: Organspende - eine wichtige Entscheidung

Mehr als jeder zweite Bundesbürger hat inzwischen eine Entscheidung für oder gegen eine Organspende getroffen. Seinen Willen dokumentiert hat jedoch nur jeder Dritte. Ein Organspendeausweis hilft, die Angehörigen in einer schwierigen Situation zu entlasten.

Weiterhin niedrige Spenderzahlen

Sich mit dem eigenen Tod auseinandersetzen fällt vielen schwer. Dabei kann jeder durch eine schwere Krankheit oder einen Unfall schnell in eine Situation geraten, in der er ein lebensrettendes Organ benötigt. 857 Menschen haben laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) im Jahr 2016 nach ihrem Tod Organe gespendet. Damit liegt die Zahl der Organspender in etwa auf dem Niveau von 2014 (864 Spender) und 2015 (877 Spender). Dem stehen mehr als 10.000 Patienten gegenüber, die hierzulande dringend auf ein Spenderorgan warten. Trotz der niedrigen Spenderzahlen ist Organspende kein Tabu-Thema. Eine repräsentative Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2016 zeigt, dass mehr als acht von zehn Bundesbürgern einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüberstehen. Als häufigstes Motiv gaben die Befragten an, anderen helfen zu wollen und dem eigenen Tod einen Sinn zu geben. Eine bewusste Entscheidung für oder gegen eine Organspende haben bislang jedoch nur 58 Prozent der Befragten getroffen. Schriftlich festgehalten haben dies lediglich 36 Prozent – zumeist im Organspendeausweis (27 Prozent), seltener in der Patientenverfügung (4 Prozent) oder beidem (5 Prozent).

Aufklärung durch Krankenkassen

Um die Spendenbereitschaft zu erhöhen, ist am 1. November 2012 das „Gesetz zur Regelung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz“ in Kraft getreten. Es schreibt vor, dass jeder Bundesbürger regelmäßig über das Thema Organspende informiert und aufgefordert wird, seine persönliche Entscheidung für oder gegen eine Organspende zu dokumentieren. Dies ist und bleibt freiwillig und wird nicht registriert. Der Gesetzgeber hofft, mit der Entscheidungslösung die Organspendebereitschaft zu fördern, damit mehr Menschen die Chance auf ein lebensrettendes Organ haben. Für die Aufklärung sind neben der BZgA die Krankenkassen zuständig: Sie sollen alle Versicherten, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, alle zwei Jahre umfassend mit neutralen und kostenlosen Informationen sowie einem Organspendeausweis versorgen. So hat jeder die Möglichkeit, seinen Willen zur Organspende zu dokumentieren.

Fünf Entscheidungmöglichkeiten

Der Organspendeausweis dient als verbindliches Dokument der eigenen Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende. Dabei kann man aus fünf Optionen wählen:

  1. Man stimmt der Organ- und Gewebespende generell zu.
  2. Man schließt einzelne Organe oder Gewebe von der Spende aus.
  3. Man gestattet die Entnahme nur für bestimmte Organe oder Gewebe.
  4. Man widerspricht der Entnahme.
  5. Man gibt eine Person an, die über die Organspende im Fall des Todes entscheiden soll.

Wer seine Zustimmung zur Organspende gibt, sollte sich vorher gut informieren und diese wohl überlegen. Sie ist eine lebenswichtige Entscheidung, die jedoch nicht zwangsläufig ein Leben lang gilt, sondern jederzeit geändert oder widerrufen werden kann. Doch auch wer sich gegen eine Entnahme seiner Organe nach seinem Tod ausspricht, sollte dies dokumentieren. Denn die persönliche Entscheidung sorgt für Klarheit und entlastet die Angehörigen, die ansonsten eine Entscheidung treffen müssen.

Mehr Informationen zur Organspende auf einen Blick

In dieser Broschüre können Sie sich ebenfalls umfassend über das Thema Organspende informieren.