: Kühlschrank-Knigge

Eier, Butter, Milch, Wurst, Gemüse, rohes Fleisch: Beim Einräumen des Kühlschranks kommt vieles häufig dorthin, wo gerade Platz ist. Dabei macht es aus Hygiene-Gesichtspunkten Sinn, hierbei mit System vorzugehen.

Es versteht sich von selbst: Leicht verderbliches gehört in den Kühlschrank. Dort hält es länger und kann in der Regel mehrere Tage problemlos aufbewahrt werden. Doch beim Einräumen machen sich die meisten Menschen in der Regel wenig Gedanken. Oft genug landen Eier, Butter, Milch, Wurst, Gemüse oder rohes Fleisch dort, wo sich gerade noch die passende Lücke findet.

Vorsicht bei bestimmten Lebensmitteln

Allerdings gibt es Lebensmittel, die von Natur aus ein höheres Risiko mit sich bringen, Krankheitserreger zu enthalten. Dazu zählen insbesondere rohes Fleisch, roher Fisch sowie Eier. In bzw. an diesen Lebensmitteln können Keime stecken, die krank machen können.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sie möglichst nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt kommen und diese möglicherweise infizieren. Das lässt sich durch eine geeignete Verpackung erzielen sowie eine spezielle Ordnung im Kühlschrank. Denn gefährliche Lebensmittelkeime, zum Beispiel Salmonellen, klettern nicht im Kühlschrank herum. Sie verbreiten sich durch Verunreinigungen, zum Beispiel wenn eine Verpackung leckt oder etwas versehentlich verschüttet wird. Und solche Verunreinigungen vollziehen sich praktisch immer von oben nach unten, der Schwerkraft folgend.

Von unten nach oben - die richtige Reihenfolge

Rohe Fleisch- und Fischwaren sollten daher immer möglichst weit unten im Kühlschrank aufbewahrt werden, rohe Eier am besten komplett separat. Das spezielle Eierfach in der Kühlschranktür ist hierfür eine gute Lösung. In der Etage über dem rohen Fleisch ist der richtige Platz für gekochte bzw. geräucherte Fleisch- und Fischprodukte. Darüber geht es mit Käse- und Milchprodukten weiter. So ist das Risiko für eine Ausbreitung von Krankheitserregern am geringsten.

Sonderfall Gemüsefach

Nach dieser Logik wäre eigentlich die oberste Etage ideal für Gemüse und Co. Denn bei Salat, Möhren etc. ist die Wahrscheinlichkeit für gefährliche Keime eher gering. Diese pflanzlichen Produkte bieten – anders als Fleisch und Eier – wenig Nährboden für eine schnelle Ausbreitung von Krankheitserregern. Dennoch befindet sich das Gemüsefach beim Kühlschrank typischerweise ganz unten. Der Grund hierfür: Baubedingt herrscht hier ein besonderes Mikroklima, in dem sich Gemüse besser hält. Diesen Vorteil gilt es natürlich zu nutzen.

Inzwischen gibt es sogar aufwändig konstruierte Kühlschränke mit mehreren Klimazonen. So ist es möglich, die unterschiedlichen Lebensmittel optimal zu lagern, was letztlich die Haltbarkeit erhöht und möglichen Krankheitserregern das Leben noch schwerer macht. Im Idealfall sind diese Klimazonen auch baulich so voneinander getrennt, dass bei leckenden Verpackungen keine Flüssigkeit übertreten kann.

Luftdicht verpackt - oder doch nicht?

Nicht immer wird es möglich sein, die ideale Reihenfolge einzuhalten. Umso wichtiger ist es daher, darauf zu achten, dass die entsprechenden Produkte so verpackt sind, dass von ihnen keine Verunreinigungen ausgehen können. Für rohes Fleisch und rohen Fisch heißt das: luftdicht. Auch Aufschnitt und Räucherfisch sollten in Frischhaltefolie eingewickelt sein. Speisereste deckt man mit Frischhaltefolie ab oder füllt sie in verschließbare Plastikdosen ab.

Doch nicht alle Lebensmittel mögen es luftdicht. Gemüse und insbesondere Pilze wollen atmen. Belässt man sie in der Verpackung oder der Einkaufstüte, können sie im Rekordtempo gammeln – bis hin zur Schimmelbildung. Gemüse legt man daher am besten unverpackt ins vorgesehene Fach. Für Pilze wiederum ist ein luftiger Korb ideal, der einen guten Platz ganz oben im Kühlschrank findet. Schüsseln sind für die Aufbewahrung von Pilzen nur zweite Wahl. In diesem Fall sollte man auf den Boden der Schüssel ein Stück Küchenkrepp legen, das das Schwitzwasser der Pilze aufsaugt. So bleiben sie länger frisch.

Hygiene durch Putzen

In jedem Fall gilt zudem: Der Kühlschrank hat beim Putzen die gleiche Aufmerksamkeit verdient wie der Rest der Küche und das Badezimmer. In der Praxis wird er jedoch oft genug vernachlässigt, schließlich erfordert eine gründliche Reinigung etwas Aufwand, weil zunächst alle Lebensmittel ausgeräumt werden müssen. Bei Untersuchungen zeigt sich jedoch immer wieder: Manche Kühlschränke sind stärker mit Mikroben belastet als Toiletten. Zum Kühlschrank-Knigge zählt daher auch die regelmäßige und konsequente Reinigung!