: Schädliche Wasserpfeifen

Tabakrauch ist und bleibt extrem gesundheitsschädlich - unabhängig davon, ob er gefiltert oder wie bei der sich wachsender Beliebtheit erfreuenden Wasserpfeife durch wohlige Aromen ergänzt wird. Deren Rauch ist sogar giftiger als der von Zigaretten.

Dass Rauchen der Gesundheit schadet, dürfte eigentlich jedem klar sein. Dennoch sind erstaunlich viele Menschen der Ansicht, dass es eine Form des Rauchens gibt, die eher harmlos ist: die Wasserpfeife bzw. das Shisha-Rauchen. Der wohlig schmeckende Rauch, dem durch das Wasser die beißenden Elemente entzogen werden, macht auf den ersten Blick einen ungefährlichen Eindruck.

Mehr Schadstoffe als in der Zigarette

Doch das Gegenteil ist richtig: Wasserpfeifen enthalten viel mehr Schadstoffe als gemeinhin angenommen. Darauf macht die Deutsche Lungenstiftung e.V. aufmerksam - und beruft sich hierbei auf eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung. Forscher der University of Pittsburgh School of Medicine im US-Bundesstaat Pennsylvania konnten zeigen, dass Wasserpfeifenraucher überaus große Mengen an Giftstoffen inhalieren. So steckt - im Vergleich zu handelsüblichen Zigaretten - im Rauch einer typischen Wasserpfeife das 25-fache an Teer, zweieinhalbmal so viel Nikotin und zehnmal so viel Kohlenmonoxid!

Wasserpfeifen sind somit - was die Schädlichkeit des Rauches angeht - durchaus ein schweres Kaliber. Ob sie im Endeffekt schädlicher sind als Zigaretten, lässt sich jedoch nicht pauschal beurteilen, zumal Wasserpfeifen ganz anders geraucht werden als Zigaretten. Schließlich inhaliert ein typischer Raucher gerne über den Tag verteilt die Verbrennungsprodukte einer ganzen Schachtel, während eine Wasserpfeife meist nur einmal oder schlimmstenfalls wenige Male am Tag zum Zug kommt - und dabei häufig auch in der Gruppe geteilt wird. Die Rauchgewohnheiten und letztlich die exakten Folgen lassen sich somit nur schwer miteinander vergleichen.

Warnung vor der Verharmlosung der Wasserpfeife

So betont der Experte für Lungenmedizin, Professor Dr. Stefan Andreas: "Es geht uns auch gar nicht darum, zu beurteilen, was gesundheitsschädlicher ist. Vielmehr möchten wir Wasserpfeifenraucher davor warnen, dass sie weitaus mehr Schadstoffe zu sich nehmen, als sie denken." Professor Andreas ist nicht nur Beiratsmitglied der Deutschen Lungenstiftung und Facharzt für Pneumologie und Internistische Intensivmedizin, sondern auch Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen bei Kassel und des Bereiches Pneumologie an der Universitätsmedizin Göttingen.

Denn Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid sind nicht die einzigen Schadstoffe, die mit dem Rauch der Wasserpfeife in den Körper übergehen. Nicht anders als bei Zigaretten bilden sich auch beim Verbrennen des Tabaks in der Wasserpfeife eine Vielzahl weiterer Schadstoffe - darunter zahlreiche krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) und tabakspezifische Nitrosamine (TSNAs). Diese PAKs und TSNAs gelangen beim Inhalieren ungefiltert in die Lunge. Diese gefährlichen Substanzen können das Erbgut der einzelnen Körperzellen schädigen, so dass es in der Folge zu Mutationen und letztlich zur Entwicklung von Tumorzellen kommen kann.

Neben der eigentlichen Giftigkeit birgt die Wasserpfeife zudem noch ein weiteres gesundheitliches Problem. Da das Mundstück beim gemeinsamen Rauchen in der Regel nicht getauscht wird, kommt es auch besonders leicht zur Übertragung von Krankheitserregern. Von harmlosen Erkältungsviren bis hin zu Herpes, Hepatitis, der echten Grippe und Tuberkulose ist alles möglich. Denn den robusten Keimen kann der schädliche Rauch eher wenig anhaben.

Leichte Gewöhnung und hohes Suchtpotential

Unter Umständen muss man das gesundheitsschädliche Potential der Wasserpfeife sogar als besonders hoch einschätzen. Denn gerade weil der Rauch durch ein Gefäß mit Wasser geleitet und dabei angefeuchtet wird ist er weniger reizend für die Atemwege. Er lässt sich somit deutlich leichter inhalieren als Zigarettenrauch. Hinzu kommt, dass gerade Jugendliche den süßlich aromatisierten Rauch - zum Beispiel in den Geschmacksrichtungen Apfel, Minze, Kirsche, Schokolade oder Melone - als weitaus angenehmer empfinden als den eher herben reinen Tabakrauch. Die Wasserpfeife empfinden die meisten Menschen somit als weitaus "bekömmlicher" als herkömmliche Tabakprodukte.

Die Hemmschwelle, auch regelmäßiger zur Wasserpfeife zu greifen, ist somit also deutlich niedriger. Aufgrund des sehr hohen Nikotingehalts ist das Suchtpotenzial jedoch sehr hoch. Der Lungenfacharzt Andreas betont daher ausdrücklich. "Insgesamt ist davon auszugehen, dass mit regelmäßigem Wasserpfeifenrauchen ähnliche gesundheitliche Risiken verbunden sind wie mit dem Zigarettenrauchen." Am besten, man lässt auch von dieser Art des Rauchens komplett die Finger.

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