: Plädoyer fürs Stillen

Die Muttermilch ist der beste und natürlichste Hunger- bzw. Durstlöscher für Säuglinge. In ihr steckt alles drin, was das Neugeborene braucht. Weit weniger bekannt ist jedoch: Das Stillen ist auch für die Mutter sehr gesund.

Muttermilch ist und bleibt die beste Nahrung für ein Neugeborenes. Zwar ist es mittlerweile möglich, die einzelnen Inhaltsstoffe zu einem erheblichen Teil originalgetreu zusammenzustellen. Dennoch ist das Original der Kopie immer vorzuziehen. Denn zahlreiche Untersuchungen belegen: Gestillte Kinder sind im Schnitt gesünder und auf vielfältige Weise besser auf die Herausforderungen des Lebens vorbereitet - schon als Baby, aber auch im späteren Lebensverlauf.

Macht Stillen schlau?

Bemerkenswert ist insbesondere eine Studie der Brown University in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island. Demnach haben Kinder, die in den ersten drei Monaten gestillt worden sind, deutlich mehr so genannte weiße Gehirnsubstanz als Kinder, die von Anbeginn das Fläschchen bekamen. Diese weiße Gehirnsubstanz besteht zu einem bedeutenden Teil aus langen Nervenfasern, die wichtig sind für die Vernetzung unterschiedlicher Gehirnareale. Wenig überraschend ist daher auch, dass die gestillten Kinder im Alter von drei bis vier Jahren auch bei verschiedenen Tests besser abschnitten. Insbesondere waren sie bei der Sprachentwicklung, der Wahrnehmung und auch bei Bewegungsaufgaben im Vorteil.

Zwar lässt sich nicht direkt daraus ableiten, dass Kinder durch das Stillen schlauer werden. Allerdings bringt die Muttermilch auch für die Gehirnentwicklung offenbar deutliche Vorteile, wodurch die Startposition fürs weitere Leben zweifellos eine bessere ist.

Vorteil fürs Immunsystem

Auch das Immunsystem profitiert von der Muttermilch. So ist sich die Wissenschaft mittlerweile sicher: Gestillte Kinder entwickeln deutlich seltener Nahrungsunverträglichkeiten oder Allergien. Das liegt daran, dass der Stillvorgang an sich eben gerade nicht unter völlig keimfreien Bedingungen statt findet, sondern dass beim Säugen ganz bestimmte, nützliche Mikroben in den Darm der Neugeborenen gelangen. Diese Mikroben unterstützen dort den Aufbau einer gesunden Darmflora. Sie besiedeln die noch sehr durchlässige Darmschleimhaut - und bilden eine Art Schutzfilm. Schädliche und auch allergieauslösende Stoffe können so schwerer in den Körper gelangen.

Nicht zuletzt die körperliche Leistungsfähigkeit wird durch das Stillen begünstigt - und dabei gilt: Je länger die Kinder die Brust erhalten, desto besser. So zeigte eine Untersuchung der Universität Bristol an 9- bis 15-Jährigen: Je länger gestillt wurde, desto gesünder war das Herz. Auch der Blutdruck war deutlich niedriger als bei Kindern, die teilweise oder ausschließlich fertige Babynahrung erhielten.

Gesündere und schlankere Mütter

Doch nicht nur die Kinder profitieren auf vielfältige Art und Weise vom Stillen - auch die Mütter! So senkt das Stillen insbesondere das Risiko einer späteren Diabetes-Erkrankung der Frau. Eine Studie konnte sogar zeigen, dass diese Schutzwirkung bei Müttern, die mindestens zwei Kindern über einen Zeitraum von einem Jahr die Brust gegeben haben, bis zu 15 Jahre lang anhält.

Der Hintergrund: Stillen benötigt reichlich Energie. Und die wird zu einem nicht unerheblichen Teil aus Fettzellen gewonnen. Der positive Effekt für Gesundheit und Figur: Mütter nehmen durch das Stillen nach der Geburt leichter wieder ab - und können durch den sich dabei vollziehenden Abbau von Fettzellen im weiteren Verlauf die schlanke Linie deutlich leichter halten.

Umständliche Flaschenernährung

Stillen hat somit im Vergleich zur Flaschennahrung aus gesundheitlicher Sicht nur Vorteile - und ist zudem praktisch: Wenn das Baby hungrig bzw. durstig ist, muss die Mutter nur die Brust geben - und nicht erst ein Fläschchen zubereiten. Und dabei gilt: Muttermilch ist immer richtig temperiert.

Wer kann, sollte daher immer die Brust geben. Und sollte es mit dem Stillen zunächst nicht klappen, lohnt es sich, diese Probleme mit der Hebamme oder dem Arzt zu besprechen. Wenn das Neugeborene beispielsweise nicht richtig saugt, liegt das in vielen Fällen daran, dass es die Brustwarze nicht richtig zu fassen bekommt. Eine oft nur leicht veränderte Haltung beim Stillen kann da Wunder bewirken. Auch gereizte Brustwarzen sind oft die Folge einer ungünstigen Saugposition.

Kommt es zu einem schmerzhaften Milchstau in der Brust, wurden nicht alle Milchkanäle entleert. Sie verstopfen quasi. Begünstigt wird dies u.a. durch einen unregelmäßigen Still-Rhythmus. Bei ersten Beschwerden ist es daher oft am besten, das Kind anzulegen - auch wenn sich das zunächst unangenehm anfühlt. Auch sanfte Massagen und warme Duschen helfen, solch eine Blockade aufzulösen. Hält der Milchstau jedoch an und kommt es infolge dessen zu einer Entzündung, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

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