: Schicke Schuhe, kaputte Füße

Insbesondere Frauen nehmen für die Mode so einiges auf sich – teilweise mit erheblichen Folgen für die Gesundheit. So werden beispielsweise die Füße mit hochhackigen und zu engen Schuhen oftmals regelrecht malträtiert. Grund genug, diese mit Vorsicht zu „genießen“.

Den richtigen „Look“ zu haben, ist vielen Menschen extrem wichtig. Ganze Branchen leben davon – insbesondere die Mode- und Kosmetik-Industrie sowie auch ein großer Teil der Zeitschriftenverlage. Vor allem Frauen bemühen sich sehr darum, „schön“ zu sein. Und dazu zählt auch das Tragen von Schuhen, die als schick und elegant gelten, dafür aber extrem unbequem sind. 

Schuhe, die häßlich und krank machen

Doch Schuhe mit hohen Absätzen und einem engen Schnitt nach vorne zu den Zehen hin bergen das Risiko, den Fuß und die Zehen erheblich zu verformen. Wer solches Schuhwerk allzu oft trägt, riskiert die natürliche Schönheit seiner Füße. Denn die Fehlbelastungen, die beim Tragen solcher Schuhe auf den Fuß einwirken, führen nicht selten zu gekrümmten und steifen Zehen. Man spricht dann von sogenannten Hammer-, Klauen- oder Krallenzehen.

Dabei ist solch eine Hammerzehe alles andere als ein kosmetisches Problem. Denn bei der Verformung, die typischerweise eine oder mehrere der mittleren drei Zehen betrifft, steht das Mittelgelenk dauerhaft in einer Beugestellung. Das führt dazu, dass die Zehe ständig am oberen Schuhrücken scheuert. Die Folge sind Schmerzen, Schwielen und Hühneraugen.

Im Extremfall kann es sogar passieren, dass sich infolge der Fehlstellungen eine Zehe über die andere schiebt. Außerdem können die Gelenke so stark beansprucht werden, dass die Gelenkkapsel reißt. Und das ist mit noch größeren Schmerzen verbunden.

Schleichender Verlauf

Das Tückische an diesen Fußverformungen ist jedoch vor allem: Am Anfang machen sie sich kaum bemerkbar. Erst mit der Zeit kommt es zu Schmerzen – und nicht selten sind dann die Deformierungen schon so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr von alleine verschwinden. Zwar kann im frühen Stadium eine Physiotherapie mit speziellen Übungen weiterhelfen. Dazu zählen insbesondere spezielle Streckübungen. Oft lassen sich die Beschwerden aber nur noch lindern – beispielsweise anhand von Schutzverbänden, Einlagen und Schienen. Im Extremfall kann sogar nur noch eine Operation Linderung verschaffen. Doch wie jeder operative Eingriff können dabei unangenehme Komplikationen auftreten.

Es ist also sinnvoll, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Und das bedeutet, entsprechendes Schuhwerk nur im Ausnahmefall, also zu besonderen Anlässen wie Festen zu tragen. Im Alltag sollten Sie nach Möglichkeit immer zu bequemen Schuhen mit flachen Absätzen greifen. Auch die Zehen sollten möglichst nicht eingeschränkt sein. Sneakers und vergleichbar geschnittene Halbschuhe oder Stiefel sind also den High Heels vorzuziehen.

Training für die Füße: Barfuß gehen und mehr

Zusätzlich können Sie Ihre Füße aktiv kräftigen und so einer Hammerzehe im Frühstadium entgegen wirken – regelmäßiges Barfuß ist ein gutes „Gegenmittel“. Geben Sie Ihren Füßen also so oft wie möglich uneingeschränkte Freiheit. Außerdem hilft es, die Füße gezielt zu trainieren. Gehen Sie dazu regelmäßig auf den Zehenspitzen. Das trainiert die Beweglichkeit der Zehen und ist eine gute Vorbeugung gegen Verkrümmungen. Außerdem hilfreich ist eine spezielle Fußgymnastik: Spreizen, krümmen, bewegen und dehnen Sie bewusst die Zehen. Versuchen Sie zudem, mit den Zehen leichte Gegenstände zu erfassen, zum Beispiel einen Stift. Am Anfang wird Ihnen das schwer fallen, doch nach und nach nimmt die Geschicklichkeit der Zehen zu.

Augenmerk auf Kinderfüße

Auch Kinder sind immer wieder von solchen und ähnlichen Fehlstellungen betroffen. Hierfür ist jedoch in der Regel kein „Schönheitswahn“ die Ursache, sondern vielmehr die Tatsache, dass Kinderfüße oft schubartig wachsen – und dann über einen längeren Zeitraum in zu enge Schuhe gequetscht werden.

Eltern sollten daher regelmäßig überprüfen, ob die Schuhe noch passen. Denn Kinder sprechen dies häufig nicht von sich aus an. Auch bei ihnen entwickeln sich Fehlstellungen schleichend – und schmerzen erst im fortgeschrittenen Stadium.