: Sonnenschutz: jetzt dran denken

Ende Juni, Anfang Juli steht die Sonne so hoch wie sonst nie in unseren Breiten. Die UV-Strahlung kann dadurch gerade jetzt besonders intensiv sein. Bei Aufenthalten im Freien darf daher ein umfassender Sonnenschutz nicht fehlen.

Keine Frage: Sonne tut gut. Das Sonnenlicht hebt unsere Stimmung. Die wärmenden Strahlen fühlen sich angenehm auf der Haut an. Und unter dem Einfluss des UV-Lichts der Sonne bildet unser Organismus das lebenswichtige Vitamin D.

Energieintensive Strahlung

Gleichzeitig hat das Licht unseres Zentralgestirns – speziell der darin enthaltene UV-Anteil –eine zerstörerische Kraft: Denn diese energiereiche Strahlung kann eine so genannte ionisierende Wirkung entfalten. Das bedeutet: UV-Licht kann kleinste Materiepartikel – die Elektronen – aus ihrer Bahn werden. Atome verändern dadurch ihre Ladung und ganze Moleküle können auseinanderfallen. Geschieht dies im Inneren einer Körperzelle, kann die Zelle bzw. die Erbinformation DNA Schaden nehmen.

Solche Zellschäden müssen vom Körper kompensiert werden. Das beschleunigt die Alterung. Und es kann passieren, dass infolge einer DNA-Veränderung der Bauplan der jeweiligen Zelle umgeschrieben wird. Dann „funktioniert“ die Zelle nicht mehr richtig und stirbt ab. Oder es kommt zu einer falschen und unkontrollierten Zellteilung. Wird das vom Körper nicht unterbunden, kann sich ein Tumor bilden. Es droht eine Krebserkrankung.

Hautkrebs-Gefahr reduzieren

Tatsächlich hat die Zahl der Hautkrebs-Erkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten stetig zugenommen. Grund dafür ist ein verändertes Freizeitverhalten. Erst seit wenigen Generationen verbringen die Menschen ihre Freizeit intensiv in der Sonne. Doch egal ob man sich im Freien sportlich betätigt oder einfach nur am Strand liegt: Ohne zusätzlichen Schutz kann die UV-Strahlung der Sonne schon nach wenigen Minuten erheblichen Schaden in der Haut verursachen. Kurzfristig führt das zu einem schmerzhaften Sonnenbrand. Langfristig erhöht sich damit jedoch die Gefahr einer Hautkrebs-Erkrankung.

Das sollten Sie konkret tun, um sich zu schützen:

  • Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor
    Egal ob Sonnencreme oder Sonnenmilch: Cremen Sie sich vor jedem längeren Aufenthalt in der Sonne damit ein – und achten Sie auf einen hohen Lichtschutzfaktor (LSF). Der LSF gibt an, um welchen Faktor sich der Selbstschutz der Haut verlängert. Beispiel: Würde Ihre Haut in der Sonnenstrahlung ungeschützt bereits nach 10 Minuten einen Sonnenbrand bekommen, geschieht des bei LSF 20 erst nach 200 Minuten. In diesem Fall können Sie also mehr als drei Stunden (180 Minuten) in der Sonne verbringen.
  • Rechtzeitig auftragen
    Alle Sonnenschutzmittel brauchen eine gewisse Zeit, um in die Haut einzuziehen und ihre Schutzwirkung entfalten zu können. Cremen Sie sich mindestens eine halbe Stunde vorher ein – und nicht erst, wenn Sie sich auf der Sonnenliege befinden.
  • Regelmäßig nachcremen
    Zwar versprechen die Hersteller von Sonnenschutzmitteln in der Regel, dass sie wasserfest sind. Dennoch kommt es mit der Zeit immer zum Abrieb, der insbesondere durch Schwitzen und Aufenthalt im Wasser begünstigt wird. Wiederholen Sie also das Eincremen nach einer gewissen Zeit und nach dem Aufenthalt im Wasser. Achtung: Ein wiederholter Auftrag von Sonnenschutzmitteln erhöht nicht den Lichtschutzfaktor!
  • Schutz durch Kleidung
    Bestimmte, besonders exponierte Körperpartien sollten Sie möglichst wenig der Sonne aussetzen. Dazu zählen die Ohren, die Nase und – bei Personen mit Glatze – die Kopfhaut. Denn diese Körperteile sind auch unabhängig von Sonnenbädern meist intensiv der Sonne ausgesetzt. Und gerade an diesen Körperstellen ist die Zunahme bestimmter Krebserkrankungen besonders auffällig. Schützen Sie also Ihren Kopf und Ihr Gesicht auch beim Sonnenbad mit einem geeigneten Kleidungsstück, z.B. einer Schirmmütze.
  • Mittagssonne vermeiden
    Die Intensität der UV-Strahlung variiert über den Tag deutlich. Am höchsten ist die Belastung zur Mittagszeit, wenn die Sonne ihren Höchststand erreicht. Das ist im Osten Deutschlands entlang der Oder-Neiße-Linie gegen 13 Uhr der Fall, im Westen, etwa in der Höhe von Dortmund oder Freiburg gegen 13:30 Uhr. Vermeiden Sie es, sich in den Mittagsstunden direkt der Sonne auszusetzen – und ziehen Sie sich in den Schatten zurück. Ist das nicht möglich, sollten Sie die Haut weitgehend durch Kleidung bedecken.  
  • Schutz durch Sonnenbrille
    Nicht nur die Haut, auch die Augen können durch UV-Strahlung Schaden nehmen. Zu viel UV-Licht kann auf Dauer die Augenlinse oder die Netzhaut beeinträchtigen. Die Sonnebrille ist daher nicht einfach ein modisches Accessoire. Wichtig: Achten Sie auf den richtigen UV-Schutz. Nur wenn die Brille mit der Kennzeichnung UV400 versehen ist, blockieren die Gläser zuverlässig die gefährlichen Anteile des Sonnenlichts. Außerdem gilt bei Sonnenbrillen: Lassen Sie unbedingt die Finger von billigen Fälschungen, bei denen die Gläser möglicherweise lediglich eingefärbt wurden, aber keinerlei effektiven Schutz vor dem UV-Licht bieten. Kaufen Sie Sonnenbrillen daher immer und ausschließlich im Fachhandel.