: Polyphenole: wertvolle Naturstoffe

Dass Obst und Gemüse dank ihrer Vitamine und Mineralstoffe gesund sind, ist bekannt. In den Früchten steckt jedoch noch mehr: Polyphenole. Diese Stoffe haben erhebliche gesundheitsfördernde Wirkungen.

Polyethylen, Polypropylen und Polyvinylchlorid, abgekürzt PVC, sind alles Kunststoff. Doch nicht bei jeder Substanz, die mit „poly“ beginnt, handelt es sich um einen künstlich hergestellten Stoff. Die so genannten Polyphenole bilden sich auf natürliche Art und Weise in Blättern und Früchten. Sie zählen zu den wertvollsten Inhaltsstoffen zahlreicher Pflanzen.

Denn bestimmte Polyphenole…

  • hemmen Entzündungen
  • verhindern Zellschäden, indem sie wie eine Art Staubsauger so genannte freie Radikale „einsammeln“, die Körperzellen schädigen könnten
  • vermindern Fettablagerungen in Blutgefäßen und helfen somit, der Arteriosklerose vorzubeugen
  • wirken vorbeugend gegen die Bildung von Zahnbelag und Karies, weil die Polyphenole das Wachstum schädlicher Bakterien im Mundraum hemmen
  • konnten in Studien das Wachstum bestimmter Krebszellen verlangsamen und hemmen

Zwar beschäftigt sich die Wissenschaft erst seit einigen Jahren intensiv mit den unterschiedlichen Polyphenolen und vieles ist daher noch unerforscht. Mittlerweile ist jedoch klar, dass die Polyphenole ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften schon in sehr geringen Konzentrationen entfalten.

Schon heute gibt es daher diverse an Polyphenolen reiche Nahrungsergänzungsmittel, die eine allgemeine Gesundheitsförderung versprechen. Forscher erhoffen sich für die Zukunft jedoch insbesondere spezialisierte Wirkstoffe, die zum Beispiel die Behandlung von Tumorpatienten unterstützen könnten.

Die Dosis macht das Gift

Dabei ist die gesundheitsfördernde Wirkung der Substanzen nur ein Nebeneffekt: Denn Pflanzen bilden Polyphenole insbesondere, um sich bzw. ihre Früchte vor Schädlingen zu schützen. So ist zum Beispiel der Anteil des Polyphenols Quercetin direkt in der Schale eines Apfels besonders hoch. Das hält Fressfeinde wie Würmer oder schädliche Insekten, aber auch Schimmelpilze und Bakterien ab. Denn Quercetin ist in hoher Konzentration giftig. Dabei gilt: Die Dosis macht das Gift. Während kleine und kleinste Organismen auf minimale Mengen der Substanzen sehr empfindlich reagieren, ist die Apfelschale mit den darin enthaltenen Polyphenolen für den Menschen harmlos und sogar nützlich.

Wegen des Schutzeffekts vor Schädlingen finden sich Polyphenole überall in der Pflanzenwelt, auch in Blätter, Rinden, Kräutern und sogar im grünen Tee. Zu den wirkungsvollsten Polyphenollieferanten zählen unter anderem:

  • Granatäpfel
    Eine israelische Studie konnte zeigen: Die Polyphenole einer Granatapfelzubereitung können bei Arteriosklerose-Patienten schädliche Fettablagerungen in den Blutgefäßen deutlich abbauen. Im konkreten Fall gingen die Ablagerungen um innerhalb eines Jahres um 30 Prozent zurück. Bei einer Vergleichsgruppe nahmen sie um 6 Prozent zu.
  • Weintrauben
    Die Schale der Weinbeere ist besonders reich an Polyphenolen, wobei der Gehalt bei roten Trauben höher ist als bei weißen. Ein Großteil der Polyphenole bleibt auch beim Keltern und bei der Gärung intakt. Insbesondere Rotwein enthält somit auch Polyphenole – neben zahlreichen weiteren Produkten der Weintraube wie Traubensaft oder Traubentee.
  • Grüner Tee
    Auch Teesträucher schützen sich mit Polyphenolen. Die Substanzen bleiben sogar beim Trocknen der Blätter und dem Aufgießen mit heißem Wasser erhalten. Diverse Studien konnten somit auch zeigen, dass häufiger Teekonsum vor Herz-Kreislauf-Problemen schützt und Tumorzellen ausbremsen kann.

Neben diesen pflanzlichen Produkten finden sich Polyphenole praktisch in allen Obst- und Gemüsesorten sowie in Kräutern und Gewürzen.

Greifen Sie daher möglichst  häufig zu pflanzlichen Lebensmitteln. Bei einer vielfältigen und abwechslungsreichen Ernährung ist es ein Leichtes, den Körper mit den verschiedenen Polyphenolen in ausreichender Menge zu versorgen.