: Radfahren - aber bitte elektronisch!

E-Bikes erfreuen sich hierzulande immer größerer Beliebtheit. Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) zufolge wurden allein 2018 rund 980.000 Stück verkauft.

Gut so, sagen Experten, denn in Sachen Fitness und Gesundheit sind sie tatsächlich empfehlenswert! Der Antrieb eines E-Bikes unterstützt beim Radeln, arbeitet aber nicht gänzlich von allein. Daher profitieren Körper und Geist auch bei dieser Variante des Radfahrens. Besonders geeignet ist sie für ältere, übergewichtige oder untrainierte Menschen.

Motivation und Gesundheitsnutzen

Wer sich auf ein elektro-motorisiertes Zweirad schwingt, merkt schnell: Diese Art der Fortbewegung hat ihre Vorteile. Gelenke werden geschont. Hügel, Gegenwind und lange Strecken verlieren ihren Schrecken. Geschwindigkeit macht Spaß. In der Folge steigt die Motivation, sich zu bewegen. Ein Effekt, den Wissenschaftler an der Universität von Colorado im Jahr 2016 nachweisen konnten. 20 Männer und Frauen nahmen an ihrer Studie teil. Die Aufgabe der nicht regelmäßig Sporttreibenden: Einen Monat lang mindestens drei Mal wöchentlich für 40 Minuten E-Bike, genauer Pedelec, fahren. Das Ergebnis sprach für sich. Alle Probandinnen und Probanden hatten die genannten Zeiten eingehalten. Elf von ihnen traten sogar bis zu 50 Prozent länger in die Pedale, als verlangt. Und obwohl sie ihre Geschwindigkeit selbst hatten wählen dürfen, erzielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine wirkungsvolle Trainingsintensität. Der Vergleich von Vorher-Nachher-Untersuchungen ergab, dass alle fitter und gesünder waren als noch zu Beginn der Studie. So hatten sich zum Beispiel Blutzuckerwerte verbessert und das Körperfett verringert.

Pedelec, S-Pedelec oder E-Bike

Diese Begriffe gehen häufig durcheinander. Doch fast immer ist ein Pedelec gemeint, wenn von einem E-Bike gesprochen wird. Für das Pedelec (Pedal Electric Cycle) sind weder Führerschein noch Zulassung oder Versicherungskennzeichen nötig. Es verfügt über einen Elektromotor mit höchstens 250 Watt Leistung. Dieser unterstützt Fahrer oder Fahrerin bis zu einer maximalen Geschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde – stufenweise regulierbar. Wer schneller unterwegs sein möchte, muss auf eigene Körperkraft setzen.

Hinter dem S-Pedelec verbirgt sich ein „Speed-Pedelec“, das Nutzerin oder Nutzer bis zu beachtlichen 45 Kilometer pro Stunde schnell werden lässt. Auch hier müssen Fahrerin oder Fahrer jedoch selbst in die Pedale treten, bevor der Schub durch den Motor beim Radeln entlastet. Die S-Pedelecs gelten als Kleinkrafträder. Fahrer müssen daher mindestens 16 Jahre alt sein sowie eine Betriebs- und die Fahrerlaubnis Klasse AM besitzen. Zusätzlich ist in Versicherungskennzeichen zu investieren. Ein Helm darf während der Fahrt ebenfalls nicht fehlen.

Auf dem eigentlichen E-Bike geht es hingegen auch voran, ohne eigene Körperkraft einzusetzen. Bis maximal 20 Kilometer pro Stunde lässt es sich per Drehgriff oder Schaltknopf fahren. Ist es eiliger, müssen Fahrerin oder Fahrer auch hier selbst aktiv werden. Wie das S-Pedelec verfügt das E-Bike über einen leistungsstärkeren Antrieb als ein normales Pedelec. Damit läuft es ebenso in der Kategorie Kleinkraftrad. Bevor man sich also in den Sattel schwingen kann, braucht es eine Mofa-Prüfbescheinigung, eine Betriebserlaubnis sowie Versicherungskennzeichen. Helmpflicht besteht für dieses Modell nicht.

Ganz wichtig: Auf Radwegen ist das Fahren von S-Pedelecs generell verboten. Sie gehören auf die Straße. E-Bikes sind auf Radwegen nur dann erlaubt, wenn ein Zusatzschild „Mofa frei“ vorhanden ist. Pedelecbesitzerinnen und -besitzer dagegen fahren hier richtig.