich so optimieren. Die beste Methode hierfür ist das sogenannte Stoßlüften: Man öffnet die Fenster vollständig für wenige Minuten, so dass es idealerweise zum Durchzug kommt. Das Fenster nur zu kippen, führt nicht wirklich zu einem Luftaustausch, sondern lediglich zum Auskühlen der Räume.

Unabhängig davon ist es sinnvoll, während der Heizperiode mittels Raumluftbefeuchter und Zimmerpflanzen den Feuchtigkeitsgehalt der Luft zu erhöhen. Ideal ist eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent.

Was Sie sonst noch gegen die Ausbreitung der Viren tun können

Es gibt noch weitere Maßnahmen, um Erkältungs- und Grippe-Viren auszubremsen:

Hände waschen

Besagte Viren breiten sich nicht nur über die Luft, sondern auch über Körperkontakt aus. Auch an Türklinken können Erreger beispielsweise haften – und so von einer Person zur anderen weitergetragen werden. Daher ist es sinnvoll, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen, insbesondere vor dem Kochen, Essen und nach jedem Gang auf die Toilette.

Finger weg von Schleimhäuten

Krankheitserreger können gerade über die Hände leicht auf die Schleimhäute der Augen, der Nase und des Mundes gelangen – ideale Nährböden, um sich zu vermehren. Versuchen Sie daher, die Hände vom eigenen Gesicht fernzuhalten oder waschen Sie sie, bevor sie es berühren.

„Richtig“ husten und niesen

Früher hieß es immer, man soll sich beim Husten oder Niesen die Hand vors Gesicht halten. Das Problem dabei: So gelangen Viren aber erst recht auf die Hände und von dort an Türklinken, Lichtschalter und so weiter. Husten und niesen Sie daher immer in die Armbeuge.

Weniger „Bussi Bussi“

Kommt eine Erkältungs- oder Grippewelle ins Rollen, sollten Sie zur Vorsicht auf bestimmte Rituale zur Begrüßung verzichten: Händeschütteln, Küsschen und dergleichen. Niemand wird das als unhöflich empfinden, wenn Sie auf ein konkretes Erkrankungsrisiko verweisen.