: Gesunder Darm - Vorsorge schützt

Wird Darmkrebs beziehungsweise seine Vorstufe rechtzeitig erkannt, ist er fast immer heilbar. Umso wichtiger ist es, regelmäßig die gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. 

Häufige Krebserkrankung

Bei Darmkrebs handelt sich um eine bösartige Veränderung der Darmschleimhaut, die in der Regel den Dick- oder Enddarm betrifft. Oft entwickeln sich die Tumore aus gutartigen Polyen. Werden diese größer, steigt das Risiko für eine Entartung. Je früher also ein Polyp entdeckt und entfernt wird, desto besser. Darmkrebs ist bei Männern nach Prostata- und Lungenkrebs die dritthäufigste und bei Frauen nach Brustkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung: Laut dem Robert Koch-Institut sind in Deutschland 2014 rund 33.000 Männer und 28.000 Frauen und erstmals an Darmkrebs erkrankt. Etwa 25.000 Personen sterben jährlich an den Folgen. Wird der Krebs frühzeitig erkannt, besteht eine Heilungschance von mehr als 90 Prozent! Darmkrebs tritt überwiegend ab dem 50. Lebensjahr auf. Anders sieht es bei Menschen mit einer seltenen Genveränderung auf, die auch vererbt werden kann. Die Betroffenen erkranken häufig sehr jung.

Warnsignale ernst nehmen

Darmkrebs entwickelt sich langsam und unbemerkt. Bis sich Symptome bemerkbar machen, kann es bis zu zehn Jahre dauern. Folgende Warnsignale sollten Sie vom Arzt abklären lassen: 

Blut im Stuhl oder am After
Absonderungen von Schleim aus dem After
veränderte Stuhlgewohnheiten (Verstopfung, Durchfall, auch im Wechsel)
starke, anhaltende Blähungen 
Schmerzen und Krämpfe im Unterbauch
ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit
unerklärlicher Gewichtsverlust

Wichtig zu wissen: Menschen mit Darmkrebserkrankungen in der Familie sowie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa haben ein höheres Risiko. In diesem Fall sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, welche Früherkennungsuntersuchungen in welchem zeitlichen Abstand sinnvoll sind.

 

Früherkennung ab 50

Wird Darmkrebs rechtzeitig erkannt, ist er fast immer heilbar. Eine wichtige Rolle spielt daher die Krebsvorsorge. Ab 50 Jahren haben gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf Früherkennungsuntersuchungen auf Darmkrebs. Hierdurch sollen Darmkrebs oder seine Vorstufen entdeckt werden, noch bevor Beschwerden auftreten. Hierzu zählen vor allem zwei Untersuchungen:

Stuhltest

Gesetzlich Krankenversicherte ab 50 Jahren haben einmal jährlich Anspruch auf einen Stuhltest. Dieser Test untersucht eine Stuhlprobe auf nicht sichtbare (okkulte) Blutspuren, die auf Darmpolypen oder Krebs hinweisen können. Immunologische Stuhltests (iFOBT, immunologischer fäkaler Okkultbluttest) haben chemische Stuhltests seit 2017 abgelöst, da sie genauer sind. Beim immunologischen Test wird im Stuhl nach bestimmten Eiweißbestandteilen im menschlichen roten Blutfarbstoff gesucht. Falsch-positive Ergebnisse durch Blut aus tierischen Lebensmitteln sind dadurch ausgeschlossen. Der Test ist einfach durchzuführen und hat keine Nebenwirkungen. Wichtig zu wissen: Ein auffälliges Testergebnis bedeutet noch lange nicht, dass Krebs vorliegt. Daher sollten Blutspuren im Stuhl immer durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden. 

Darmspiegelung

Ab 55 Jahren können gesetzlich Krankenversicherte zweimal im Abstand von mindestens zehn Jahren eine große Darmspiegelung (Koloskopie) in Anspruch nehmen. Bei erhöhtem Darmkrebsrisiko infolge von Darmkrebsfällen in der Familie werden die Kosten altersunabhängig übernommen.  Vor der Darmspiegelung soll der Dickdarm nahezu komplett entleert sein. Das gelingt in der Regel mit einem Abführmittel und zwei bis vier Litern Flüssigkeit - entweder am Abend vorher oder direkt am Morgen des Termins. 

Bei der Koloskopie wird der gesamte Dickdarm untersucht. Dazu führt der Arzt ein biegsames dünnes Schlauch-Endoskop, das mit Kamera und Licht ausgestattet ist, über den After bis zum Ansatz des Dünndarms vor. Gleichzeitig wird vorsichtig etwas Luft in den Darm geblasen, damit sich die Darmfalten glätten. Mit der Darmspiegelung können die meisten Darmpolypen und bösartigen Tumore entdeckt werden. Mit einer Darmspiegelung ist es zudem möglich, Darmkrebs vorzubeugen, da während der Untersuchung gleichzeitig gutartige Vorstufen, sogenannte Darmpolypen, entfernt werden können.


Hinweis:
Bei der Koloskopie sind Änderungen geplant: Studien belegen, dass Männer aufgrund eines erhöhten Erkrankungsrisikos bereits ab 50 Jahren eine Darmspiegelung in Anspruch nehmen sollten.

 

Weitere Informationen

Um die Früherkennung von Darmkrebs zu verbessern, wurde 2001 die Felix Burda Stiftung gegründet. Zu den jährlichen Projekten zählt unter anderem der bundesweite Darmkrebsmonat März, der unter einem jeweiligen Motto ganz im Zeichen der Darmkrebsvorsorge steht. Auf www.felix-burda-stiftung.de gibt es zahlreichen Informationen zur Darmkrebsvorsorge.

Auch der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet seriöse Informationen zum Thema Darmkrebs und Früherkennung: www.krebsinformationsdienst.de

Das Gleiche gilt für das Onko-Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft: www.krebsgesellschaft.de

Evidenzbasierte Informationen zu Diagnose und Behandlung von Darmkrebs finden Interessierte auf der Internetseite des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) unter www.gesundheitsinformation.de.