: Erste Hilfe für den Rücken

Meistens hängen Rückenschmerzen mit Muskelverspannungen zusammen. Um den Schmerzen vorzubeugen, sollte man daher selbst aktiv werden. Tipps zur Prävention und Antworten auf Notfall-Fragen erhalten Sie hier.

In den meisten Fällen sind es Verspannungen der Rückenmuskulatur, die Rückenbeschwerden verursachen. Muskelverspannungen wiederum entstehen oftmals durch einseitige oder verkrampfte Körperhaltungen, ungewohnte Bewegungen, Überdehnungen, Zerrungen – insbesondere aber auch infolge einer Überbeanspruchung der Muskulatur durch langes Sitzen. Zu einer Überbeanspruchung kommt es insbesondere auch durch Stress. Denn unser Organismus ist so „programmiert“, dass die Muskulatur in einer Gefahrensituation ihre Grundspannung unbewusst erhöht. So können wir schneller reagieren – und z.B. flüchten. Dieselbe Reaktion vollzieht sich auch bei einer starken psychischen Belastung.

Was soll ich bei Rückenschmerzen tun?

In vielen Fällen ist es sinnvoll, eine Entlastungshaltung einzunehmen. Die Schmerzen lassen so nach. Nichtsdestotrotz sollten Sie sich durch die Schmerzen nach Möglichkeit nicht zur Unbeweglichkeit zwingen lassen. Denn Schonung führt nicht dazu, dass Sie beweglicher werden. Konkret helfen bei Schmerzen außerdem Entspannungs- und Dehnübungen sowie Wärme, die die Muskulatur lockert. Falls die Beschwerden nicht nachlassen, ziehen Sie vorsichtshalber einen Arzt zu Rate.

Wann muss ich sofort zum Arzt?

Wenn starke Rückenschmerzen zusätzlich zu folgenden Symptomen auftreten, sollten Sie umgehend einen Arzt konsultieren: Fieber, Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle. Dasselbe gilt für Rückenschmerzen, die völlig bewegungsunabhängig sind, sowie Schmerzen, die nach einem Unfall oder Sturz auftreten. Jugendliche unter 20 Jahren sollten bei starken Schmerzen ebenfalls zum Arzt gehen. Gleiches gilt für Menschen, die an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung oder an Osteoporose leiden.

Wichtig: Wenn die Schmerzen nach spätestens drei Tagen nicht nachlassen, sollten Sie in jedem Fall zum Arzt gehen.

Was ist ein Hexenschuss?

Als Hexenschuss bezeichnet man einen plötzlich auftretenden sehr starken Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die Ursachen können vielfältig sein – und sind häufig in der konkreten Situation nur schwer ausfindig zu machen. Generell gilt jedoch, dass in den meisten Fällen Muskelverspannungen eine Rolle spielen. Wichtig: In der Regel handelt es sich bei den typischen Hexenschuss-Symptomen nicht um einen Bandscheibenvorfall. Ein Bandscheibenvorfall ist eine Verschleißerscheinung, die sich häufig zunächst schmerzlos vollzieht: Die Bandscheibe, die zwischen den Wirbeln liegt und somit für die „Federung“ sorgt, schiebt sich in den Wirbelkanal hinein – also in den Raum, in dem das Rückenmark liegt.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Ischias“?

Auch hierbei handelt es sich um ein Beschwerdebild, und nicht um eine bestimmte Krankheit. Als Ischias bezeichnet man Rückenschmerzen, die von der Hüftgegend ausgehend in die Beine ausstrahlen. Bei diesen Schmerzen sind einzelne oder mehrere Wurzeln von Nerven gereizt, die für die Informationsübertragung in die Beine zuständig sind.

Wie kann man Rückenschmerzen am besten vorbeugen?

Bewegung ist das Lebenselixier für sämtliche Elemente des Rückens. Ohne regelmäßige Beanspruchung können Knochen, Muskeln und Bänder regelrecht verkümmern. Das Zusammenspiel gerät aus dem Takt. In der Folge senden die Nerven Schmerzsignale. Nichts schützt daher auf Dauer besser vor Rückenschmerzen als regelmäßige und möglichst vielfältige Bewegung bzw. Sport.

Welche Bewegungsprogramme sind am besten geeignet?

Im Prinzip gilt: Je mehr Bewegung, desto besser. Wählen Sie also die Bewegung bzw. die Sportart, die Ihnen am meisten Spaß macht – und versuchen Sie, so viel Bewegung wie möglich in den Alltag zu integrieren. Nehmen Sie beispielsweise die Treppe statt des Aufzugs, auch das hilft dem Rücken.

Darüber hinaus gibt es bestimmte Sportarten, die einen besonders stärkenden Effekt für den Rücken haben. Dazu gehören Schwimmen, Klettern und Nordic Walking. Mehr darüber erfahren Sie hier.

Welchen Sinn machen Entspannungstechniken?

Großen. Denn egal, ob Yoga oder Tai-Chi: Bei diesen sanften Bewegungstrainings geht es nicht nur darum, sich mehr zu bewegen, sondern es steht auch im Vordergrund, sich anders zu bewegen. Grundsätzlich verhelfen Ihnen diese Methoden zu einer besseren Koordination und Körperwahrnehmung. Bestimmte Übungen trainieren die Rückenmuskulatur sehr effektiv. Hinzu kommt: Die sanften Bewegungstrainings sind sehr wirkungsvoll für den Stressabbau. Und Stress manifestiert sich ebenfalls häufig in Rückenschmerzen.

Was sollte ich im beruflichen Alltag beachten?

Unseren Arbeitstag verbringen wir zu einem wesentlichen Teil im Sitzen. Starres Sitzen ist jedoch eigentlich eine unnatürliche Haltung – und belastet Wirbelsäule und Rückenmuskulatur. Abhilfe ist möglich, durch das so genannte dynamische Sitzen. Dabei wechselt man möglichst häufig seine Sitzposition. Genau das unterstützen ergonomische Büromöbel, z.B. mit einer federnden Rückenlehne. Nutzen Sie auch im beruflichen Umfeld jede Möglichkeit zur Bewegung: Besuchen Sie zum Beispiel für Abstimmungen oder Rückfragen Ihre Kollegen im Nachbarbüro, anstatt immer nur zum Telefonhörer zu greifen.