: Verschleppte Erkältung - Gefahr fürs Herz

Erkältungen (grippale Infekte) empfinden wir zwar als lästig, oft genug lassen wir uns von Abgeschlagenheit, Schnupfen und Co. jedoch nicht aus dem gewohnten Tagesablauf bringen. Aber schon ein mittelschwerer Verlauf kann Folgen haben.

Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie. Diese umgangssprachliche Faustregel für gewöhnliche Erkältungskrankheiten liegt erstaunlich nahe an den meisten tatsächlichen Krankheitsverläufen – und beschreibt gleichzeitig recht gut, dass die meisten Erkältungen eher harmloser Natur sind und von ganz alleine wieder verschwinden. Doch es kommt immer wieder vor, dass Erkältungen „verschleppt“ werden, also über einen längeren Zeitraum dem Körper zu schaffen machen – und eben nicht nach gut einer Woche ausheilen. Handelt es sich nur um eine schniefende Nase, ist das nicht unbedingt Grund zur Sorge. Etwas heftigere Symptome oder weitere Komplikationen, die länger anhalten, sollten Anlass zur Vorsicht sein. Denn schwächt der grippale Infekt den Körper über einen längeren Zeitraum, können innere Organe Schaden nehmen.

Wann grippale Infekte zur Gefahr werden

Dies kann bei einem grippalen Infekt drohen, der nicht richtig auskuriert wurde. Im Verlauf eines grippalen Infekts treten häufig grippeähnliche Symptome auf, neben Husten, Schnupfen, Heiserkeit auch Gliederschmerzen, ein starkes Abgeschlagenheitsgefühl sowie eine erhöhte Körpertemperatur oder leichtes Fieber. Im Gegensatz zur echten Grippe, die von bestimmten Influenza-Viren ausgelöst wird und in der Regel mit hohem Fieber einhergeht, sind für grippale Infekte die eigentlich harmlosen und viel einfacher gebauten Erkältungsviren verantwortlich. Da sich diese Viren jedoch laufend verändern, kommt es gelegentlich vor, dass unser Immunsystem mit einem Virenstamm konfrontiert wird, den es nicht sofort ausschalten kann. Die Körperabwehr muss dann – bildlich gesprochen – erst den passenden Schlüssel finden, um diese Viren unschädlich zu machen. In dieser Zeit kann es zu grippeähnlichen Symptomen kommen, so dass auch eine gewöhnliche Erkältung uns durchaus aus der Bahn werfen kann.

Kommt dann hinzu, dass unser Organismus schon anderweitig geschwächt ist, sei es durch Stress, Schlafmangel oder auch eine Vorerkrankung, kann sich das Finden des passenden Schlüssels durchaus hinziehen. Doch das ist nicht unkritisch. Denn das Immunsystem mobilisiert für den Feldzug gegen die Krankheitserreger quasi alle Kräfte. Das Problem: Schonen wir in dieser Phase unseren Körper nicht ganz bewusst, sondern machen weiter wie sonst auch, kann es leicht zu einer Überlastungssituation kommen  und die Viren auf andere Körperregionen übergreifen.

Dauerhafte Schädigung des Herzmuskels möglich

Insbesondere das Herz kann in Mitleidenschaft gezogen werden. So lassen sich unter anderem Herzmuskelerkrankungen auf Adenoviren zurückführen, die häufig eine Ursache von Erkältungen. Zwar heilen Herzmuskelentzündungen nach ausreichender Schonung oft vollständig wieder aus. Doch die Folge kann auch eine dauerhaft reduzierte Pumpfunktion des Herzens auch Herzinsuffizienz genannt sein – also ein dauerhaft bleibender Schaden. Und in Extremfällen kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen bis hin zum tödlichen Herzversagen kommen.

In Zweifelsfall zum Arzt

Es ist daher ausgesprochen wichtig, das Verschleppen einer Erkältung unbedingt zu vermeiden. Und das ist in der Regel nicht allzu schwer: Geht also eine Erkältung mit erhöhter Körpertemperatur oder einem starken Abgeschlagenheitsgefühl einher, heißt es, sich auszuruhen und den Organismus zu schonen. Verzichten Sie unbedingt auf jede Form der körperlichen Anstrengung, sei es im Haushalt, in der Freizeit oder bei der Arbeit. Zögern Sie im Zweifelsfall nicht, einen Arzt aufzusuchen und sich krankschreiben zu lassen. Verschaffen Sie vielmehr Ihrem Körper die Ruhe und Kraft, die er genau jetzt braucht, um die Krankheitserreger so schnell wie möglich unschädlich zu machen.

In jedem Fall ist es besser, nach ein paar Tagen Bettruhe wieder mit voller Kraft durchstarten zu können, als sich wochenlang mit Krankheitssymptomen durch den Alltag zu schleppen – und dabei bleibende Gesundheitsschäden zu riskieren. Dauert eine Erkältung mit starken Symptomen, wie Abgeschlagenheit und Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Atemnot (vor allem bei Anstrengung), Kopfschmerzen, Schmerzen hinter dem Brustbein, Herzklopfen oder –stolpern, länger als gewöhnlich, sollten Sie in jedem Fall zum Arzt gehen.