: Vorsicht Glatteis: so kann man Stürze vermeiden

Bei Schnee- und Eisglätte sind Wege nicht immer so geräumt oder gestreut, wie sie es sein sollten. Es lohnt sich daher, selbst ein paar Maßnahmen zu ergreifen, um möglichst nicht ins Schlittern zu kommen.

Verglichen mit anderen Ländern sind die Winter bei uns eher mild. Vor allem im Westen und im Norden fällt meist wenig Schnee. Doch wenn er fällt, setzt sich der Frost oft fest. Werden Wege und Straßen dann nicht von Anbeginn geräumt und abgestreut, können sich gefährliche Eiskrusten bilden. Ist das der Fall, besteht ein deutlich erhöhtes Sturz- und damit Verletzungsrisiko.

Streu- und Räumpflicht

Zwar sollte es dazu eigentlich gar nicht kommen. Schließlich gibt es eine Streu- und Räumpflicht. Diese besagt, dass Anwohner die entsprechenden Wege verkehrssicher machen müssen. Allerdings ist es eben leider auch Realität, dass das Räumen bzw. Abstreuen nach Schneefall oder Eisbildung nicht bzw. nicht immer so zügig geschieht, wie es eigentlich erforderlich wäre.

Umso wichtiger ist es daher, selbst etwas dafür zu tun, um auf schneeglatten oder vereisten Flächen nicht ins Rutschen zu geraten:

  • Die richtigen Schuhe
    Mit der Wahl geeigneter Schuhe lässt sich das Sturzrisiko erheblich reduzieren. Geeignet sind Schuhe mit Sohlen, die über ähnliche Eigenschaften wie Winterreifen verfügen: Diese bestehen aus mittelweichen Kunststoffen bzw. Gummimischungen. Die Sohle gibt bei einem kräftigen Druck mit dem Daumen etwas nach.
    Achtung: Ein möglichst tiefes und dadurch markantes Profil erhöht nicht die Rutschfestigkeit auf Eis- und Schneeglätte! Denn entscheidend für die Rutschfestigkeit ist in erster Linie eine möglichst große Auftrittsfläche – von der Ferse über den gesamten Bereich des Fußballens bis hin zu den Zehen. Der Grund: Glatteis ist deswegen so rutschig, weil sich durch das Gewicht des menschlichen Körpers unter dem Fuß Druck aufbaut. Unter diesem Druck schmilzt eine minimale Schicht des Eises, so dass sich ein Wasserfilm bildet, auf dem die Schuhe quasi im mikroskopischen Maßstab aufschwimmen, wodurch wir erst ins Rutschen kommen.
  • Einfache Hilfsmittel gegen das Rutschen
    Weil das eigentliche Rutsch-Risiko durch diesen Wasserfilm entsteht, hilft auch ein einfacher Trick: Wenn man sich über die Sohle dicke Socken überzieht, dann saugt die Wolle das gefährliche Schmelzwasser unter den Schuhen auf – zumindest zu einem Teil. Der „Aufschwimm-Effekt“ wird so durch ganz einfache Mittel unterbunden. Außerdem gibt es inzwischen spezielle Mikrofaser-Überzieher, bei denen das Schmelzwasser unter den Füßen effektiv aufgesogen wird. Möglich macht das eine spezielle Materialstruktur mit zahlreichen sehr feinen und langgestreckten Hohlräumen, die das Schmelzwasser aufnehmen. Der Wasserfilm kann sich so gar nicht erst bilden – ein effektiver Glatteisschutz.
  • Vorsicht bei schiefen Ebenen
    Besonders groß ist das Risiko auf schiefen Ebenen, also auf abschüssigen Wegen, Auffahrten etc. Dort ist ein Ausrutschen prinzipiell auch aus dem Stand heraus möglich. Denn die schiefe Ebene lenkt die nach unten ziehende Schwerkraft quasi zur Seite hin ab. Und je größer das Gefälle, desto stärker dieser Effekt. Meiden Sie daher entsprechende Passagen und gehen Sie lieber einen kleinen Umweg. Oft hilft es schon weiter, die Straßenseite zu wechseln. Und im Zweifelsfall ist es auch sicherer, nicht auf Wegen zu gehen, auf denen der Schnee bereits platt getreten wurde, sondern daneben. Denn Schnee wird erst dann zur Rutschpartie, wenn er verdichtet wird.

Unabhängig davon gilt, wenn Schnee gefallen ist oder sich Glatteis gebildet haben könnte: Bewegen Sie sich langsam vorwärts und machen Sie kleine Schritte. Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen und einen allzu großen Krafteinsatz der Beine. Denn je mehr Kraft wir einsetzen und je schneller wir unser Körpergewicht verlagern, desto wahrscheinlicher ist es, dass auf glatter Fläche die Haftreibung der Schuhsohlen nicht mehr ausreicht – und die Schwerkraft uns erbarmungslos herunterzieht.

Daher ist es auf verschneiten oder vereisten Wegen immer empfehlenswert, beide Hände frei zu halten. Das macht es leichter, einen möglichen Sturz abzufangen – und sich unter Einsatz der Hände abzurollen, so dass der Aufprall auf dem Boden nicht so stark und damit schmerzhaft ausfällt. Gerade das Abrollen beim Fallen kann einen vor üblen Verletzungen bewahren – und lässt sich trainieren. Bei Kampfsportarten wie Judo und Aikido, bei denen Stürze laufend vorkommen, gehört genau das zu den ersten Übungseinheiten.

Zu guter Letzt heißt es noch, einen weiteren häufigen Fehler möglichst zu vermeiden: Das Festhalten an einer anderen Person. Dadurch erhöht sich nämlich nicht die Sicherheit. Stattdessen steigt das Risiko, dass zwei Personen stürzen. Denn verliert einer die Bodenhaftung, reist er auf glattem Grund typischerweise die zweite Person mit herunter. Festhalten ist nur dann eine Option, wenn die andere Person so gut steht, dass sie nicht ausrutschen kann.

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