: Natürliche „Antibiotika“: Gewürze & Co.

Knoblauch, Zwiebeln und bestimmte Gewürze enthalten Substanzen, die das Wachstum von Krankheitserregern bremsen können. Lesen Sie, wie Scharfes und Würziges das Immunsystem unterstützen kann.

Bestimmte Gewürze sind schon lange für ihre antibakterielle Wirkung bekannt. Zwar handelt es sich dabei nicht um Antibiotika im pharmazeutischen Sinn. Knoblauch, Zwiebeln, Chili und Küchenkräuter können Arzneimittel nicht ersetzen. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, zur Vorbeugung oder auch bei einer leichten Erkrankung etwas kräftiger als sonst ins Gewürzregal zu greifen.

Knoblauch als Killer

Knoblauch senkt nachweislich die Cholesterinwerte und ist für seinen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System bekannt. Zusätzlich kann die Knolle jedoch auch Bakterien an ihrem Wachstum hindern. Eine Studie der Universität von Ost-London konnte sogar zeigen, dass der Knoblauch-Inhaltsstoff Staphylokokken, die beispielsweise Lungenentzündungen verursachen können, im Labor abtötete.

Zwar lassen sich diese Laborergebnisse nicht eins zu eins auf die Situation im menschlichen Organismus übertragen. Dennoch zeigt diese Studie einmal mehr: Knoblauch ist nicht nur aus geschmacklicher Sicht eine Bereicherung, sondern auch aus gesundheitlicher. Greifen Sie daher so oft wie möglich zu Knoblauch, auch wenn Sie dabei eine Nebenwirkung in Kauf nehmen müssen: Der Wirkstoff Allicin sorgt für den strengen Geruch, der die Mitmenschen nach einem entsprechend gewürzten Gericht belästigen kann. Hier gilt es, ein gesundes Mittelmaß zu finden und z.B. immer nur dann mit Knoblauch zu kochen, wenn man am Folgetag keine wichtigen Termine hat.

Zwiebeln: wirkungsvoll als Tee

Auch Zwiebeln enthalten diesen Wirkstoff, wenn auch nicht in so hoher Dosierung. Dafür warten Zwiebeln mit weiteren Schwefelverbindungen und dem Farbstoff Quercetin auf, die ebenfalls antibiotische und desinfizierende Wirkungen haben. Für einen gesundheitsfördernden Effekt ist bei Zwiebeln jedoch eine deutlich höhere Dosierung als beim Knoblauch notwendig, z.B. in Form eines Zwiebeltees. Schneiden Sie dazu eine mittelgroße Zwiebel in Scheiben und lassen Sie diese rund fünf Minuten in einem halben Liter köcheln. Gießen Sie das Kochwasser ab, fangen Sie es auf und geben Sie etwas Honig hinzu. Dieser so gewonnene Tee ist ein altbewährtes Hausmittel gegen hartnäckige Erkältungen und Bronchitis.

Ingwer: scharfes aus Fernost

Diese Knolle spielt nicht nur in den Küchen Asiens eine große Rolle, sondern auch in den dortigen traditionellen Heilkünsten. Ingwer kommt bei ayurvedischen Behandlungen vielfach zum Einsatz und gilt als schmerzstillend, entzündungshemmend und antibakteriell. Für diese Wirkungen sind nicht zuletzt die so genannten Gingerole verantwortlich, also die Substanzen, die dem Ingwer seinen strengen und scharfen Geschmack verleihen. Wissenschaftlich gut belegt ist, dass Gingerole das Wachstum von Bakterien des Typs Helicobacter pylori hemmen, also jene Bakterien, die eine Magenschleimhautentzündung auslösen können.

Thymian & Salbei: wertvolle ätherische Öle

Viele ätherische Öle haben ebenfalls einen antibakteriellen und antiviralen Effekt. Und solche Öle stecken u.a. in Kräutern. Effektiv bei Erkältungskrankheiten sind dabei insbesondere Thymian und Salbei. Sie hemmen nicht nur das Wachstum von Krankheitserregern, sondern lösen auch den Schleim, in dem sich die Erreger gut einnisten können.

Thymian und Salbei eignen sich dabei sowohl als Gewürz für Salate, Suppen und Fleischgerichte. Sie lassen sich auch hervorragend als Tee aufbrühen. Ein gehäufter Teelöffel ist ausreichend für einen halben Liter. Lassen Sie den Tee mindestens fünf Minuten ziehen, süßen Sie ihn nach Geschmack mit etwas Honig und trinken Sie ihn möglichst heiß.

Chili: doch kein Antibiotikum

Immer wieder heißt es, Bakterien werden durch scharfe Gewürze abgetötet. Vor allem dem Chili wird daher eine antibiotische Wirkung nachgesagt. Doch das stimmt so nicht. Zwar wehrt der scharfe Inhaltsstoff, das Capsaicin, Fressfeinde der Chili-Pflanze ab. In Laborversuchen zeigte das Capsaicin jedoch keinen Bakterien abtötenden Effekt.

Chili kann daher nur indirekt das Immunsystem unterstützen, und zwar durch seine Schärfewirkung. Capsaicin gaukelt den Nerven vor, dass die Schleimhäute verletzt sind. In der Folge reagiert der Körper mit einer stärkeren Durchblutung, um einen Schaden zu reparieren, der gar nicht vorhanden ist. Diese stärkere Durchblutung fördert jedoch lokal die Immunabwehr.

Küchentipp: heiße Suppe für kalte Tage

Schneiden Sie eine Zwiebel klein, braten Sie diese in etwas Öl goldbraun an, gießen Sie Wasser nach. Würzen Sie diese Suppe nun mit Gemüsebrühe, etwas Knoblauch, Thymian, Salbei sowie ggf. und je nach Geschmack Ingwer und Chili. So erhalten Sie schnell eine geschmackvolle „heiße Tasse“, die Sie von Innen wärmt und gleichzeitig das Immunsystem unterstützt.