: Sicher schwimmen in der Natur

Egal ob Badesee, offenes Meer oder Flusslandschaft. Viele fühlen sich in natürlichen Gewässern wohler als in engen Pools. Doch damit das Schwimmvergnügen ungetrübt bleibt, sollte man gerade in der freien Natur ein paar Punkte beachten.

Unter den Wasserratten scheiden sich die Geister: Während manche einen gut temperierten Pool mit aufbereitetem Wasser bevorzugen, fühlen sich andere erst so richtig in Seen, Meeren oder Flüssen wohl. Während man sich im Freibadbecken laufend unter den Blicken das Bademeisters bewegt und auch die baulichen Anlagen strengen Sicherheitsanforderungen genügen, gilt in der freien Natur: Für gefahrlosen Badespaß ist man weitaus mehr – wenn nicht sogar vollständig – alleine verantwortlich.

Entscheidend ist hierbei, dass man mögliche Risiken richtig einschätzt und vermeidet. Denn wer auf einige wichtige Dinge achtet, geht beim Schwimmen in der Natur kein wesentlich höheres Risiko ein als in einer Badeanstalt oder einem Hotelpool.

Beflaggung ernst nehmen

Gelb, rot – und in machen Ländern nach wie vor auch grün: Viele beliebte Naturbadestrände werden beflaggt. In Deutschland übernimmt dies u.a. die DLRG. Eine einzige gelb-rote Flagge bedeutet hierbei: baden erlaubt, die Witterungsbedingungen sind gut. Ist zusätzlich noch eine gelbe Flagge gehisst, sind die Wasser- und Wetterbedingungen nur für geübte Schwimmer geeignet. Insbesondere Kinder sollten dann nicht ins Wasser gehen. Eine einzelne rote Flagge heißt immer: Badeverbot. Im Ausland kommen statt des gelb-roten Zeichens nach wie vor auch grüne Flaggen zum Einsatz. Außerdem gibt es schwarz-weiß karierte Flaggen. Diese kennzeichnen Bereiche, die Wassersportlern wie Surfern vorbehalten sind.

Nehmen Sie die Beflaggung in jedem Fall ernst!

Strömungen, Winde, Gezeiten

Egal ob im offenen Meer, in Badeseen oder auch in Flüssen: Bei großen Gewässern besteht immer das Risiko abgetrieben zu werden. Sei es durch ablandige Winde oder durch unerwartete Strömungen. Bevor man ins Wasser geht, sollte man sich daher immer folgende Fragen stellen: Aus welcher Richtung kommt der Wind – und wie stark ist er? Ist eine Strömung zu erkennen – oder gibt es sogar entsprechende Warnhinweise? Wann erreicht die Flut ihren Scheitelpunkt, so dass mit einer starken Gezeitenströmung vom Land weg zu rechnen ist?

Machen Sie sich, bevor Sie ins Wasser gehen, immer mit diesen örtlichen Gegebenheiten vertraut. Achten Sie außerdem darauf, ob sich in der Nähe Wasserstraßen für die Schifffahrt und den Bootsverkehr befinden.

Luftmatratzen und Schlauchboote als Risiko

Es ist herrlich, sich auf dem Wasser von einer Luftmatratze tragen zu lassen: Sanft schaukelnd gleitet man über das erfrischende Nass, während man die Sonne genießen kann. Doch Vorsicht: Solche Schwimmkörper können schon von minimalen Winden und Strömungen erheblich abgetrieben werden. Wer im falschen Moment kurz eindöst, kann schnell in ernsthafte Seenot geraten!

Bei Luftmatratzen, Schlauchbooten & Co. gilt daher: Seien Sie besonders achtsam. Und lassen Sie Kinder nie unbeaufsichtigt, wenn sie mit der Luftmatratzen und Co ins Wasser gehen!

Das rettende Ufer im Blick

Im Freibad und im Hotelpool ist das nächste rettende Ufer immer nur wenige Schwimmzüge entfernt. Anders in der freien Natur! Hier sind die Dimensionen fast immer deutlich größer – und schnell kann es passieren, dass man die Größe eines Gewässers unterschätzt. Schließlich beurteilen wir Entfernungen intuitiv danach, wie schnell wir sie zu Fuß überwinden können. Da wir schwimmend jedoch in einem viel geringeren Tempo vorankommen, wird aus einem von der Landseite aus betrachteten überschaubaren Badesee schnell ein herausforderndes Gewässer, wenn man beispielsweise einen Krampf bekommt.

Halten Sie sich daher zunächst immer in Ufernähe auf. Schwimmen Sie nur dann weiter hinaus, wenn Sie regelmäßig schwimmen gehen und sich körperlich fit fühlen.

Unbekannter Boden

Im Pool ist die Sache klar – im wahrsten Sinne des Wortes: Tiefe und Beschaffenheit des Bodens sind auf den ersten Blick zu erkennen. Und im Schwimmerbecken ist es selbstverständlich, dass man gefahrlos per Kopfsprung ins erfrischende Nass starten kann, wenn die Bahn frei ist. Anders jedoch in der freien Natur: Hier kann das Wasser getrübt sein – und gerade im Uferbereich auch sehr flach. Infolge unbedachter Sprünge in Seen kommt es immer wieder zu schwerwiegenden Verletzungen der Halswirbelsäule. Daher gilt: Springen Sie nur dann in ein natürliches Gewässer, wenn Sie sich absolut sicher sein können, dass es an dieser Stelle ausreichend tief ist.

Mögliche Verunreinigungen und Krankheitserreger

Bei Seen, Meeren und insbesondere Flüssen besteht immer die Möglichkeit, dass es zu Verunreinigungen kommt. Glücklicherweise ist die Gewässerqualität in Deutschland und auch in den meisten Ländern Europas heutzutage erheblich besser als noch vor wenigen Jahrzehnten, so dass dem Badevergnügen in der Regel nichts entgegen steht.

Achten Sie aber dennoch auf örtliche Hinweise und Medienberichte – und halten Sie sich an entsprechende Badeverbote. Verunreinigungen sind durch belastete Abwässer, aber auch starkes Algenwachstum möglich.

Unabhängig davon gelten natürlich die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen fürs Schwimmen, insbesondere: Nicht mit vollem Bauch und niemals alkoholisiert ins Wasser gehen. Sich vorher kurz kalt abduschen, damit der Kreislauf auf das kühle Nass vorbereitet ist. Und nur ins Wasser gehen, wenn man sich fit und gesund fühlt!