: Arzneimittel in der Schwangerschaft

Auch Schwangere haben mit Alltagswehwehchen zu kämpfen. Lesen Sie, welche Arzneimittel für die Mutter und das Ungeborene unschädlich sind.

Wenn eine Frau dauerhaft Medikamente einnehmen muss, ist möglichst schon vor einer geplanten Schwangerschaft medizinisch zu klären, ob die Medikamente für das Ungeborene schädlich sind und ob es verträglichere Alternativen gibt. Dabei müssen die Notwendigkeit einer Behandlung für die Mutter und ein mögliches Risiko für das entstehende Kind sorgfältig abgewogen werden.

Während einer Schwangerschaft empfiehlt sich insgesamt ein zurückhaltender Umgang mit Medikamenten. Das gilt vor allem für die ersten drei Schwangerschaftsmonate. Im Zweifelsfall sollten sie stets ihren Arzt fragen.

  • Mittel gegen Kopfschmerzen
    Bei leichten Kopfschmerzen können ein Spaziergang an der frischen Luft, ein warmes Bad oder Entspannungsmethoden helfen. Wenn allerdings starke Kopfschmerzen quälen, sind Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Paracetamol solchen mit Acetylsalicylsäure vorzuziehen. Ibuprofen kann im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschft bei triftigen Gründen genommen werden und sollte im letzten Drittel nicht angewendet werden. Paracetamol ist auch bei Migräne das Mittel der Wahl.
  • Rückenschmerzen
    Hier empfehlen sich Entspannungsbäder und leichte Massagen.
  • Schnupfen
    Auf abschwellende Nasentropfen sollte vor allem in der Frühschwangerschaft verzichtet werden. Nasentropfen aus Kochsalzlösung sind eine risikolose Alternative. Mit einem Spülkännchen gelingen Nasenspülungen einfach und effektiv.
  • Husten
    Codeinhaltige Hustenmittel sollten möglichst erst nach der zwölften Schwangerschaftswoche und nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Kurz vor der Geburt sollte absolut darauf verzichtet werden.
  • Fieber
    Bei Fieber sind feuchtkalte Wadenwickel einer medikamentösen Therapie beispielsweise mit Paracetamol vorzuziehen. Hohes Fieber im ersten Schwangerschaftsdrittel kann für den Embryo gefährlich werden, deshalb sollte in diesem Fall unbedingt der Arzt verständigt werden.
  • Infektionserkrankungen
    Einige Antibiotika dürfen auch während der Schwangerschaft eingenommen werden. Der Arzt wird ein geeignetes Präparat wählen, wenn sich eine Behandlung mit Antibiotika nicht vermeiden lässt.
  • Übelkeit, Erbrechen und Sodbrennen
    Bei starker morgendlicher Übelkeit und häufigem Erbrechen sind nach Absprache mit dem Arzt Medikamente erlaubt, ebenso bei starkem Sodbrennen.
  • Verstopfung
    Verstopfung aufgrund der Stoffwechselumstellung kommen in der Schwangerschaft vor allem im letzten Drittel häufiger vor. Von Abführmitteln ist jedoch abzuraten. Besser ist es, die Verdauung durch viel Bewegung, viel Trinken und ballaststoffreiche Ernährung in Schwung zu halten.
  • Allergien
    Bei einer starken Allergie oder Asthma ist nach Absprache mit dem Arzt eine Behandlung mit Kortison möglich, ebenso mit Antiallergika auf Cromoglicinsäure- oder Clemastin-Basis.
  • Pflanzliche Arzneimittel
    Auch bei pflanzlichen Wirkstoffen und homöopathischen Arzneien ist Vorsicht geboten. Sie enthalten wirksame Substanzen und können teilweise ebenso Nebenwirkungen und Schädigungen für das Ungeborene hervorrufen wie Medikamente der Schulmedizin. Dies gilt auch für Heilmittel in Teeaufgüssen.
  • Vitamine und Mineralstoffe
    Ob die Einnahme von Vitamin- und/oder Mineralstoffpräparaten sinnvoll und ohne Risiko ist, kann der Arzt mit Hilfe verschiedener Untersuchungen im Laufe der Schwangerschaft am besten beurteilen. Er erkennt auch, wann die Einnahme beispielsweise von Mineralstoffen wie Calcium oder Magnesium besonders am Ende der Schwangerschaft sinnvoll ist. Eine gesunde Schwangere, die sich ausgewogen ernährt, braucht in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Vorsicht: Eine Überdosierung der Vitamine A und D kann unter Umständen schädlich sein.
  • Zahnbehandlungen
    Eine größere Zahnsanierung sollte möglichst nicht während einer Schwangerschaft erfolgen, denn sie bedeutet eine unnötige Belastung mit Schadstoffen, Betäubungsmitteln und Stress. Lässt sich eine Zahnbehandlung nicht verschieben beziehungsweise unterbrechen, liegt der günstigste Termin im zweiten Schwangerschaftsdrittel. Bei einer akuten schmerzhaften Notfallbehandlung kann eine Betäubungsspritze verabreicht werden. Bei längeren Zahnbehandlungen sollte jedoch stets der Frauenarzt zu Rate gezogen werden.