: Kids auf dem Zweirad

Sonntags gemeinsam rauf aufs Rad und raus ins Grüne zum Familien-Picknick? Das ist vor allem im Frühjahr und Sommer eine tolle Idee! Doch bevor es losgeht, sollten Eltern prüfen, ob ihr Nachwuchs auf dem Fahrrad wirklich sicher unterwegs ist. Wir haben Ihnen Wissenswertes und Tipps zum Thema zusammengestellt.

Achtung, Anfänger!

Es gibt keine allgemeingültige Regel, wann Kinder in der Lage sein sollten, Radzufahren. Hier gilt – wie eigentlich bei allen Entwicklungsschritten der Sprösslinge: Jedes Kind ist individuell und hat sein ganz eigenes Tempo.. Wenn Sie Ihren Nachwuchs gern aufs Fahrradfahren vorbereiten möchten, sind Roller oder Laufräder eine Möglichkeit. Damit können die Kleinen Gleichgewichtssinn und Motorik spielerisch trainieren, bevor es richtig losgeht. 

Ist es dann soweit und das erste Zweirad steht in der Garage, sind Sie als Eltern gefragt, in den Sattel zu helfen. Das geht am Besten so:

  • Verzichten Sie auf Stützräder, Roller oder Laufrad sind die bessere Vorbereitung.
  • Sorgen Sie für ein sicheres Umfeld ohne Verkehr. Als erstes stehen Dinge wie Gleichgewicht halten, Treten, Lenken, Anfahren und Bremsen auf dem Programm – Das ist genug.
  • Nehmen Sie sich Zeit, um mit Ihrem Kind das Rad zu erkunden. Wichtig bevor Sie starten: Wo sitzen die Bremsen und wie funktionieren sie? Üben Sie das vorab.
  • Geben Sie lieber Anschub statt kontinuierlich zu schieben. Halten Sie dabei Ihr Kind, nicht das Rad selbst und geben Sie Hilfestellungen möglichst von der Seite oder von vorn. So lernt das Kind am besten, Gleichgewicht zu halten und beim Fahren geradeaus zu schauen.
  • Sie können für die ersten Fahrten auch die Pedale abnehmen, so dass diese nicht stören. Im Rollen bekommt Ihr Kind so zunächst ein Gefühl für das Zweirad.
  • Keine Angst vor Stürzen! Auch das Fallen will gelernt sein und ist eine wichtige Erfahrung. Bei ersten Fahrübungen ist Ihr Kind auf einem kleinen Rad und nicht zu schnell unterwegs. So ist das Verletzungsrisiko eher gering. Dennoch: der Helm sollte natürlich nicht fehlen und wer möchte, nutzt zusätzlich Arm- und Knieschoner oder lange Kleidung.

Nicht vergessen: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Das Wichtigste ist, dass Sie und vor allem Ihr Kind mit Spaß bei der Sache sind und bleiben. Dann klappt’s auch mit dem Radfahren.

Ab wann per Rad zur Schule?

Sind die ersten Runden gedreht, braucht es viel Übung, damit Ihr Kind lernt, sich sicher auf dem Fahrrad zu bewegen. Aber um am Verkehr teilzunehmen, braucht es mehr als das. Wichtige geistige und körperliche Entwicklungsschritte wollen vollzogen sein, bevor der Nachwuchs auch hier alles im Blick hat. Denn kleine Kinder nehmen ihre Umwelt anders wahr als wir Erwachsene. Einige Beispiele:

  • Sie können Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht richtig einschätzen.
  • Sie haben Schwierigkeiten damit, zu erkennen, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt und ob es wichtig oder unwichtig ist.
  • Sie verarbeiten Sinneseindrücke langsamer.
  • Sie lassen sich leicht ablenken.

Erst im Alter von etwa acht Jahren beginnen Kinder, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, ob eine Situation ihnen gefährlich werden kann. Sei es das Klettern im Baum oder das Hinuntersausen eines Hügels mit dem Fahrrad. Noch später – im Alter von neun bis zehn Jahren – lernen die Kleinen dann, entsprechend prophylaktisch zu handeln und greifen zum Beispiel selbst zum Fahrradhelm.

Ein Wort zum Fahrradhelm

Es stimmt, gesetzlich vorgeschrieben ist er in Deutschland nicht. Dennoch kann er Sie und Ihr Kind vor schweren Verletzungen schützen. Ihn zu tragen, ist somit richtig und wichtig. Seien Sie Vorbild. Dann wird auch Ihr Nachwuchs diesen Kopfschutz gerne nutzen – zumal es inzwischen an poppigen Farben und trendigen Designs nicht mehr mangelt. Achten Sie beim Helmkauf auf das CE-Prüfzeichen sowie die Normhinweise DIN EN 1078 für Erwachsene und DIN EN 1080 für Kinder. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten und testen Sie vor Ort unbedingt auch den richtigen Sitz des Fahrradhelms.
 

Wer sicher mit dem Zweirad unterwegs sein möchte, muss über das vorausschauende und vorbeugende Gefahrenbewusstsein hinaus aber natürlich auch die wichtigsten Verkehrsregeln und -zeichen kennen sowie befolgen können. Der ADAC empfiehlt daher, Kinder erst nach der schulischen Radfahrprüfung in der 3. oder 4. Klasse in den Straßenverkehr zu entlassen. Die Deutsche Verkehrswacht spricht sich dafür aus, Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer im Grundschulalter besser zu Fuß zur Schule zu schicken. Gesetzliche Vorgaben gibt es jedoch nicht. Auch Schulen sind nicht berechtigt, das Radfahren auf dem Schulweg zu verbieten.

Letztendlich sind Sie als Eltern gefordert, mit Ihren Kindern zu üben und deren Fähigkeiten richtig einzuschätzen.