: Kinderschminke – aber sicher!

Kinder lieben es, sich das Gesicht bunt schminken zu lassen – gerade zur Faschingszeit. Doch leider zeigen Untersuchungen: Nicht immer sind die Produkte so frei von Schadstoffen, wie sie sein sollten. Doch es gibt Alternativen. 

Längst hat sich Fasching im Festtagskalender der Kindergärten und Schulen auch jenseits der Karnevalshochburgen etabliert. Gefeiert wird bis zu einer gewissen Altersstufe praktisch überall – und zentraler Bestandteil ist die Verkleidung. Doch egal, ob man sich als Clown, Marienkäfer, Vampir oder Indianer kostümiert: Perfekt ist die Verkleidung erst dann, wenn das Gesicht passend dazu geschminkt wird.

Gerade zur Faschingszeit wird daher in vielen Drogerie- und Supermärkten spezielle Kinder- oder Karnevalsschminke angeboten. Nur zeigten Untersuchungen in der Vergangenheit: In den farbenfrohen und meist recht günstig angebotenen Produkten stecken mitunter gesundheitsschädliche Substanzen. So entdeckte die Zeitschrift Ökotest krebserregende Konservierungsstoffe und krebsverdächtige polyzyklische Kohlenwasserstoffe sowie erhöhte Chrom- und Nickelkonzentrationen, die eine Kontaktallergie auslösen können. Ein ähnliches Problem gab es schon bei speziellen Schminkstiften für Fußballfans, mit denen man sich beispielsweise die Deutschlandfarben auf die Wangen malen kann. Solche Produkte wurden in den letzten Jahren beanstandet und von den Behörden aus dem Verkehr gezogen. Der Grund: Sie enthielten den Farbstoff Lackrot (CI 15585) – eine Substanz, die schon seit 1993 für kosmetische Anwendungen in der gesamten Europäischen Union verboten ist.

Alternative: wasserlösliche Theaterschminke

Das heißt aber nicht, dass man auf den Schminkspaß komplett verzichten muss. So stehen professionelle und gut erprobte Produkte aus dem Theaterbereich zur Verfügung. Diese Theaterschminke ist wasserlöslich, haftet aber dennoch gut für einen längeren Zeitraum auf der Haut. Sie ist in Tuschkästen – ähnlich gewöhnlicher Wasserfarben – erhältlich. Auftragen lässt sie sich mit einem feuchten Pinsel. Aber auch spezielle Schminkstifte auf wasserlöslicher Basis, wie sie im Naturkosmetik-Handel erhältlich sind, stellen eine Alternative dar. Beide Produkte lassen sich nach der Feier problemlos mit einem Waschlappen oder einem feuchten Tuch abwaschen. Einziger Wermutstropfen: Diese Produkte sind nicht zum Discounter-Preis erhältlich.

Lebensmittelfarben selbst anrühren

Eine preiswerte Alternative ist es, bunte Schminke einfach selbst herzustellen – und zwar aus Babycreme, Babypuder und etwas Lebensmittelfarbe. Funktionieren Sie dazu einfach eine gebrauchte Eierpappe zu einer Schminkpalette um und geben Sie, je nachdem, wie viele Farben Sie benötigen, jeweils etwa einen Teelöffel Creme in die Vertiefungen. Rühren Sie nun Babypuder ein, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist sowie die Lebensmittelfarbe, von der Sie meist nur wenige Spritzer benötigen. Diese fettlösliche Schminke können Sie im Anschluss gut mit einer milden Seife wieder abwaschen.

Mamas Kosmetik – warum nicht

Nicht nur Kinder schminken sich gerne. Auch für die meisten Frauen ist das alltäglich. So liegt der Gedanke nahe, dass man dieselben Produkte auch für Fasching & Co. quasi zweckentfremden könnte. Auch mit Lippenstift und Kajal lassen sich die Wangen verzieren. Diese kosmetischen Produkte für den Alltag unterliegen strengen Auflagen – und sind daher in der Regel unproblematisch.

In jedem Fall gilt: Achten Sie beim Einkauf von bunten Schminkprodukten immer auf die Inhaltsstoffe. Je ausführlicher diese aufgeschlüsselt sind, desto weniger hat der Hersteller zu verbergen. So sollten unbedingt die jeweils verwendeten Farbstoffe mit ihrer CI-Kennzeichnung genannt sein.

Hautirritationen vermeiden

Unabhängig davon ist es möglich, dass die Schminke ganz individuell nicht vertragen wird und es zu Hautirritationen kommt. Gerade bei fettlöslichen Produkten ist es möglich, dass die Hautporen quasi „verstopft“ werden, was Akne etc. begünstigt. Abhilfe ist meist möglich, indem man die Haut vor dem Schminken mit einer Creme eincremt, die man gut verträgt.

Auch Kontaktallergien sind nicht auszuschließen. Deswegen ist es sinnvoll, die Schminke zunächst an einer anderen Hautstelle unauffällig zu testen, zum Beispiel in der Armbeuge. Das sollte man bereits mehrere Tage vor dem eigentlichen Fest tun, da solche Allergien sich häufig erst mit etwas Verzögerung bemerkbar machen.