: Richtig vorbeugen für ein gesundes Herz

Plötzlicher Herztod, Schlaganfall, Herzinfarkt: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor Todesursache Nummer eins. Umso wichtiger ist es, diesen Erkrankungen mit Hilfe eines gesunden Lebensstils vorzubeugen. Hier finden Sie geeignete Hinweise und Anregungen.

Noch vor Krebs sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen Todesursache Nummer eins, nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Industrienationen. Die Erkrankungen stehen im direkten Zusammenhang mit dem eigenen Lebensstil und können so in Verlauf und Schwere von Ihnen direkt beeinflusst werden. Häufig ist ein krankes Herz nicht als Schicksal zu betrachten, sondern eine Folge des eigenen Verhaltens. Das ist eigentlich eine gute Nachricht, schließlich lässt sich das eigene Verhalten vergleichsweise leicht ändern. Was können Sie konkret tun, um Herzerkrankungen vorzubeugen?

Rauchstopp, so schnell wie möglich!

Das Rauchen der Gesundheit schadet, ist hinlänglich bekannt. Doch bei den schädlichen Folgen denken die meisten zunächst an Lungenkrebs. Dabei sind die Folgen für das Herz-Kreislauf-System nicht minder fatal. Die giftigen Stoffe aus dem Tabakrauch schädigen den Herzmuskel und die Blutgefäße, denn sie machen das Blut durch vermehrte Bildung von Hämoglobin, den roten Blutkörperchen, welche den Körper mit Sauerstoff versorgen, zähflüssiger. Außerdem steigern sieden Blutdruck (aufgrund der kurzzeitigen Verengung der Blutgefäße) und verstärken bereits bestehende schlechte Cholesterinwerte. Das gilt auch für Passivraucher! Ein Rauchstopp senkt das Herzinfarktrisiko deutlich. Schon nach einer Woche reduziert sich der Blutdruck – und nach etwa zwei Jahren hat sich das Herz-Kreislauf-System weitgehend regeneriert. Das Risiko für Herzerkrankungen ist dann nur noch unwesentlich größer als bei Nichtrauchern. Die Deutsche Herzstiftung sagt sogar: „Jede Zigarette verkürzt das Leben um acht Minuten.“ Also höchste Zeit mit dem Rauchen aufzuhören.

Weniger Alkohol

Alkoholkonsum führt unter Umständen zum Anstieg des Blutdrucks. Der Herzschlag kann sich beschleunigen. Zusätzlich werden Herzrhythmusstörungen wahrscheinlicher. Hinzu kommt: Alkohol ist ein Zellgift und kann auch so ganz direkt den Blutgefäßen und dem Herzmuskel schaden. Zwar ist bei gesunden Menschen – anders als beim Tabak – kein Komplettverzicht angezeigt. Problematisch ist es, täglich zu trinken. Das gilt auch für Rotwein, von dem es immer wieder heißt, dass bestimmte Substanzen in ihm gesundheitsfördernd seien. Viele Ärzte sehen Studien, die dies belegen, kritisch, denn die wissenschaftliche Datenlage ist in diesem Punkt nicht eindeutig geklärt. In keinem Fall lautet daher die Empfehlung, Wein als Teil der eigenen Gesundheitsvorsorge zu betrachten. Wichtig: Bei einer vorhandenen Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) ist Alkohol tabu!

Abnehmen bei Übergewicht und Adipositas

Ein ganz erheblicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist das Übergewicht. Das sorgt einerseits für eine Verschlechterung der Blutwerte, also eine nachteilige Zusammensetzung des Blutes, so dass die Arterien eher verkalken (Arteriosklerose). Andererseits führt Übergewicht meist zu einem dauerhaft erhöhten Blutdruck, der wiederum das Herz und den Kreislauf belastet. Sollten Sie also zu viele Pfunde mit sich herumschleppen: Abnehmen ist auch im Sinne der dauerhaften Herzgesundheit von Vorteil.

Ein bewegtes Leben - Sport

Regelmäßige Bewegung ist das Mittel der Wahl, um aktiv etwas für das Wohlergehen des eigenen Herzens zu tun. So verbrennen Sie nicht nur überschüssiges Fett und verhindern Übergewicht, sondern trainieren gleichzeitig Ihr Herz und den Kreislauf. Wer regelmäßig sportlich aktiv ist oder sich ansonsten viel bewegt, der hat in der Regel geschmeidigere Blutgefäße und bessere Blutwerte als diejenigen, die sich kaum bewegen. Für gesunde Menschen gilt dabei: Grundsätzlich ist jede Form der Bewegung erlaubt. Wenn Sie bereits Probleme mit dem Herzen haben, sollten Sie Sportarten wählen, die Sie nicht überfordern und keinen zu großen Kraftaufwand erfordern – zum Beispiel Spazieren gehen, längeres Wandern, Nordic-Walking, Radfahren und bei gut trainierten Patienten auch Skilanglauf und entsprechend anderer Sport.

Stress reduzieren oder bewältigen

Auch dauerhafter, negativer Stress wirkt sich negativ auf die Herzgesundheit aus. Stresshormone sorgen für einen erhöhten Blutdruck, der auf Dauer das Herz belastet. Am besten lassen Sie Stress möglichst gar nicht erst entstehen – zumindest in den Lebensbereichen, in denen Sie es selbst beeinflussen können. Ist der Stress unvermeidlich, dann versuchen Sie es doch mal mit Entspannungstechniken wie Yoga, Qi Gong oder autogenem Training.

Ausreichend Schlaf

Unterschätzen Sie auch die negativen Auswirkungen von regelmäßigem Schlafmangel? Schlaf ist essentiell für die Regeneration von Körper und Geist. Fehlt Ihnen der Schlaf, stressen Sie Ihren Körper. Studien zeigen: Wer weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft, hat ein um bis zu 50 Prozent erhöhtes Herzinfarktrisiko. Sorgen Sie also dafür, dass Sie ausreichend Schlaf bekommen – für die meisten Menschen sind das sechs bis acht Stunden pro Nacht. Und falls Sie unter Schlafproblemen leiden, ist es wichtig, der Ursache auf den Grund zu gehen. Neben äußeren Faktoren, etwa Stress, sind auch körperliche Ursachen möglich, z.B. eine Schlafapnoe, bei der es im Schlaf zu vorübergehenden Atemstillständen kommt. Dann ist eine ärztliche Behandlung in jedem Fall notwendig.