: Grundlagen des modernen Betrieblichen Gesundheitsmanagements – „BGM“

Gesundheit und Wohlbefinden sind unverzichtbare Voraussetzungen für Lebensqualität und somit weit mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Im Hinblick auf erfolgreiche Gesundheitsförderung bedeutet das, Krankheiten nicht etwa verhindern oder heilen zu wollen, sondern den Fokus darauf zu richten, Gesundheit aktiv zu schützen und aufzubauen. Dieser Paradigmenwechsel ist auch Ursprung des modernen BGM, aus dessen Umfeld wir Ihnen nachfolgend einige Definitionen und Schlagworte zusammengestellt haben.

Was ist Gesundheit?

Dazu lieferte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schon 1946 folgende Definition: „Gesundheit wird als Zustand des vollkommenen körperlichen, und geistigen und seelischen Wohlbefindens und nicht nur als das Freisein von Krankheit/Gebrechen beschrieben.“

Was bedeutet der Begriff Salutogenese?

Den Begriff und das dazugehörige Konzept entwickelte 1979 der amerikanische Soziologe Aaron Antonovsky. Die Frage danach, was einen Menschen krank macht, ersetzte er durch die Frage danach, was diesen trotz mannigfaltiger Belastungen gesund erhält. So lieferte der Wissenschaftler erstmals eine Alternative zum bekannten Blickwinkel der Pathogenese. In seinem Konzept nennt Aaron Antonovsky Faktoren und dynamische Wechselwirkungen, die zur Entstehung (Genese) und Bewahrung von Gesundheit führen. Ihm zufolge ist Gesundheit kein Zustand, sondern ein Prozess. Zentrales Element ist das Kohärenzgefühl (Vertrauen).

Vgl.: BGM; Uhle/Treier; 2. Auflage, 2011/2013; S.421

Was ist die Ottawa-Charta?

Dieses zentrale Grundsatzpapier wurde 1986 anlässlich der ersten Internationalen Konferenz zur Gesundheitsförderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Ottawa/ Kanada verabschiedet. Die Ottawa-Charta hat bis heute Gültigkeit. Eine deutsche Version finden Sie hier.

zum Gesundheitsverständnis in der Ottawa-Charta:

„Gesundheit wird hier als Fähigkeit bzw. Kompetenz des Individuums beschrieben, die eigenen Gesundheitspotentiale auszuschöpfen und damit angemessen auf die Herausforderungen der Umwelt zu reagieren.“

Quelle: BGM; Uhle/Treier; 2.Auflage; 2011/2013; S. 8)

auf dieser Basis entwickelte, wesentliche Handlungsstrategien der WHO:

  • anwaltschaftliches Eintreten für Gesundheit (advocate for health)
  • Befähigen und Ermöglichen (enable change)
  • Vermitteln und Vernetzen (mediate through partnership)

daraus seitens der WHO abgeleitete, vorrangige Handlungsfelder der Gesundheitsförderung:

  • Entwicklung einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik (build healthy public policy)
  • Schaffung gesunder Lebenswelten (create supportive environments)
  • Förderung gesundheitsbezogener Gemeinschaftsaktivitäten (strengthen community action)
  • Entwicklung persönlicher Gesundheits- und Lebenskompetenzen (develop personal skills)
  • Neuorientierung der Gesundheitsdienste (reorient health services)

Was ist die Luxemburger Deklaration?

Die Luxemburger Deklaration wurde 1997 anlässlich eines Mitgliedertreffens des Europäischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung (ENWHP) in Luxemburg verabschiedet. Sie beinhaltet unter anderem Grundsätze für eine erfolgreiche betriebliche Gesundheitsförderung. Die Luxemburger Deklaration finden Sie hier.

Weitere Grundbegriffe…

…zu den Themen Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und betriebliche Gesundheitsförderung finden Sie auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).