: Phytotherapie: Behandlung mit pflanzlichen Mitteln

Seit Urzeiten wurden Pflanzen oder deren Bestandteile (Blätter, Blüten, Stängel, Wurzeln usw.) medizinisch verwendet. Schon in der Klostermedizin des Mittelalters wurden viele pflanzlichen Mittel bei gesundheitlichen Störungen oder Krankheiten eingesetzt, die sich mit den heutigen Kenntnissen noch gut vereinbaren lassen.

Bei den heute angebotenen Arzneimitteln führt die Herstellung zumeist über standardisierte Verfahren (Extrahieren mit Wasser, Alkohol, Aceton oder anderen Lösungsmitteln, Konzentrieren, Trocknen usw.) zu den Extrakten, die sich dann in Dragees, Tabletten, Tropfen oder Kapseln wiederfinden. Für einige pflanzliche Mittel liegen in der Zwischenzeit Studien vor, die eine therapeutische Wirksamkeit gezeigt haben. Dies gilt z.B. für Mittel mit Extrakten aus Johanniskraut bei leichten bis mittelschweren Depressionen und bei Präparaten aus Efeu oder Myrtenöl bei Bronchitis.

Für andere pflanzlichen Mittel existieren entsprechende aussagekräftige Studien nicht, die die immer wieder behaupteten Wirkungen eindeutig belegen. So ist die Wirkung von Brennnessel- oder Kürbisextrakt zur Behandlung von Prostatabeschwerden ebenso zweifelhaft wie die von Ginseng zur Behandlung von Leistungsschwäche oder Impotenz oder von Hopfen bei Schlafproblemen. Zweifel sind auch angebracht bei der Wirkung von Weißdorn bei Herzschwäche,oder von Knoblauch zur Senkung des Cholesterinspiegels, für Ginkgo liegen keine überzeugenden Nachweise zur Behandlung von Demenz vor, obwohl das Mittel in diesem Bereich verordnet werden kann.

Bei pflanzlichen Präparaten kommt es vor allem auf die Dosierung und das Herstellungsverfahren an. Mittel, die auch außerhalb von Apotheken verkauft werden dürfen, sind zumeist unterdosiert und schon daher nicht ausreichend wirksam.