: Durstlöscher

Bei Durst und großer Hitze greifen wir gern zu kühlen Erfrischungsgetränken. Doch oft genug stecken in den leckeren Drinks viele Kalorien sowie Geschmacks- und Zusatzstoffe. Lesen Sie, wie Sie diese Zutaten erkennen und welche Getränke als Durstlöscher ideal sind.

Durstlöscher mit Zucker

Dass in gewöhnlicher Cola eine große Menge Zucker steckt, ist hinlänglich bekannt: pro Glas (0,2 Liter) etwa 8 - 9 Stück Würfelzucker. Doch dass fruchtige und säuerlich schmeckende Erfrischungsgetränke oder auch Säfte oft noch mehr Zucker enthalten, weiß längst nicht jeder. Und fehlt der Zucker, wird er häufig durch Zusatz- und Geschmacksstoffe ersetzt. Wer also bewusst, kalorienarm und gesund trinken möchte, sollte wissen, was sich hinter welcher Getränkebezeichnung versteckt:

Fruchtsaftgetränk

Hierbei handelt es sich um einen stark verdünnten Saft. Laut Fruchtsaftverordnung der Bundesregierung muss ein Fruchtsaftgetränk – je nach Obstsorte – mindestens 6 bis 40 Prozent gepressten Saft enthalten (Äpfel, Birnen und Trauben 40 Prozent; Zitrusfrüchte 6 Prozent). Der Rest darf aus Wasser, Zucker und weiteren Lebensmittelzusatzstoffen bestehen. Fruchtsaftgetränke sind in der Herstellung am billigsten, weil der Fruchtanteil gering ist. Und weil der Fruchtanteil so niedrig ist, würden die meisten Fruchtsaftgetränke ohne Zucker oder Zusatzstoffe ziemlich fad schmecken. Wie hoch der Zuckergehalt bei Fruchtsaftgetränken ist, lässt sich allgemein nicht beantworten, weil die Getränke sehr unterschiedlich sind.

Fruchtnektar

Hierfür gilt ebenfalls die Fruchtsaftverordnung. Die Regeln sind dabei zwar strenger als bei Fruchtsaftgetränken. Je nach Obstsorte muss ein Fruchtnektar mindestens 25 bis 50 Prozent echten Saft enthalten (Johannisbeere 25 Prozent, Kirsche 35 Prozent, Apfel und Birne 50 Prozent). Aber immerhin ein Fünftel dieser Nektare darf aus Zucker bestehen. Das führt dazu, dass Fruchtnektare beim Zuckergehalt ganz oben stehen: bis zu 16 Stück Würfelzucker pro Glas.

Fruchtsaft

Saft darf laut der Verordnung nur zu einhundert Prozent aus dem Fruchtsaft und dem Fruchtfleisch der jeweiligen Obstsorte bestehen – eigentlich. Denn auch beim Fruchtsaft gibt es Ausnahmen. Er darf während der Produktion zum so genannten Fruchtsaftkonzentrat eingedickt werden. Wird das Konzentrat dann wieder um die gleiche Menge Wasser verdünnt, darf es als hundertprozentiger Fruchtsaft verkauft werden. Das ist vor allem bei Fruchtsäften mit einem weiten Transportweg sinnvoll, zum Beispiel Orangensaft. Denn Konzentrat lässt sich leichter lagern und transportieren.In jedem Fall gilt: Fruchtsäfte enthalten – so wie das Obst – von Natur aus Zucker. Und selbst im Fruchtsaft kann zusätzlicher Zucker enthalten sein. Wenn der Sommer verregnet war und die verwendeten Früchte daher zu sauer sind, dürfen die Hersteller bis zu 15 Gramm Zucker pro Liter untermischen – ohne Hinweis auf der Packung. (Nur bei Birnen- und Traubensaft ist das illegal.) Egal ob natürlichen Ursprungs oder beigemischt: Säfte enthalten pro Glas umgerechnet 7 - 10 Stück Würfelzucker.

