: Wespen-Hochsaison

Gerade im Spätsommer gesellen sich gerne ungebetene Gäste an den Tisch: Wespen. Wenn man nicht aufpasst oder gar hektisch um sich schlägt, droht ein Stich. Daher ist es gut zu wissen, was die Insekten fern hält – und wie man Stiche richtig behandelt.

Ab August machen sich die Wespenvölker wieder verstärkt bemerkbar. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen gibt es jetzt weniger Blütennektar. Die Wespen machen sich daher auf die Suche nach alternativen Nahrungsquellen. Der Zwetschgenkuchen auf dem gedeckten Kaffeetisch kommt da gerade recht. Zum anderen stirbt die alte Königin im Herbst, der Wespenstaat löst sich auf. Die nun heimatlosen Arbeiterinnen und Jungköniginnen streunen umher – bis der Kälteeinbruch ihr Leben beendet bzw. sie in die Winterstarre zwingt.

Vergleichsweise aggressives Verhalten

Dabei sind es nur zwei von elf Wespenarten, die sich dem Menschen nähern und quasi gezielt bei uns auf Nahrungssuche gehen: Die so genannte Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Allerdings handelt es sich bei beiden Arten um vergleichsweise aggressive Tiere. Wie viele aus schmerzhafter Erfahrung wissen, stechen diese nicht nur bei einer ganz konkreten Bedrohung zu, sondern auch bei heftigen Bewegungen oder wenn man ihrem Nest zu nahe kommt. Im Vergleich dazu ist die weitaus größere Hornisse – ebenfalls eine Wespenart – weitaus harmloser: Sie begegnet dem Menschen nur zufällig und reagiert weitaus weniger aggressiv auf schnelle Bewegungen.

Ablenkung durch Fütterung

Was also kann man tun, um die beiden lästigen Wespenarten möglichst fern von Balkon und Terrasse zu halten? Experten empfehlen als wirksamstes Mittel die so genannte Ablenkfütterung. Dazu richtet man einen kleinen Futterplatz für die Insekten ein – zum Beispiel ein Schälchen oder ein gekipptes Glas mit etwas Zuckerwasser, Honig, Marmelade oder Trauben. Dieser Futterplatz sollte sich dabei in einer abgelegenen Ecke befinden – also möglichst weit entfernt von den Orten, wo Sie sich gerne aufhalten und die Kaffeetafel decken. Die Wespen gewöhnen sich an die Futterstelle – und haben dann in der Regel keinerlei Bedarf mehr, sich über menschliche Lebensmittel herzumachen.

Außerdem verabscheuen Wespen bestimmte Düfte – insbesondere die von Lavendel, Nelken und Zitrusfrüchten. Es macht daher durchaus Sinn, rund um die Terrasse Lavendel zu pflanzen. Auch im Topf gedeiht die blauviolette, kräftig duftende Pflanze, so dass man den Balkon ebenfalls entsprechend bestücken kann. Ein weiteres Anti-Wespen-Mittel sind Zitronenscheiben, die man mit Nelken spickt und auf dem Tisch verteilt. Allerdings sind diese, auf den Geruchssinn der Tiere abzielenden Methoden, nicht so effektiv wie die Ablenkungsfütterung. Es lohnt sich dennoch, es auch damit zu versuchen – und beides miteinander zu kombinieren.

Lockende Duftstoffe

Andersherum gilt: Bestimmte Duftstoffe sollte man unbedingt vermeiden, insbesondere süßliche Parfüms. Von diesen werden die Plagegeister genauso angezogen wie von farbenfroh leuchtender Kleidung. Denn die Tiere nutzen neben ihrem Geruchs- auch ihren Sehsinn für die Nahrungssuche – und können daher ein entsprechendes Kleidungsstück auf den ersten Blick durchaus mit einer verlockenden Blüte verwechseln.

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch zu einer schmerzhaften Wespen-Begegnung mit Stich, ist es sinnvoll, das Wespengift so schnell wie möglich zu neutralisieren. Das gelingt am effektivsten mit einem gezielten Wärmereiz. Denn das Gift, das die Wespe unter die Haut spritzt, zerfällt bei Temperaturen über 40 Grad. Dazu gibt es seit einiger Zeit spezielle Stichheiler mit einem Keramikkopf, der sich auf bis zu 50 Grad erhitzt. Diesen setzt man dann auf die Einstichstelle. Dabei gilt: Je eher der Stichheiler zum Einsatz kommt, desto geringer fällt die Gegenreaktion des Körpers – Juckreiz, Schwellung etc. – aus.

Bewährte Hausmittel

Hat man keinen Stichheiler zur Hand, ist es sinnvoll, die Einstichstelle zu kühlen – mit Wasser, Eis oder einer aufgeschnittenen Zwiebel. Auch dadurch reduziert sich die Gegenreaktion des Körpers. Und zur weiteren Versorgung empfehlen sich entzündungshemmende und juckreizstillende Salben aus der Apotheke.

Generell sind Wespenstiche zwar sehr schmerzhaft, aber im Normalfall harmlos – auch wenn die Einstichstelle kräftig anschwellen kann. Anders verhält es sich jedoch, wenn die Wespe beim Verschlucken bzw. im Rachen zugestochen hat. Das ist immer ein Fall für den Notarzt, denn es besteht konkrete Erstickungsgefahr! Auch beim Verdacht auf eine Allergie sollten Sie umgehend medizinische Hilfe suchen. Allergieverdacht besteht insbesondere, wenn die Schwellung nicht lokal um die Einstichstelle begrenzt bleibt bzw. sich großflächig Pusteln bilden.

Übrigens: Wespen sind nicht nur auf den süßen Blütennektar angewiesen. Ihre Larven brauchen eiweißreiche Kost. Normalerweise versorgen sie dazu den Nachwuchs mit erbeuteten Insekten, die sie kleingekaut haben. Aber auch Fleisch, Wurst und Fisch sind dazu geeignet. Daher machen sich die Tiere gelegentlich auch über herzhaft gedeckte Tafeln her.

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