: Besser schlafen im Zelt

Schlafprobleme zählen zu den unterschätzen Volkskrankheiten – und werden oft durch einen unnatürlichen Tag-Nacht-Rhythmus begünstigt. Doch dagegen gibt es ein einfaches Mittel, zeigt eine amerikanische Studie.

Bis zu einem Drittel der Deutschen leiden gelegentlich oder gar regelmäßig an Schlafstörungen. Die einen liegen nach dem Zubettgehen stundenlang wach. Die anderen wachen mehrmals pro Nacht auf. Die Folge: Die Menschen fühlen sich morgens wie gerädert, sind tagsüber unkonzentriert und oft schlecht gelaunt. 

Ernstes medizinisches Problem

Schlafprobleme sollte man jedoch ernst nehmen. Denn auf Dauer reduziert sich nicht nur die mentale Leistungsfähigkeit. Auch der Körper leidet. Schlafmangel wirkt wie Stress – mit den entsprechend negativen Folgen.

Zwar gibt es viele mögliche Ursachen für Schlafstörungen. Eine zentrale Rolle spielt dabei jedoch ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus. Tatsächlich ist es in unserer modernen Welt relativ leicht möglich, diesen Rhythmus durcheinander zu bringen. Schichtarbeit, elektrisches Licht, Fernsehkonsum bis tief in die Nacht, aber auch Fensterläden und Jalousien, die das Tageslicht fern halten, bleiben nicht ohne Wirkung. Da wäre es hilfreich, wenn man quasi einen Reset-Knopf drücken könnte – und den Tag-Nacht-Rhythmus in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen könnte.

Zelten für die Gesundheit

Ein Wissenschaftlerteam um Kenneth Wright von der University of Colorado in Boulder, USA, hat einen einfachen Weg gefunden, der genau das möglich macht: ein einwöchiger Natururlaub jenseits der Zivilisation. Anhand einer Studie konnten sie nachweisen: Das Schlafen im Zelt verändert den Tag-Nacht-Rhythmus ganz erheblich. Hinkte bei den Studienteilnehmern vor dem Natururlaub der Rhythmus um ungefähr zwei Stunden hinter dem eigenlich natürlichen her, war diese Verschiebung nach dem Aufenthalt im Zelt so gut wie verschwunden.

Die Forscher führten dazu Blutuntersuchungen vor und nach dem Aufenthalt durch – und analysierten insbesondere den Gehalt des Schlafhormons Melatonin. Dabei zeigte sich: Während der Melatoningehalt vorher erst nach dem Erwachen allmählich absank, reduzierte sich dieser Gehalt nach der Woche schon bevor die Studienteilnehmer aufwachten. Die Folge: Anstatt verschlafen in den Tag zu starten, waren die Teilnehmer jetzt mit Tagesanbruch putzmunter – und dass, obwohl sich die Schlafdauer nicht geändert hatte.

Kunstlicht bringt den Rhythmus durcheinander

Melatonin spielt eine zentrale Rolle bei der Steuerung des Schlafes. Abends, bei Dunkelheit, schüttet der Körper mehr davon aus, so dass wir müde werden. Fällt jedoch Tageslicht ins Auge, so wie am Morgen üblich, wird die Melatoninproduktion unterdrückt – und die Müdigkeit verschwindet. Durch künstliches Licht – bei der Studie war am Abend als einzige Lichtquelle das Lagerfeuer erlaubt – gerät dieser Rhythmus jedoch durcheinander. Die Folge: Morgens kommen wir nicht so recht in die Gänge – und abends fällt uns das Einschlafen schwerer. Selbst wenn sich dadurch an der Schlafdauer nichts ändert, leidet die Schlafqualität.

Selbstverständlich ist für die meisten Menschen hierzulande das Zelten nur eine Option für die Ferien. Doch offensichtlich lohnt es sich, es bei Schlafproblemen auch einmal mit einem Natururlaub zu probieren. Die vom Komfort her zwar sehr einfache Unterbringungsform kann einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus wieder einrenken. Und wer sich im Urlaub daran gewöhnt hat, auf künstliche Lichtquellen am Abend zu verzichten, kann dies auch leichter im Alltag umsetzen.

Die Müdigkeit vertreiben

Abgesehen davon zeigt die Studie, dass frühes Aufstehen – insbesondere im Sommer – für den Schlaf von Vorteil ist. Sorgen Sie also dafür, dass Sie morgens möglichst viel Licht abbekommen – und ziehen Sie die Jalousien hoch beziehungsweise die Vorhänge zur Seite. Das Licht unterdrückt das Schlafhormon Melatonin. Schon nach kurzer Zeit verschwindet die Müdigkeit.

Im Gegenzug ist es abends natürlich notwendig, nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr allzu lange auf zu bleiben. Gehen Sie bewusst früh ins Bett. Die Stunden, die Ihnen am Abend möglicherweise fehlen, gewinnen Sie am Morgen hinzu. Und weil sich so Ihr Schlafrhythmus wieder den natürlichen Begebenheiten annähert, werden Sie insgesamt wacher und munterer sein.

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