: Infektionen im Ausland vermeiden

Erfahren Sie hier, was bei Reisen ins Ausland zu beachten ist und wie sich Infektionen möglichst vermeiden lassen: Ein Gespräch mit Frau Dr. Dagmar Gran, Ärztin im Hafengesundheitsamt Bremen.

Welche Dienstleistungen bietet das Hafengesundheitsamt Reisenden an?
Zunächst einmal gibt es bei uns die kostenlose telefonische Reiseberatung, die jeder in Anspruch nehmen kann. Wer über West-, Nord- oder Mitteleuropa hinausreist, sollte sich vorher beraten lassen. Dann gibt es bei uns die Reisewarnungen des auswärtigen Amtes. Darüber hinaus bieten wir die amtlich erforderliche Gelbfieberimpfung für bestimmte Weltregionen an sowie weitere Reiseschutzimpfungen, die aber auch der Hausarzt vornehmen kann. Zu tragen sind die Impfkosten von den Versicherten selbst. Wir impfen allerdings keine Kinder gegen Hepatitis A und B, diese Impfungen sollte, wenn notwendig, der Kinderarzt vornehmen.

Wer sollte sich unbedingt gegen Gelbfieber impfen lassen?
Alle Bürgerinnen und Bürger, die in den „Gelbfiebergürtel“ reisen. Er umfasst die tropischen Länder Mittelafrikas und eine Region in Südamerika, die von Panama bis zur Südgrenze Brasiliens reicht. In einigen tropischen Ländern ist die Gelbfieberimpfung bei der Einreise vorgeschrieben, auch Reisende auf Kreuzfahrtschiffen müssen in diesen Regionen geimpft sein, um an Land gehen zu dürfen.

Welche Regionen der Erde sind medizinisch am gefährlichsten?
Afrika ist sicherlich ein Hochrisikogebiet für viele Infektionskrankheiten, dazu Indien und Südostasien - vor allem in der Monsunzeit - sowie einige indonesische Inseln. Reisende gehen allerdings ein geringeres Risiko ein als die einheimischen Bewohner: Denn das Risiko hängt stark von sozialen Faktoren ab.

Welche Entwicklung bereitet Ihnen die größte Sorge?
Die Ausbreitung des Dengue-Fiebers in Asien und Südamerika. Dagegen haben wir keinen Impfstoff. Zur Zeit zählen wir schon 4,4 Fälle auf 100.000 Reisende, wobei wir mit einer hohen Dunkelziffer ungemeldeter Fälle rechnen. Das beliebte Reiseziel Thailand ist eines der Hauptverbreitungsgebiete. Die Krankheit zeigt beim ersten Mal hohes Fieber und starke Gelenkschmerzen, richtig gefährlich aber sind erst die Zweitansteckungen. Zum Vergleich: Während wir im Jahr 2003 bundesweit 131 Fälle von Dengue-Fieber hatten – 72 Prozent davon aus Südostasien – gab es im gleichen Zeitraum nur einen gemeldeten Fall von Cholera, obwohl Reisende die Cholera viel stärker fürchten.

Frau Dr. Gran, vielen Dank für das Gespräch!