: Roh – und doch nicht gesund?

Gehackte Möhren, Paprika-Sticks oder Pesto mit rohen Tomaten: Gesund kochen heißt, Nahrung möglichst wenig zu verarbeiten. Zumindest grundsätzlich. Denn nicht alle Lebensmittel sind für den Menschen in rohem Zustand bekömmlich.

Viele gesundheitsbewusste Menschen greifen gern zu Salaten – und verarbeiten Gemüse roh. Wenn Lebensmittel nicht oder nur wenig erhitzt werden, bleiben nämlich besonders viele Vitamine und Vitalstoffe erhalten.

Hinzu kommt: Diese Art und Weise der Lebensmittelzubereitung führt in der Regel zu einer ballaststoffreicheren Ernährung. Denn Ballaststoffe sind nichts anderes als Pflanzenfasern, die bei der rohen Zubereitung meist erhalten bleiben. Sie quellen im Magen und im Darm auf, wodurch sich das Sättigungsgefühl schneller einstellt. Außerdem bewirken die Ballaststoffe, dass die eigentlichen Nährstoffe langsamer und damit gleichmäßiger vom Darm in den Blutkreislauf gelangen. Dieser Effekt hilft, Heißhungerattacken vorzubeugen.

Unterstützung der Darmflora

Nicht zuletzt spielen die Ballaststoffe auch für die Gesundheit der Darmflora eine wesentliche Rolle: Zwar sind die Pflanzenfasern für den eigentlichen menschlichen Organismus unverdaulich – nicht jedoch für die hilfreichen Mikroorganismen im Darm. Diese Mikroorganismen, also die Darmflora, produzieren dabei Stoffe, die für die Darmgesundheit wichtig sind. Je besser diese hilfreichen Mikroorganismen versorgt sind, desto besser für den Menschen.

Doch rohe Kost hat auch klare Grenzen: Folgende Lebensmittel sollten Sie in keinem Fall roh genießen:

  • Kartoffeln
    Kartoffelstärke ist im rohen Zustand nahezu unverdaulich – und damit wertlos. Hülsenfrüchte
  • Geflügel
    Vielen schmeckt Rind- oder Lammfleisch besonders gut, wenn es innen noch rosa, also nicht vollständig durchgebraten ist. Und beim Mettbrötchen oder Carpaccio kommt das Fleisch sogar roh auf den Teller. Bei Geflügelfleisch wäre das riskant: Denn Geflügel kann krankheitserregende Keime, z.B. Salmonellen, enthalten. Erst das vollständige Durchgaren tötet die Keime ab.
  • Holunder
    Als Gelee, Saft oder Glühpunsch ist Holunder sehr beliebt – und besonders reich an wertvollen Vitaminen und Mineralien. Im rohen Zustand sind die Holunderbeeren jedoch ungenießbar: In den Kernen der Beeren steckt die Substanz Sambunigrin, die Erbrechen, Durchfall und Magenbeschwerden auslösen kann. Erst durch das Erhitzen zerfällt Sambunigrin. Die Beeren werden dadurch bekömmlich.

Zum einen gibt es also Lebensmittel, die zunächst gekocht werden müssen, damit Giftstoffe oder Krankheitserreger neutralisiert werden.

Zum anderen reagiert auch jede Verdauung anders auf roh belassene Lebensmittel: Während für den einen ungekochter Blumenkohl ein Genuss ist, verursacht er beim nächsten unangenehme Blähungen. Das Erhitzen von Lebensmitteln macht sie eben auch bekömmlicher – auch wenn dabei ein Teil der wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen kann.

Achten Sie daher ganz bewusst darauf, wie Ihr Körper auf roh belassene Lebensmittel reagiert. Und greifen Sie beherzt zu Lebensmitteln, die sich als Rohkost bewährt haben. Für die meisten Menschen zählen dazu neben Salaten insbesondere Tomaten, Möhren, Rettiche, Radieschen und dergleichen.

Tipp: Wenn Sie Abwechslung in Ihre Küche bringen wollen, dann kombinieren Sie doch einmal Spaghetti & Co. mit einer rohen Tomaten- oder Kräutersoße. Dazu müssen Sie die Tomaten bzw. Kräuter lediglich fein hacken, mit etwas Öl mischen und schließlich mit den Nudeln vermengen.