: Vorbeugung tut Not: Diabetes Typ 2 weiter auf dem Vormarsch

Ärzte schlagen regelmäßig Alarm: Diabetes ist weiter auf dem Vormarsch – und mit ihm schwerwiegende Folgeerkrankungen. Dabei ließe sich die Krankheit in den meisten Fällen verhindern – mit den richtigen Maßnahmen.

Beim Diabetes mellitus kommt es zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Die Zucker-Konzentration – genauer Glukose-Konzentration – erreicht einen kritischen Wert. Einerseits ist Glukose zwar ein lebenswichtiger Energieträger für die Körperzellen. Andererseits hat Glukose – in zu hoher Konzentration – eine zerstörerische Wirkung auf den Organismus. Insbesondere kleine Blutgefäße werden in Mitleidenschaft gezogen. Dadurch kann es zu erhebliche Schädigungen an der Netzhaut der Augen sowie in den Nieren kommen. Aber auch schwerwiegende Durchblutungsstörungen in den Füßen sind bei Diabetes keine Seltenheit. 

Mehr als jeder Zehnte betroffen

Tatsächlich sind Diabetes-Erkrankungen in Deutschland, aber auch im Rest der Welt, weiterhin auf dem Vormarsch. Hierzulande sind mittlerweile etwa 12 von 100 Menschen zwischen 20 und 79 Jahren daran erkrankt. Dabei gehen etwa 95 Prozent davon auf das Konto des so genannten Diabetes mellitus Typ 2.

Während es sich beim Diabetes mellitus Typ 1 um eine Autoimmunerkrankung handelt, die insbesondere durch Erbfaktoren und Virusinfektionen begünstigt wird, gilt Typ 2 als typisches Wohlstands-Phänomen. Denn Hauptursache für diese Diabetes-Variante ist Übergewicht. Mehr als 80 Prozent der Betroffenen schleppen deutlich und dauerhaft zu viele Pfunde mit sich herum.

Wirkungsvolle Prävention durch einfache Maßnahmen

Diabetes Typ 2 ist somit kein Schicksalsschlag, sondern hat immer eine Vorgeschichte. Die gute Nachricht dabei: Mit einer gesunden und bewussten Lebensweise kann man der Erkrankung zuverlässig vorbeugen. Entscheidend ist es, Übergewicht abzubauen – oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Das gelingt am zuverlässigsten durch eine Kombination aus ausgewogener Ernährung und viel Bewegung.

Die Erfahrung zeigt: Oft bringen hierbei kleine, aber dauerhafte Veränderungen im Alltag mehr als eine strenge Diät oder ein überambitioniertes Sportprogramm:

  • Vollkorn statt Weißmehl

Dass Süßigkeiten nicht gut für die Figur sind, ist wohl jedem klar. Aber auch Backwaren mit einem hohen Weißmehl- bzw. Auszugsmehl-Anteil, insbesondere Weißbrot, Kuchen, Croissants etc. sind nicht zu unterschätzen. Das darin enthaltene Mehl kann fast so einfach wie Zucker von der Verdauung aufgenommen werden. Ganz anders Vollkornmehl, in dem reichlich Ballaststoffe stecken. Die Verdauung nimmt die enthaltene Energie weitaus langsamer und vor allem gleichmäßiger auf, so dass wir erst später wieder Hunger bekommen. Heißhunger-Attacken werden unwahrscheinlicher. Außerdem stellt sich das Sättigungsgefühl schneller ein.

Inwiefern ein Brot aus Vollkornmehl gebacken wurde, kann man nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennen. Viele Brote werden mit Malz gefärbt, damit sie dunkler und somit vermeintlich gesünder aussehen. Andererseits heißt Vollkorn auch nicht, dass Sie auf ganzen Körnern herumbeißen müssen. Vollkornmehl kann genauso fein gemahlen sein wie Weißmehl.

  • Keine kalorienhaltigen Getränke mehr

Eine weit verbreitete Kalorienfalle sind gesüßte Getränke. Und damit sind nicht nur Cola und Limonaden gemeint, sondern auch Zucker im Kaffee oder Tee. Unterschätzt werden vielfach auch Fruchtsäfte. Zwar darf da gar kein Zucker beigesetzt werden. Doch die Früchte enthalten eben von sich aus schon reichlich Zucker. Als Durstlöscher sollten ausschließlich ungesüßte Getränke zum Einsatz kommen.

  • Ballast- und Bitterstoffe dank reichlich Gemüse

Wie bereits erwähnt, verlangsamen Ballaststoffe die Verdauung – und wirken sich so günstig auf die Energiezufuhr für den Organismus aus. Doch Ballaststoffe stecken nicht nur in Vollkornprodukten, sondern auch im Obst – und noch mehr im Gemüse. In vielen Gemüsesorten sind zudem wertvolle Bitterstoffe enthalten. Diese unterstützen ebenfalls das Sättigungsgefühl – und zügeln den Appetit.

Greifen Sie daher möglichst bei jeder Mahlzeit auch zu Obst und Gemüse. Oder noch besser: Machen Sie Obst bzw. Gemüse öfter mal zum Hauptbestandteil einer Mahlzeit.

  • Mehr Bewegung im Alltag

Viele Abnehmwillige machen den Fehler, den Fokus nur auf die Kalorienaufnahme zu richten – und sich beim Essen einzuschränken. Dabei ist es genauso wichtig, auch den Kalorienverbrauch zu erhöhen. Das ist durch ein Mehr an Bewegung möglich.

Damit das dauerhaft klappt, sollten Sie hierbei nicht nur an ein gezieltes Sportprogramm denken, sondern vor allem für mehr Bewegung im Alltag sorgen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten: Meiden Sie Rolltreppen und Fahrstühle – und nehmen Sie fortan die Treppe. Erledigen Sie Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad – anstatt selbst fürs Brötchenholen beim Bäcker um die Ecke in den Wagen zu steigen.

  • Sport, der Spaß macht

So wichtig die Bewegung im Alltag ist: In vielen Fällen wird es ohne regelmäßigen Sport nicht funktionieren. Seien Sie hierbei konsequent und suchen Sie sich eine Sportart, die Ihnen wirklich Spaß macht. Das kann individuell sehr unterschiedlich sein. Während der eine gerne in Gesellschaft aktiv ist und somit bei diversen Kursen im Fitness-Studio gut aufgehoben ist, sucht der andere eher die Ruhe beim Laufen im Wald. Andere wiederum fühlen sich im Wasser oder auf dem Fahrrad bei einer eher gemütlichen Tour besonders wohl.

Wichtig: Nehmen Sie sich nur so viel vor, wie Sie auch umsetzen können – und vermeiden Sie Frustrationen. Sonst werden Sie schnell Opfer des berüchtigten inneren Schweinehunds.

Übrigens: Crash-Diäten sollten Sie meiden. Denn diese führen meist nur zum Jojo-Effekt: Die Pfunde, derer man sich mühsam entledigt hat, sind nach der Diät noch schneller wieder da. Darunter leidet nicht nur das Selbstwertgefühl, sondern auch der Organismus.

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