: So macht Sportmuffeln Bewegung Spaß

Vielen Gesundheitsproblemen lässt sich mittels regelmäßiger Bewegung vorbeugen. Dennoch wächst die Zahl derer, die gar keinen Sport treiben. Umso wichtiger ist es, dass auch Sportmuffel die Freude an der Bewegung wieder entdecken.

Wer sportlich aktiv ist oder sich sonst viel im Alltag bewegt, hat ein deutlich niedrigeres Risiko, mit Rückenbeschwerden, Diabetes Typ II und Herz-Kreislauf-Erkrankungen konfrontiert zu werden. Der positive Effekt des Sports auf die Gesundheit ist unbestritten und wurde in zahllosen medizinischen Studien nachgewiesen.

Sportmuffel auf dem Vormarsch

Umso irritierender ist es, dass immer mehr Deutsche vollständige Sport-Abstinenzler sind und sich so gut wie gar nicht bewegen, wie aktuelle Untersuchungen zeigen. Tatsächlich ist den meisten der wenig oder gar nicht sportlich Aktiven durchaus bewusst, dass es gut wäre, wenn sie sich mehr bewegen würden. Denn sie haben in der Regel eine Erklärung parat, warum sie keinen Sport treiben: Zeitmangel, Erschöpfung nach langem Arbeitstag, unregelmäßige Arbeitszeiten oder das Fehlen eines geeigneten Trainingspartners sind die üblichen Argumente.

Sport für viele Menschen unattraktiv

Faktisch ist es der so genannte „innere Schweinehund“, der diese Menschen dauerhaft vom Sport abhält. Das Positive daran: Die meisten haben sich nicht bewusst gegen Sport entschieden. Vielmehr ist ihnen die Bewegung nicht wichtig genug, um sie regelmäßig in den anstrengenden und eng getakteten Alltag zu integrieren. Kein Mensch kommt als Bewegungsmuffel auf die Welt – im Gegenteil: Jedes Kind will laufen lernen – und wenn sie älter werden, toben sie ausgiebig. Doch diese kindliche Freude an der Bewegung geht leider viel zu oft verloren.

Sport als gelernte Frustration

Das Problem: Gerade Kinder, bei denen die körperliche Entwicklung etwas langsamer verläuft, geraten ins Hintertreffen. Wer etwa beim Werfen oder Fangen eines Balls nicht ganz so geschickt ist, wird meist als letzter gewählt, wenn es darum geht, eine Schulmannschaft aufzustellen. Und im Spielverlauf werden diese Schüler von den anderen als Anspielpartner möglichst gemieden. Selbst unter den sportlich Begabten verlieren viele früher oder später das Interesse. Denn wer in einer Sportart im Verein erfolgreich ist, wird schnell für Ligaspiele und Wettkämpfe eingesetzt. Dann bleibt wenig Zeit, sich mit Freunden zu treffen oder abends auszugehen. Gerade während der Pubertät kann das zu Konflikten und Frustrationen führen.

Freude an Bewegung neu entdecken

Die gute Nachricht: Sport ist auch jenseits von Leistungszwang, Gruppendruck und Pflichtspielen möglich! Und es gibt zahllose Beispiele von Menschen, die in ihrer Kindheit wegen einer zu schmächtigen Figur, zu ungeschicktem Umgang mit dem Ball oder schlechtem Schwimmstil von ihren Mitschülern belächelt worden sind, im Erwachsenenalter aber plötzlich beim Triathlon mitmachen, Alpengipfel erklimmen oder viele tausend Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegen. Sie haben es geschafft, die Freude an der Bewegung wieder zu entdecken.Für Menschen, die aktuell oder seit längerem nicht sportlich aktiv sind, aber sich dennoch gerne wieder mehr bewegen möchten, haben wir folgende Tipps:

  • Versuchen Sie, sich daran zu erinnern, welche Art von Bewegung Ihnen als Kind besonders viel Spaß gemacht hat. Vielleicht war es, das Klettern, Schwimmen oder soeben erlernte Fahrradfahren?
  • Horchen Sie in sich hinein, um herauszufinden, warum Sport in ihrem bisherigen Leben so unattraktiv ist. Wer Sport bislang gemieden hat, hat oft negative Erfahrungen gemacht.
  • Schließen Sie mit dieser Vergangenheit ab: Ihr Sportsgeist wird heute von niemandem mehr benotet. Es gibt kein Pflichtprogramm, das Sie erfüllen müssen. Sinn und Zweck der Bewegung ist es, Ihre Lebensfreude zu erhöhen.
  • Entscheiden Sie sich bewusst für eine konkrete Lieblings-Bewegungs-Art. Das muss kein Sport im eigentlichen Sinn sein – im Gegenteil: Gerade gemächliche Radtouren oder Bergwanderungen sind geeignet, um die verloren gegangene Freude an der Bewegung wieder zu entdecken.
  • Scheuen Sie sich nicht, vermeintlich kindischen Aktivitäten nachzugehen: Wenn Sie gerne hüpfen, dann kaufen Sie sich ein Trampolin!
  • Trainieren Sie alleine oder mit Personen, die eine ähnliche Einstellung wie Sie haben. Meiden Sie jede Form von Zwang, Wettkampf und Leistungsdruck. Es kommt einzig darauf an, dass Sie Spaß haben.
  • Beobachten Sie Ihre Entwicklung – und seien Sie stolz auf sich. Sie haben es geschafft Ihren „inneren Schweinehund“ zu überwinden!