: Kinder richtig vor Sonne schützen

Kinderhaut ist besonders empfindlich. Je nach Altersstufe ist daher ein ganz besonderer Sonnenschutz notwendig, damit es nicht zu gefährlichen Spätfolgen kommt.

Ärzte betonen regelmäßig: Die Haut vergisst nie. Eine zu intensive Sonnenstrahlung kann zu schlummernden Schädigungen in einzelnen Zellen führen, die sich erst Jahrzehnte später bemerkbar machen. Insbesondere der ultraviolette Anteil des Sonnenlichts, also die für uns Menschen nicht sichtbare Strahlung im Wellenbereich oberhalb des violetten Lichts, ist sehr energieintensiv. Sie kann das Erbgut der Zellen beschädigen, so dass sich die Zellen im weiteren Verlauf bösartig verändern können. Tatsächlich erhöhen Sonnenbrände in den ersten 20 Lebensjahren das Hautkrebsrisiko deutlich. Um die schmerzhaften Rötungen zu vermeiden, sollten Eltern auf den richtigen und altersgemäßen Sonnenschutz ihrer Kinder achten.

Insbesondere Babys benötigen einen sehr rigiden Sonnenschutz. Denn die Kinderhaut ist noch sehr viel dünner als die Haut von Erwachsenen. Die schützende Hornschicht ist kaum ausgebildet, wodurch die UV-Strahlung besonders leicht in tiefere Hautschichten vordringen kann – und dort langfristig wirkende Schäden verursachen kann.

Babys möglichst gar nicht in die Sonne

Kinder, die noch nicht oder gerade erst gehen können, sollten daher möglichst überhaupt nicht oder nur sehr kurzfristig direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Und dafür gibt es neben dem Schutz vor UV-Strahlung noch einen weiteren wichtigen Grund: Der Organismus verträgt die intensive Energie des Sonnenlichts nicht gut. Es kann schnell zu einem Sonnenstich oder einer Hitzeerschöpfung, umgangssprachlich meist Hitzschlag genannt, kommen. Babys sollten daher immer im Schatten bleiben. Der Kinderwagen braucht einen Sonnenschutz, zum Beispiel in Form eines Schirms. Geht es an den Strand oder ins Freibad, sollten Sie ein schattiges Plätzchen aufsuchen – oder einen Schattenspender dabei haben.

Selbst im Schatten sollte man vorsichtig sein. Denn auch dort erreicht uns an sommerlichen Tagen ebenfalls ein gewisser UV-Anteil – insbesondere wenn man sich an spiegelnde Wasseroberflächen befindet. Ein zusätzlicher Schutz durch Kleidung und ggf. Sonnenschutzmittel ist daher sinnvoll.

So ist Spielen in der Sonne erlaubt

Sobald die Kinder laufen können, ändert sich die Situation. Beim Spielen und Toben lassen sie sich kaum einzig in den Schatten verbannen. Das ist mit dem richtigen Sonnenschutz auch kein Problem. Dazu zählt neben Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor, also 30 und mehr, auch geeignete Kleidung. Insbesondere der Kopf und die Gesichtspartien müssen geschützt werden – mit einem Sonnenhut oder einer Sonnenmütze. Die Krempe sollte dabei so breit sein, dass die Ohren und die Nase beschattet werden – denn diese hervorstehenden Körperteile bekommen sonst besonders viel Sonnenstrahlung ab.

Ist absehbar, dass man sich länger draußen aufhält, etwa am Strand oder bei einem Ausflug, sollten Sie sich, was die restlichen Hautpartien betrifft, ebenfalls nicht nur auf Sonnenschutzcremes verlassen. Besser ist ein funktionierender Schutz durch geeignete Kleidung, wobei gilt: Nicht jede Kleidung hält die Sonnenstrahlung gleich  gut ab. Weiße Naturfasern lassen bis zu 50 Prozent der gefährlichen UV-Strahlung durch. Für den Strandurlaub im Süden empfiehlt sich daher spezielle Kinderkleidung, die dem UV-Standard 801 der Textilwirtschaft genügt.

Sonnencremes für Kinder: hoher Lichtschutzfaktor

Hautpartien, die nicht sicher durch Kleidung geschützt werden können, müssen mit Sonnenschutzmitteln eingerieben werden. Dafür ist im Prinzip jedes Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor ab 30 geeignet, das auch für Erwachsene in Frage kommt. Allerdings können Kinder, was den Duft dieser Mittel angeht, recht wählerisch sein. Stark parfümierte Cremes kommen unter Umständen nicht allzu gut an, weswegen neutral duftende Produkte immer eine gute Wahl sind.

Übrigens: Die meisten Kinder cremen sich gerne ein – wenn man das Ganze ein wenig spielerisch gestaltet. So kann man zum Beispiel zunächst eine lachende Sonne mit der Sonnencremetube auf die Haut malen. Der Rest ergibt sich dann von selbst.

Risiko Vitamin D-Mangel?

Gute Sonnenschutzmittel halten zuverlässig die UV-Strahlung ab. Doch diese ist nicht nur gefährlich, sondern andererseits auch lebenswichtig. Denn nur mit dem UV-Anteil des Lichts kann die Haut das notwendige Vitamin D bilden. Immer wieder hört man daher die Befürchtung, dass gerade Kinder, die allzu sehr vor der Sonne geschützt werden, unter einem Vitamin D-Mangel leiden könnten.

In der Praxis ist diese Befürchtung in den allermeisten Fällen jedoch unbegründet. Denn für eine ausreichende Vitamin D-Bildung reicht ein Aufenthalt von wenigen Minuten in der Sonne aus, wenn Gesicht und Arme nicht bedeckt sind. Da man im Alltag ohnehin nicht vor jedem Gang vor die Haustüre – sei es auf dem Weg vom  Kindergarten oder von der Schule – sich mit Sonnenschutzmitteln eincremt, ist ein Mangel unwahrscheinlich. Halten sich die Kinder länger im Freien auf, dringt beispielsweise über den Nachmittag verteilt trotz Sonnenschutz meist noch genug UV-Strahlung in die Haut vor, um die Vitamin D-Produktion anzukurbeln. Schließlich hält der Schutz nur für eine gewisse Zeit an, zumal bei spielenden Kindern der Abrieb meist höher ist als bei Erwachsenen, die sich unbewegt einem Sonnenbad hingeben.

Aus Furcht vor einem Vitamin D-Mangel die Kinder ungeschützt in die Sonne zu schicken, macht daher keinen Sinn.