: Familienspiele im Wald

Kinder haben von Natur aus einen hohen Bewegungsdrang. Dennoch haben sie oft keine Lust, sich mit Erwachsenen draußen zu bewegen. Spielerische Ausflüge in die Natur schaffen da Abhilfe.

Der Bewegungsdrang ist bei Kindern häufig nur schwer zu bremsen. Und oft genug kann er zu einem Störfaktor werden, z.B. beim Essen oder während einer längeren Reise im Auto. Umso erstaunlicher ist es, dass sich immer wieder regelrechte Zappelphilips in Stubenhocker verwandeln, wenn man mit der Familie am Wochenende einen Ausflug in die Natur machen möchte.

Unterschiedliche Bewegungsbedürfnisse bei Kindern und Erwachsenen

Gerade beim Thema „Spazierengehen“ ziehen Kinder schnell lange Gesichter. Spazierengehen finden sie meist langweilig – in der Stadt sowieso, aber auch in der freien Natur und im Wald. Der Grund hierfür: Zwar bewegt man sich beim Spazierengehen auch – aber eben gemächlich und sehr gleichförmig. Und genau das entspricht eher nicht dem kindlichen Bewegungsbedürfnis. Denn wenn diese – zum Beispiel auf dem Spielplatz – in Bewegung sind, ändern sie eigentlich laufend Richtung, Tempo und Art der Bewegung. Diese Dynamik in der kindlichen Bewegung ist offensichtlich genetisch angelegt und hilft, die motorischen Fähigkeiten vielfältig zu entwickeln.

Wer also mit Kindern einen Ausflug ins Grüne plant, sollte von vornherein auf einen spielerischen Charakter achten. Mit den richtigen Spielideen wird auch aus einem gewöhnlichen Wald mit einfachen Mitteln ein großer Spielplatz.

Zapfenwerfen: der Weg wird zum Spiel

Dieses Spiel ist gut geeignet, um etwas Abwechslung in das Gehen im Wald zu bringen. Dazu sucht jeder Spieler einen Zapfen. Sobald jeder fündig geworden ist, stellen sich alle auf dem Weg in einer Linie auf. Nun wird in die Richtung geworfen, in die man gehen möchte. Wenn alle geworfen haben, geht man los und sammelt seinen Zapfen ein. Und sobald alle ihre Zapfen erreicht haben, folgt der nächste Wurf. Gewinner ist der, der am häufigsten den weitesten Wurf erzielen konnte.

Um etwas Abwechslung in dieses Spiel zu bringen, bietet es sich an, zwischendurch einen Zielwurf einzubauen. Das kann ein beliebiger Gegenstand am Wegesrand sein. Oder noch besser: Jemand wirft seinen Zapfen auf den Weg voraus – und die anderen müssen mit ihren Zapfen nun versuchen, möglichst nahe zu kommen.

Schnitzeljagd und Schatzsuche

Selbstverständlich macht es auch Sinn, nicht nur den Weg zum Spiel zu machen, sondern den Ausflug an sich. Das ist z.B. mit einer Schnitzeljagd oder einer Schatzsuche möglich, für die sich auch ältere Kinder meist leicht begeistern lassen. Die Regeln der klassischen Schnitzeljagd kennt wahrscheinlich jeder: Es werden zwei Gruppen gebildet. Die erste geht mit etwas Zeitvorsprung voraus und legt bei jeder Kreuzung zahlreiche Fährten. Diese werden mit Pfeilen aus Kreide oder auch Stöcken auf dem Weg markiert. Doch nur eine Fährte ist die richtige, die anderen enden im Nichts. Die zweite Gruppe folgt mit Zeitabstand und muss die erste aufspüren. Die Schnitzeljagd lässt sich im Schwierigkeitsgrad vielfach variieren, abhängig vom Gelände, der Anzahl der gelegten falschen Fährten und der anvisierten Streckendauer. Wer möchte, kann am Zielpunkt einen Schatz verstecken, beispielsweise eine Kiste mit Süßigkeiten. Die erste Gruppe versteckt sich in der Nähe des Zieles und beobachtet die zweite bei ihren Bemühungen.

Allerdings funktioniert die Schnitzeljagd nur, wenn die beiden Gruppen nicht zu klein sind. Schließlich müssen die einzelnen Fährten gelegt bzw. überprüft werden – und das muss parallel geschehen. Bei Kreuzungen mit drei oder vier Abzweigungen sind also entsprechend viele Personen notwendig.

Ist die Gruppe insgesamt zu klein, ist eine einfache Schatzsuche die Alternative. Dazu versteckt eine Person – meist ein Erwachsener – den Schatz an einer bestimmten Stelle, zeichnet anschließend eine Schatzkarte, auf der der Weg und herausragende Merkmale markiert sind, z.B. auffällige Bäume, Weggabelungen, Bänke, Grillstellen etc. Die Karte wird nun übergeben und die Gruppe macht sich auf den Weg. Selbstverständlich muss die Person, die den Schatz versteckt hat, mitkommen und ggf. Hilfestellungen geben.

Pause mit Spiel

Hat man bei einem Ausflug im Wald den Ort erreicht, wo man Pause machen möchte, kann ebenfalls das Bedürfnis nach einem Spiel aufkommen. Für solche Situationen geeignete Spiele sind der Klassiker „Bäumchen wechsle Dich!“ oder das „Riesenmikado“.

Insbesondere „Bäumchen wechsle Dich!“ funktioniert gut mit kleineren Kindern. Dabei stehen alle, bis auf den Fänger, an einem Baum. So lange sie den Baum berühren, können sie nicht gefangen werden. Doch sobald der Fänger ruft „Bäumchen wechsle Dich!“ muss jeder seinen sicheren Baum verlassen und einen neuen suchen. Während des Wechsels hat der Fänger nun die Chance, sich zu befreien – indem er einen der anderen berührt, der dann zum Fänger wird. Damit es für den Fänger nicht zu einfach wird, muss er vor dem Rufen einen Mindestabstand zu den anderen einhalten, z.B. fünf Schritte.

Eine Alternative ist das „Riesenmikado“ – quasi die Outdoor-Variante des beliebten Klassikers aus der Spielesammlung. Schon die Vorbereitung dürfte bei den meisten Kindern für gute Laune sorgen. Denn es geht darum, möglichst gleich lange Äste bzw. Stöcke zu sammeln, je gerader, desto besser. Die werden dann von Seitenästen und Verzweigungen befreit. Hat man eine ausreichende Anzahl von Ästen gesammelt, werden diese aufeinandergeschichtet. Ziel ist es, aus dem Haufen so viele Äste wie möglich herauszunehmen, ohne dass sich die anderen bewegen.