: Lästige Läuse

Egal ob im Kindergarten oder in der Schule: Eltern werden immer wieder mit Läusen konfrontiert. Doch für Panik gibt es keinen Grund. Die Parasiten sind zwar lästig, aber bei richtiger Behandlung harmlos.

Wer Kinder hat, muss damit rechnen, mit Läusen konfrontiert zu werden. Denn Kopflausbefall ist in Deutschland die häufigste parasitäre Infektion im Kindesalter – und nach den Erkältungskrankheiten die häufigste Infektionskrankheit. Obwohl Läuseplagen längst nicht so häufig auftreten wie Schnupfen, Husten, Heiserkeit, sind sie dennoch Alltag an deutschen Schulen und Kindergärten.

Keine bedrohliche Infektion

Doch eine Läuseplage lässt sich leicht in den Griff bekommen. Es gibt überhaupt keinen Grund für panische Reaktionen, wenn man die Plagegeister entdeckt. Auch Auswirkungen auf die Gesundheit sind nicht zu erwarten, wenn man konsequent gegen die Parasiten vorgeht – zumal Kopfläuse hierzulande nicht als Überträger von Krankheitserregern in Erscheinung treten.

Allerdings sollte man mit einem Läusebefall auch nicht nachlässig umgehen. Denn die Parasiten ernähren sich bekanntlich vom Blut in der Kopfhaut. Infolgedessen kommt es – wie bei einem Mückenstich – zu stark juckenden Papeln. Der Juckreiz bewirkt, dass wir uns kratzen, was wiederum dazu führen kann, dass wir mit unseren Fingernägeln die Kopfhaut verletzen. Entsprechende Stellen können sich entzünden – und sind ein Einfallstor für krank machende Bakterien, die in der Umwelt präsent sind, darunter Streptokokken und Staphylokokken.

Parasiten ausmerzen

Da Kopfläuse dauerhaft jedoch nur auf dem Kopf überleben können und die Infektion somit immer lokal begrenzt ist, kann man die Parasiten gut ausmerzen. Allerdings machen es die kleinen Plagegeister einem nicht gerade einfach. Denn Läuse legen Eier, die sie an den Haaren fixieren. Und aus diesen Eiern schlüpft nach wenigen Tagen der Nachwuchs. Idealerweise muss man also sowohl die ausgewachsenen Tiere als auch den Nachwuchs erwischen. Dazu gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: das wiederholte Waschen der Haare mit einem Mittel, das Tiere und am besten auch die Larven in den Eiern sicher absterben lässt, bzw. das konsequente Herauskämmen der Läuse mit einem Läusekamm.

Chemische oder physikalische Keule?

Früher war es üblich, den Läusen mit der chemischen Keule zu begegnen. Dazu wurden die Haare mit einer Tinktur getränkt, die einen Wirkstoff enthält, der die Nerven der Läuse angreift und somit toxisch wirkt. Faktisch handelt es sich hierbei um Insektizide. Diese Behandlungsmethode hat jedoch drei erhebliche Nachteile: Erstens: Nur wenige Insektizide  wirken sicher auf die Lauseier, so dass die Behandlung mehrfach durchgeführt werden muss. Zweitens: In bestimmten Regionen der Erde haben sich Lauspopulationen entwickelt, die gegen diese Gifte resistent sind, Tendenz steigend. Und drittens: Die Insektizide können auch dem Menschen schaden, was insbesondere problematisch sein kann, wenn die Kopfhaut aufgekratzt ist.

Doch es gibt mittlerweile Mittel, die die Läuse physikalisch bekämpfen. Konkret handelt es sich um ölige Substanzen, die aufgrund ihrer physikalischen Beschaffenheit hervorragend in der Lage sind, Oberflächen zu benetzen und mikroskopisch winzige Öffnungen zu schließen. Faktisch verstopfen diese Mittel die Atemöffnungen der Läuse. Die Parasiten ersticken dann innerhalb weniger Minuten. Und da nicht, wie bei den chemischen wirkenden Substanzen, einzelne Körperzellen angegriffen werden, sondern die lebensnotwendige Sauerstoffzufuhr der Parasiten komplett blockiert wird, ist eine Ausbildung von Resistenzen praktisch ausgeschlossen. Ein weiterer Vorteil: Diese Stoffe sind für den Menschen nicht giftig. Allerdings ist die Wirkung auf Lauseier nicht eindeutig belegt, so dass auch hier eine Wiederholung der Behandlung entscheidend ist.