Direktsaft

Direktsaft unterscheidet sich nur in einem Punkt vom „gewöhnlichen“ Fruchtsaft: Er darf nicht aus Konzentrat stammen, sondern wird direkt aus der Saftpresse für den Handel abgefüllt. Beim Zuckergehalt gibt es keinen Unterschied. Außerdem ist der Begriff Direktsaft nicht geschützt, sondern nur eine Handelsbezeichnung.

Smoothies

Hierbei handelt es sich um dickflüssig püriertes Obst oder Gemüse. Speziell bei Frucht-Smoothies ist der Gehalt an natürlichem Zucker vergleichbar hoch wie bei den Fruchtsäften. Auch dieser Begriff ist bloß eine Handelsbezeichnung. In Smoothies können auch Aroma- und Zusatzstoffe enthalten sein – was zumindest bei Säften ausgeschlossen ist. Hierbei handelt es sich um dickflüssig püriertes Obst oder Gemüse. Speziell bei Frucht-Smoothies ist der Gehalt an natürlichem Zucker vergleichbar hoch wie bei den Fruchtsäften. Auch dieser Begriff ist bloß eine Handelsbezeichnung. In Smoothies können auch Aroma- und Zusatzstoffe enthalten sein – was zumindest bei Säften ausgeschlossen ist.

Limonaden, Eistee, Schorle etc.

Für diese Produkte gibt es keine speziellen gesetzlichen Vorschriften. Sie enthalten daher häufig ebenfalls viel Zucker bzw. Aroma- und Zusatzstoffe. Pro Glas Limonade sind zum Beispiel 6 - 10 Zuckerwürfel enthalten, beim Eistee 6 – 8 und bei einer Apfelschorle 4 – 5. Und gerade bei handelsüblichen, fertig gemixten Fruchtsaftschorlen, Eistees und Limonaden findet man auf dem Etikett oft genug die Angabe „Aroma“. Wer das vermeiden möchte, mischt selbst.

Bio

Das Bio-Siegel garantiert „nur“, dass die Inhaltsstoffe aus kontrolliert ökologischem Anbau stammen. Es gibt somit keine Auskunft darüber, wie kalorienreich diese Getränke sind. So enthält eine bekannte Bio-Limonade pro 0,2-Liter-Glas etwa 3 Stück Zucker. Bei dem sechseckigen Bio-Siegel „nach EG-Öko-Verordnung“ ist außerdem die Zugabe von bestimmten Aromastoffen erlaubt.

Grundsätzlich ist es daher sinnvoll, sich auch einmal das Kleingedruckte in der Zutatenliste der Erfrischungsgetränke anzuschauen. Aroma- und Zusatzstoffe müssen auf jeden Fall genannt werden. Und Zucker verbirgt sich häufig hinter den Bezeichnungen Glukose, Fruktose, Sirup oder einfach Kohlenhydrate.

Wasser: der ideale Durstlöscher

Generell gilt: Wer seinen Durst ohne Zucker und Zusatzstoffe löschen will, für den ist Wasser das ideale Getränk. Dabei spielt es keine Rolle, ob man zu abgefülltem Wasser oder gewöhnlichem Trinkwasser greift. Beides wird in Deutschland streng kontrolliert. Wer lieber zu in Flaschen abgefülltem Wasser greift, sollte jedoch wissen: Nur die Bezeichnung Mineralwasser garantiert die Herkunft aus einer besonderen Quelle. Beim so genannten Tafelwasser handelt es sich um nichts anderes als gewöhnliches Trinkwasser, das in Flaschen abgefüllt und – je nach Sorte – mit Kohlensäure versetzt wurde.

Ist Ihnen Wasser als idealer Durstlöscher auf Dauer zu langweilig, können Sie auch zu Kräuter- und Früchtetees greifen. Die enthalten keine Zusatzstoffe – und nur so viel Zucker, wie Sie selbst hineingegeben haben.