: Auch bei Kindern: Erkältung unbedingt auskurieren

Herbstzeit ist Schnupfenzeit – gerade auch bei Kindern. Doch der Bewegungsdrang sorgt immer wieder dafür, dass Erkältungen nicht richtig ausgeheilt werden. Eltern sollten daher bei einer Erkrankung eine Atmosphäre der Ruhe schaffen.

Die meisten Kinder sind nicht besonders gut darin, über längere Zeit ruhig zu sitzen bzw. zu liegen. Gerade auch bei einem grippalen Infekt kommt es immer wieder vor, dass Kinder sich langweilen und infolge dessen zu früh wieder herumtoben. Doch das ist nicht unproblematisch.

Verschleppen und Überinfektion vermeiden

Denn wird eine Erkältung nicht richtig auskuriert, kann sie verschleppt werden. Infolge dessen kann es zu einer so genannten bakterielle Überinfektion im Nasen- und Rachenraum kommen. Das heißt konkret: Zusätzlich zum ursprünglichen Infekt, der durch Erkältungsviren ausgelöst wurde, breiten sich nun noch krankmachende Bakterien aus. Das Immunsystem wird doppelt belastet. Verlagert sich die Erkrankung weiter, droht eine Bronchitis oder sogar eine Lungenentzündung. Und in seltenen Fällen kann es auch zu einer Herzmuskelentzündung kommen.

Um das zu verhindern, ist vor allem Ruhe gefragt. Bei einem grippalen Infekt läuft die Körperabwehr auf Hochtouren. Eine zusätzliche Belastung des Organismus durch Sport oder Spiel gilt es unbedingt zu vermeiden, damit das Immunsystem „volle Leistung“ bringen kann. Doch während manche Kinder sich schon bei einer leichten Erkältung von selbst in eine ruhige Ecke verkriechen oder sehr kuschelbedürftig werden, schalten andere keinen Gang zurück.

Hier sollten Eltern aktiv werden und mit den folgenden Maßnahmen eine Atmosphäre der Ruhe schaffen:

Vorlesen – der Klassiker fürs Krankenbett

Egal, ob Grimms Märchen oder moderne Kindergeschichten: Beim Vorlesen kommen meist alle Jungen und Mädchen zur Ruhe. Dafür sorgt nicht nur die spannende Geschichte, sondern auch die ungeteilte Aufmerksamkeit durch den Erwachsenen. Denn das Vorlesen hat eine starke soziale Wirkung. Schließlich signalisiert man dabei unbewusst seiner Tochter bzw. seinem Sohn: Ich nehme mir Zeit für Dich und bin für Dich da!

Geschichten aus der Konserve – warum nicht?

Selbstverständlich ist das Vorlesen aus zeitlichen Gründen nicht immer möglich. Aber zum Glück gibt es technische Hilfsmittel wie CD- und MP3-Player – und zahlreiche spannende Hörspiele für jede Altersgruppe. Eine gute Geschichte fesselt jedes Kind – auch bei mehrmaligem Hören. Gerade während einer Krankheit können diese sich als regelrechte Wunderwaffe entpuppen, um das Kind im Bett bzw. einigermaßen ruhig zu halten.

Brett- und Gesellschaftsspiele

Nicht jede Erkrankung verlangt strikte Bettruhe. Gerade bei einem eher leicht verlaufenden grippalen Infekt macht es keinen Sinn, die Kinder ins Bett zwingen zu wollen. Dann sind Aktivitäten gefragt, die zwar für Spannung und Abwechslung sorgen, jedoch nicht zu körperlicher Aktivität anregen. Dazu zählen Brett- und Gesellschaftsspiele. Egal ob „Fang den Hut“ oder „Mau-Mau“. Diese Spiele sind ein bewährtes Mittel, um Kinder vom Toben abzuhalten.

Malen und Basteln

Auch beim Malen und Basteln können die meisten Kinder gut zur Ruhe kommen. Der Vorteil: Diesen Dingen kann ein Kind auch ohne Spielpartner nachgehen. Gegebenenfalls ist es hierbei sinnvoll, gemeinsam mit dem Kind ein Projekt bzw. eine Bastelarbeit zu beginnen. Oft genug zeigt sich dann: Ist erst einmal ein Anfang gemacht, vertiefen sich die Kinder wie von selbst in die Arbeit, so dass sie über einen längeren Zeitraum ganz alleine ihrer Kreativität freien Lauf geben.

Computerspiele – in Maßen erlaubt

Stundenlanges Spielen am Computer zählt zu den Aktivitäten, die Erzieher, Pädagogen und Kinderärzte zu Recht als problematisch einstufen. Sorgen doch Computerspiele allzu häufig dafür, dass es zum Bewegungsmangel bei Kindern kommt. In Phasen der Krankheit können PC und Konsole aber durchaus sinnvoll sein, gerade wenn es darum geht, für körperliche Ruhe zu sorgen. Hierbei gilt es, das richtige Maß zu finden.

Entscheidend für das vollständige Auskurieren einer Erkrankung ist letztlich auch, dass die Kinder nicht zu früh in den Kindergarten oder in die Schule geschickt werden. Denn dort ist es noch schwieriger als zu Hause, den Organismus entsprechend zu schonen.

Bei Erkältungskrankheiten und Co. gilt daher: Das Kind sollte mindestens einen Tag fieberfrei sein, bevor es wieder in die Schule und den Kindergarten geht.