: Richtig Abnehmen im Frühjahr

Weihnachten liegt hinter uns und die kulinarischen Köstlichkeiten haben bei vielen Spuren auf den Hüften hinterlassen. Jetzt aber schnell die Fettpölsterchen loswerden! Das ist das Motto von "Blitzdiäten" oder "Express-Workouts", wie sie von Lifestylemagazinen beworben werden. Doch wer dauerhaft Pfunde loswerden will, sollte anderweitig aktiv werden.

Pünktlich zum Frühling soll die Figur wieder in Schuss sein. Viele bemühen sich daher jetzt darum, Fettpölsterchen, die über den Winter meist eher größer als kleiner werden, abzubauen. Und zweifelsohne ist das Frühjahr ein guter Zeitpunkt, um mögliches Übergewicht zu reduzieren. Entsprechend beschäftigen sich viele Medien jetzt einmal mehr mit Blitz-Diäten und Problemzonen-Workouts, die kurzfristigen Erfolg versprechen. Allerdings haben diese Schnell-Programme in der Regel einen großen Nachteil: Zu einer dauerhaften Verbesserung führen sie meist nicht.

Gefürchteter Jojo-Effekt

Gerade bei kurzfristigen Diäten gilt: Sobald man sie beendet, ist das Risiko für den Jojo-Effekt besonders groß. Nicht selten kommt es vor, dass der Körper dabei noch mehr Fettreservoirs anlegt als ursprünglich vorhanden waren. Der Grund: Für den Organismus sind alle Diäten, die im Wesentlichen auf einer reduzierten Nährstoff-Zufuhr basieren, quasi eine „Hungersnot“. Zwar werden dabei die eingelagerten Fettdepots abgebaut. Gleichzeitig setzt der Körper alles daran, aus der vorhandenen Nahrung möglichst viel Energie zu ziehen. Der Organismus kann schließlich nicht wissen, dass in Wirklichkeit gar keine Gefahr besteht. Er verwertet das Vorhandene daher noch intensiver. Isst man dann wieder wie früher, behält der Körper die intensivierte Energieausbeute jedoch häufig bei. Die Folge: Die soeben abgebauten Fettdepots füllen sich häufig schneller, als sie sich je leeren konnten. Der Körper nutzt den vorhandenen Nahrungsüberfluss gezielt, um Reserven anzulegen: Schließlich gilt es sich vorzubereiten für die nächste mögliche „Hungersnot“.

Die typischen Problemzonen-Workouts wiederum sind ebenfalls nicht die allein selig machende Strategie, um Fettdepots abschmelzen zu lassen. Denn diese Workouts können im Wesentlichen nur die Muskeln der entsprechenden Körperregion kräftigen. Das ist zwar nicht verkehrt – und häufig trägt es dazu bei, dass die Körperform an der entsprechenden Stelle etwas straffer wird. In Fettzellen eingelagerte Energiereserven werden dabei jedoch kaum abgebaut und schon gar nicht gezielt genau dort, wo sie möglicherweise am meisten stören. Schließlich bestimmen unsere Gene darüber, wo der Körper Depots für Energiereserven anlegt und nicht, welche Muskeln man besonders intensiv trainiert.

Das Ziel: eine ausgeglichene Energiebilanz

Um dauerhaft Körpergewicht zu reduzieren ist stattdessen eine dauerhafte Umstellung des Lebensstils notwendig. Im Wesentlichen geht es darum, für eine ausgeglichene Energiebilanz zu sorgen, also dafür, dass der Körper so viel Energie verbraucht, wie er durch die Nahrung zugeführt bekommt. Da der technische Fortschritt dazu geführt hat, dass wir kaum noch körperlich arbeiten und für die meisten Wege motorgetriebene Fahrzeuge nutzen, herrscht in den modernen Gesellschaften quasi Bewegungsmangel. Gerade durch etwas mehr Bewegung – sei es im Alltag oder in der Freizeit – ist es leicht möglich, die Energiebilanz wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Jedes dauerhaft angelegte Sportprogramm führt somit zu weitaus besseren und vor allem nachhaltigeren Erfolgen als unterschiedlichste Diäten. Ideal sind Ausdauersportarten wie Jogging, Schwimmen oder Radfahren. Selbstverständlich ist ein gezielter Muskelaufbau dennoch sinnvoll. Denn je kräftiger die Muskulatur, desto besser ist auch das Bindegewebe in Schuss, was wiederum ebenfalls der Figur zu Gute kommt. Außerdem gilt: Je höher der Anteil der Muskelmasse am Körpergewicht, desto höher der Grundumsatz – und damit der Energieverbrauch.

Ernährungsumstellung statt Diät

Zusätzlich sollte man auch einen Blick auf seine Ernährungsgewohnheiten werfen und sie gegebenenfalls ändern. Hier geht es jedoch nicht um das reines Kalorienzählen. Vielmehr gilt es, darauf zu achten, wie diese Kalorien „verpackt“ sind. Vollkornprodukte beispielsweise werden aufgrund der vielen Ballaststoffe vom Darm langsamer verdaut als Weißbrot, Kuchen und Süßigkeiten. Die Energieaufnahme verzögert sich und wird dadurch gleichmäßiger. Die Folge: Das Sättigungsgefühl hält länger an. Es kommt nicht so schnell zu Heißhungerattacken. Den gleichen Effekt haben Gemüse, Salate etc.

Auch bei den Fetten gilt: Es kommt nicht nur auf die Energiemenge an. Gerade die molekulare Struktur der Fettsäuren hat großen Einfluss darauf, wie viel davon der Körper in Depots einlagert. Grundsätzlich gilt: Hochwertige und sortenreine Pflanzenfette, also zum Beispiel Olivenöl, Distelöl, Kürbiskernöl etc. sind vorteilhafter als tierische und industriell gehärtete Fette.

Der ideale Weg zur Bikini-Figur ist also eine dauerhafte Kombination aus Sportprogramm und Ernährungsumstellung. Und das funktioniert, ohne hungern zu müssen.