: Zecken: jetzt an Schutz denken

Zecken können ernstzunehmende Krankheiten übertragen – und treten nach einem milden Winter gehäuft auf. Umso wichtiger ist es gerade jetzt, dass man es den kleinen Plagegeistern besonders schwer macht.

Der Winter war mild – es gab nur vergleichsweise wenig richtig kalte Tage. Das reduziert die Heizkosten, hat jedoch auch unangenehme Aspekte: Viele Schädlinge kommen besonders gut durch den Winter – und können sich im Frühjahr erst recht ausbreiten. Das gilt insbesondere für den Gemeinen Holzbock – die bei uns am häufigsten auftretende Zeckenart, die auch gerne den Menschen zum Wirt macht.

Problematische Erkrankungen

Dabei sind Zecken nicht einfach nur lästige Blutsauger. Sie zählen auch zu den Parasiten, die besonders dafür bekannt sind, Krankheiten zu übertragen. Problematisch sind hierbei insbesondere die Borreliose, eine bakterielle Infektion, die chronisch werden kann, sowie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine durch Viren ausgelöste Hirnhautentzündung, die im Extremfall sogar tödlich verlaufen kann. FSME tritt insbesondere in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz sowie den Ländern Osteuropas auf. Eine Schutzimpfung ist möglich – und für Bewohner der Risikogebiete empfohlen. Das Robert Koch Institut bietet im Internet eine Karte mit Übersicht dieser Gebiete an.

Fälschlicherweise wird diese Impfung immer wieder als Zeckenschutzimpfung bezeichnet. Doch diese Impfung kann ausschließlich vor FSME schützen – nicht jedoch vor der weitaus häufiger und vor allem auch in Norddeutschland auftretenden Lyme-Borreliose. Da gegen diese bakteriell verursachte Erkrankung keinerlei Schutzimpfung verfügbar ist, sollte man unabhängig vom Impfstatus folgende Maßnahmen ergreifen, um die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenstiches zu reduzieren: 

  • Lange und helle Kleidung
    Zecken lauern insbesondere im Gebüsch, im Unterholz oder im hohen Gras. Sie warten dort, bis ein möglicher Wirt vorbeikommt – Haustiere, Wild oder auch der Mensch – und lassen sich dann abstreifen. Bevor sie ihren Stechrüssel – das so genannte Hypostom – jedoch ausfahren, machen sie sich in aller Regel zunächst auf die Suche nach einer besonders geeigneten Hautstelle. Der Stich – tatsächlich handelt es sich streng genommen nicht um einen Biss – ist jedoch nicht durch die Kleidung möglich. Wer sich ins Gebüsch oder ins hohe Gras begibt, sollte daher Kleidung tragen, die möglichst den ganzen Körper bedeckt, zumindest aber eine lange Hose und feste Schuhe. Besonders vorteilhaft sind zudem helle Farben. Denn darauf erkennt man Zecken auf der Suche nach einer saftigen Blutmahlzeit am leichtesten.
  • Repellenten auftragen
    Das Wort „repellere“ stammt aus dem lateinischen – und bedeutet so viel wie „zurücktreiben“ oder „abhalten“. Und tatsächlich gibt es bestimmte Substanzen, deren Geruch Insekten und auch Zecken nicht mögen, die für den Menschen aber nicht schädlich sind. Dazu zählen bestimmte ätherische Öle, aber auch synthetisch hergestellte Mittel. Es macht Sinn, die Haut und auch die Kleidung mit solchen Mitteln zu behandeln, bevor man sich dort aufhält, wo Zecken typischerweise auftreten.
  • Körper absuchen
    Die dritte wichtige Maßnahme lautet: Nach dem Aufenthalt im Wald und auf Wiesen den Körper abzusuchen. Denn möglicherweise ist ein Parasit noch auf der Suche nach der optimalen Einstichstelle – und Sie kommen ihm zuvor. Und selbst wenn er sich schon festgesogen hat, gilt: Je eher Sie die Zecke wieder entfernen, desto besser. Denn insbesondere vorhandene Borrelien gehen erst dann in den menschlichen Körper über, wenn der Stoffwechsel des Blutsaugers so richtig einsetzt. Das braucht jedoch meist einige Stunden.

So entfernen Sie Zecken richtig

Am zuverlässigsten und sichersten lassen sich Zecken mit einer speziellen Zeckenzange, die z.B. in Apotheken erhältlich ist, entfernen. Diese Zangen öffnen sich auf Druck mit den Fingern so, dass sich die Zange direkt an der Einstichstelle und damit dem Kopf der Zecke fest ansetzen lässt. Die dabei auf den Zeckenkörper ausgeübte Kraft ist dabei nicht zu groß, so dass der Blutsauger nicht unnötig gequetscht wird. Denn es wird vermutet: Infolge des Quetschens gibt der Parasit erst recht eine mögliche schädliche Fracht ab.

Hat man die Zecke mit dem Werkzeug fest im Griff, sollte man sie möglichst sanft herausziehen. Vom Drehen raten Ärzte mittlerweile eher ab, da hierbei größere Teile der Mundwerkzeuge abreißen und stecken bleiben können, was wiederum das Infektionsrisiko erhöht. Da die Zecke jedoch starke Widerhaken nutzt, kann ein leichtes Hin- und Herdrehen das Entfernen erleichtern, wobei die Richtung keinen Unterschied macht. Ruckartige Bewegungen sind jedoch in jedem Fall zu vermeiden.

Im weiteren Verlauf gilt: Beobachten Sie die Einstichstelle. Bildet sich nach einigen Tagen eine ringförmige, nach außen wandernde Rötung – die sogenannte Wanderröte – sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn dann war die Zecke wahrscheinlich Überträger der Borreliose. Diese Erkrankung lässt sich jedoch – rechtzeitig erkannt – gut mit Antibiotika behandeln.