Konsequent mit dem Läusekamm

Als sehr effektive Behandlungsmethode hat sich auch das konsequente Herauskämmen mit einem speziellen Läusekamm herausgestellt. Solch ein Kamm verfügt über Zinken, die absolut parallel stehen und einen maximalen Zinkenabstand von 0,2 mm haben. Damit erwischt man zuverlässig jede Laus. Entscheidend beim Kämmen ist allerdings, dass man keine Haarpartien auslässt. Und auch hierbei gilt: Die in den Eiern heranreifenden Larven erwischt man so nicht. Um auch frisch geschlüpfte Läuse zu eliminieren, muss man die Behandlung regelmäßig wiederholen – mindestens zwei bis dreimal wöchentlich über einen Zeitraum von vier Wochen.

Selbstverständlich ist es sinnvoll, diese Methoden miteinander zu kombinieren. Denn sollte die ein oder andere Laus wider Erwartens die Behandlung mit der chemischen oder physikalischen Keule überleben, stehen die Chancen gut, sie im Anschluss mit dem Läusekamm zu erwischen.

Übrigens: Läuse können ausschließlich auf der Kopfhaut überleben. Textile Oberflächen sind für die Parasiten genauso wenig geeignet wie glatte Böden. Erhalten sie keinen Blutnachschub, verhungern sie spätestens nach einem Tag. Aus diesem Grund verlassen die Tiere auch niemals freiwillig ihren Lebensraum: den menschlichen Kopf. Eine Ansteckung ist daher nur bei sehr engem Kopfkontakt möglich – und nicht über angeblich verseuchte Mützen, Kopfkissen, Nackenstützen etc.

Ammenmärchen verseuchte Kleidung

Tatsächlich zeigen konkrete wissenschaftliche Forschungen immer wieder: Auch bei schwer mit Läusen befallenen Personen finden sich die Parasiten praktisch nie in der Kleidung – und nur extrem vereinzelt im Bett. Dass man bei einem Läusebefall alle Textilien einer Behandlung unterziehen muss, gehört somit zu den Ammenmärchen. Einzig entscheidend für den Behandlungserfolg ist es, die Parasiten auf dem Kopf zu eliminieren.

Ebenfalls zu den Ammenmärchen zählt die Annahme, dass die Häufigkeit des Haarewaschens oder die soziale Zugehörigkeit den Läusebefall beeinflusst. In Deutschland treten Läuse in allen Bevölkerungsschichten praktisch gleich häufig auf – und sind schon seit langem kein Anzeichen mehr für Armut oder unhygienische Lebensverhältnisse.

Es gibt also überhaupt keinen Grund für Scham oder ähnliche Gefühle, wenn die Kinder von Läusen befallen sind.

Computerspiele – in Maßen erlaubt

Stundenlanges Spielen am Computer zählt zu den Aktivitäten, die Erzieher, Pädagogen und Kinderärzte zu Recht als problematisch einstufen. Sorgen doch Computerspiele allzu häufig dafür, dass es zum Bewegungsmangel bei Kindern kommt. In Phasen der Krankheit können PC und Konsole aber durchaus sinnvoll sein, gerade wenn es darum geht, für körperliche Ruhe zu sorgen. Hierbei gilt es, das richtige Maß zu finden.

Entscheidend für das vollständige Auskurieren einer Erkrankung ist letztlich auch, dass die Kinder nicht zu früh in den Kindergarten oder in die Schule geschickt werden. Denn dort ist es noch schwieriger als zu Hause, den Organismus entsprechend zu schonen.

Bei Erkältungskrankheiten und Co. gilt daher: Das Kind sollte mindestens einen Tag fieberfrei sein, bevor es wieder in die Schule und den Kindergarten geht.