: Schweißgeruch – richtig vermeiden

Schweiß sorgt für unangenehme Gerüche – und ist entsprechend lästig. Abhilfe versprechen Deodorants. Doch manche Inhaltsstoffe sind in den vergangenen Jahren in Verruf geraten. Zeit zu verstehen, was die Substanzen bewirken.

Die Hersteller bestimmter Deos scheinen sich mittlerweile darin überbieten zu wollen, was alles nicht in ihren Produkten steckt. War „ohne Alkohol“ noch vor einigen Jahren eine der gängisten Varianten, sind mittlerweile Aluminiumsalze besonders unerwünscht. Dabei sind diese Substanzen hinsichtlich des gewünschten Effekts – die Unterbindung des Schweißgeruchs – eigentlich sehr effektiv. Grundsätzlich bremsen sie die Geruchsbildung mit zwei unterschiedlichen Methoden.

Die eine Variante zielt darauf ab, die Geruchsentwicklung zu unterbinden – nicht jedoch das Schwitzen an sich. Denn der unangenehme Schweißgeruch entsteht erst mit der Zeit – nämlich dann, wenn Bakterien auf der Haut den Schweiß zersetzen. Dabei bildet sich Buttersäure, die sich durch eine penetrante Duftnote auszeichnet. Das, was uns die Nase rümpfen lässt, ist also nicht der Schweiß an sich, sondern dessen Abbauprodukte.

Geruchsbildung durch Bakterien einschränken

Ziel ist es also, den Zersetzungsprozess durch die Bakterien zu verhindern – oder zumindest zu verzögern. Dazu ist es notwendig, den Stoffwechsel und das Wachstum der Bakterien auf der Haut zu unterbinden bzw. zu bremsen. Alle Substanzen, die nach diesem Prinzip funktionieren, bezeichnet man als Deodorants. De facto handelt es sich um diverse antibakterielle Wirkstoffe. Zu den Klassikern zählen hierbei Alkohol und Seifen. Die leicht aufzutragende Flüssigkeit Alkohol ist hierfür eigentlich ideal, kann jedoch die Haut reizen. Vor allem bei empfindlicher Haut sind dann schmerzhafte Rötungen und Irritationen möglich.

Andere Hersteller wiederum setzen auf Triclosan. Hierbei handelt es sich jedoch um einen besonders aggressiven Bakterienkiller, der im Verdacht steht, Antibiotikaresistenzen zu verursachen. Diese Substanz trägt somit möglicherweise dazu bei, dass immer mehr gefährliche Bakterien sich nicht mehr mit Antibiotika bekämpfen lassen – ein riesiges Problem für die Medizin.

Schweißfluss reduzieren

Die zweite Möglichkeit der Geruchsbekämfung ist es, den Schweiß gar nicht erst entstehen zu lassen. Das geschieht bei den so genannten Antitranspirantien. Die entsprechenden Wirkstoffe reduzieren die Schweißproduktion – oder verengen die Schweißkanäle, so dass man gar nicht erst oder längst nicht so stark ins Schwitzen gerät. Denn wo das Körpersekret nicht austritt, entzieht man den Bakterien die Nahrung für ihre geruchsentwickelnden Stoffwechselprozesse.

Genau dieser Effekt lässt sich mit Aluminiumsalzen erzielen. Aufgetragen auf die Haut können diese jedoch in den Organismus übergehen und möglicherweise zur Entstehung von Krankheiten beitragen. Auch wenn es bislang keinen schlüssigen Beweis dafür gibt, äußern manche Forscher die Vermutung, dass Aluminium eine Rolle bei der Entstehung von Brustkrebs und Alzheimer spielen kann. Wenn Sie nicht gänzlich auf diese effektiven Geruchskiller verzichten möchten: Die Aufnahme der Aluminiumsalze durch den Organismus lässt sich reduzieren, indem man das Auftragen unmittelbar nach der Rasur vermeidet.

Aber auch aus einem zweiten Grund sind Aluminiumsalze im Deo in Verruf geraten: Sie lagern sich mit dem Schweiß in der Kleidung ab – und hinterlassen dort weisliche Ränder. Diese Ränder sind ausgesprochen hartnäckig und lassen sich mit gewöhnlichem Waschen kaum in den Griff kriegen.

Unabhängig davon gilt: Antitranspirantien greifen direkter in das Körpergeschehen ein als reine Deodorants – auch wenn sie den Schweißfluss nicht komplett unterbinden, sondern nur stark drosseln. Und es stellt sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, die Schweißproduktion der Haut dauerhaft unterbinden zu wollen. Schließlich ist das Schwitzen eine wichtige Körperfunktion. Die Flüssigkeit auf der Haut kühlt den Organismus. Das Schwitzen ist die körpereigene Klimaanlage.

Schweiß einfach abwaschen

Um die unangenehme Geruchsbildung zu vermeiden, gibt es nämlich noch eine weitere, außerordentlich bewährte Strategie, die sich insbesondere nach dem Sport oder an heißen Tagen anbietet: kurz abduschen! Das Wasser auf der Haut sorgt nicht nur für eine Abkühlung, sondern spült auch den Schweiß ab. Wenn man dabei nur maximal einmal am Tag Duschgel bzw. Seife verwendet, muss man auch bei täglich mehrmaligem kurzem Abduschen keine Austrocknung der Haut befürchten.