: Pausen: effektive Stresskiller

Wer pausenlos arbeitet, riskiert Leistungseinbußen und damit eine erhöhte Stressanfälligkeit. Um das zu vermeiden, ist es wichtig, gezielt Auszeiten zu nehmen.

E-Mails auch am Wochenende lesen, für Kollegen ständig per Handy erreichbar sein und immer mal wieder auf die Mittagspause verzichten. Das gehört für viele Berufstätige zum Alltag. Zwar lässt sich so kurzfristig das Arbeitspensum steigern. Auf mittlere Sicht drohen jedoch Leistungseinbußen und Stress.

Sport: keine Spitzenleistung ohne Ruhetage

Doch auch für die Arbeitswelt gilt, was im (Spitzen-)Sport schon längst unumstritten ist: Ohne Pausen geht es nicht. Aus modernen Trainingsplänen – egal ob bei der Fußball-Nationalmannschaft oder für den eigenen Marathon – sind Regenerationstage nicht mehr wegzudenken.

Um Höchstleistungen bringen zu können, braucht der Organismus Ruhephasen. Das gilt für die Muskulatur und die Gelenke genauso wie für das Nervensystem. Nur so lässt sich Gesehenes und Gelerntes verarbeiten. Nur so können sich neue Synapsen bilde

Jede Pause ein kleiner Erholungsschlaf

Seit Jahren ist aus der Hirnforschung bekannt, dass dies insbesondere während des Schlafs geschieht. Denn obwohl wir quasi nichts tun, zeigt sich unter dem Magnetresonanztomografen: Im Schlaf ist die Hirnaktivität hoch. Dabei unterscheiden sich die Muster, also die Art der Aktivität, vom Wachzustand teilweise erheblich. Ähnliches vollzieht sich im Wachzustand – und zwar dann, wenn wir nichts tun und an nichts Konkretes denken. Aus Sicht der Hirnforschung ist Müßiggang alles andere als eine Phase neuronaler Passivität oder gar Inaktivität. Vielmehr weisen in diesem „Pausenmodus“ bestimmte Hirnregionen eine besonders hohe Aktivität auf. Hirnforscher gehen daher davon aus, dass beim Nichtstun das soeben Erlernte oder Erlebte unbewusst reflektiert und gefestigt wird – ähnlich wie beim Schlaf.

Kurze Regenerationspausen sind daher auch im Tagesverlauf wichtig – genau so wie ein entspannter Feierabend und ein erholsames Wochenende. Nur mit Hilfe dieser Pausen kann das Gehirn dauerhaft Höchstleistungen bringen

Ohne Pausen anfälliger für Stress

Und anders herum gilt: Wer auf Pausen verzichtet, nimmt ein Nachlassen seiner geistigen Leistungsfähigkeit in Kauf – und erhöht so nur seine persönliche Anfälligkeit für Stress. Die folgenden sieben Tipps können Ihnen helfen, Erholungsphasen gezielter in den Alltag zu integrieren:

  • Planen Sie Pausen fest in Ihren Arbeitsalltag ein
    An Büroarbeitsplätzen müssen Sie Ihrem Arbeitstag in der Regel selbst eine Struktur geben. Viele vergessen dabei das Pausemachen vollständig. Machen Sie es sich daher zur Gewohnheit, mindestens ein bis zwei Pausen fest einzuplanen. Verabreden Sie sich beispielsweise mit Kollegen zum Mittagessen.
  • Verlassen Sie den Arbeitsplatz
    Häufig kann das Gehirn in den wichtigen „Pausenmodus“ nur dann wechseln, wenn wir den Arbeitsplatz verlassen. Denn Telefon, Bildschirm und Akten auf dem Schreibtisch hindern uns auch unbewusst an der wichtigen Entspannung. Unterschwellig vorhandener Stress bleibt so häufig erhalten.

  • Beenden Sie Denkblockaden bewusst

    Immer wieder kommt es vor, dass wir an einer Aufgabe hängen und gerade nicht weiter wissen. Bei solchen Denkblockaden ist das Risiko groß, unproduktiv vor sich hinzugrübeln. Und je länger wir grübeln, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass uns diese Situation stresst. Machen Sie in solchen Situationen ganz bewusst eine Pause – und sei es nur für den Gang zur Kaffeemaschine. Die Erfahrung zeigt: Schon eine kurze Entspannungsphase löst häufig den Knoten im Gehirn. Die Situation, die wir eben noch als stressig empfunden haben, löst sich wie von allein in Wohlgefallen auf.

  • Schalten Sie am Feierabend gezielt ab
    Schaffen Sie sich eine Gegenwelt zur Arbeit, also eine Welt, bei der – anders als im Beruf – nicht Leistung im Vordergrund steht, sondern die Freude an der Tätigkeit und der Kontakt mit anderen Menschen. Für viele sind Familie und Freunde Teil dieser Gegenwelt. Sinnvoll sind aber auch sportliche und kulturelle Aktivitäten oder ein soziales Engagement. Wie wichtig das sein kann, zeigt sich insbesondere in besonders stressigen Phasen im Job. Wer fest in seiner Gegenwelt verwurzelt ist und schnell darin eintauchen kann, lässt den Stress leicht hinter sich. Wer diese Möglichkeit nicht hat, nimmt den Stress oft mit in den Schlaf.
  • Nutzen Sie das Wochenende für eine längere Regeneration
    Wer im Beruf voll gefordert ist, braucht gerade auch regelmäßig einen längeren Ausgleich: das Wochenende. Sofern es Ihre Arbeit zulässt, sollten Sie daher an Ihren freien Tagen das Handy ausschalten und keine (beruflichen) Mails lesen. Das ist wichtig, um Wochenend- und Freizeitaktivitäten ungehindert genießen zu können.