: Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung dient unseren Versicherten im Falle einer körperlichen, geistigen oder seelischen Erkrankung oder Behinderung, die gewöhnliche und regelmäßige Verrichtungen des täglichen Lebens erschweren oder unmöglich machen. Pflegebedürftig zu werden, kann jeden treffen und im Alter sind wir fast alle auf Unterstützung angewiesen.

In der Regel nimmt Ihre gesetzliche Krankenversicherung auch die Rolle der Pflegeversicherung ein. So stellen wir sicher, dass Sie und Ihre Angehörigen im Falle einer Pflegebedürftigkeit geschützt sind und die nötige Unterstützung erhalten. Der Grad der Einschränkung wird in der so genannten Pflegestufe festgehalten, nach der sich Art und Umfang der Hilfe richtet. Ein Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) wird bei einem persönlichen Besuch, den Umfang der Pflegebedürftigkeit einschätzen.

Beiträge zur Pflegeversicherung

Die Beiträge für die Pflegeversicherung werden nach den Einnahmen, die auch Krankenversicherung zugrunde liegen, bemessen. Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze liegt dabei bei 4.425,00 Euro (2018). Der Beitragssatz der Pflegeversicherung beläuft sich bundesweit auf 2,55 Prozent; für Kinderlose auf 2,80 Prozent wobei der kinderlosen Aufschlag von 0,25 Prozent grundsätzlich von den Versicherten allein getragen wird. Versicherte, die nach dem Beamtenrecht einen Anspruch auf Beihilfe oder Heilfürsorgehaben, zahlen nur die Hälfte des Pflegeversicherungsbeitrags.

Die Beträge für krankenversicherungspflichtige Beschäftigte werden zusammen mit den Beiträgen für die Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung direkt vom Arbeitgeber an die hkk-Pflegekasse überwiesen. Dies gilt in den meisten Fällen auch für freiwillig krankenversicherte Arbeitnehmer, insbesondere, wenn die Beiträge bei der Lohnzahlung vom Arbeitgeber einbehalten werden.

Definition der Pflegebedürftigkeit

Als pflegebedürftig gilt, wer für die folgenden Tätigkeiten des täglichen Lebens Hilfe benötigt:

  • die Körperpflege (z.B. Duschen, Darm- und Blasenentleerung)
  • die Ernährung (z.B. Nahrungsaufnahme)
  • die Mobilität (z.B. An- und Auskleiden, selbstständiges Aufstehen und Zu-Bett-Gehen)
  • die hauswirtschaftlichen Versorgung (z.B. Kochen, Wäsche waschen, Putzen der Wohnung).

Voraussetzungen für die Kostenübernahme

Die Kosten werden von der Pflegeversicherung übernommen, wenn die Hilfe mindestens für sechs Monate und "in erheblichem Maße" erforderlich ist.

Ziel der Hilfestellung ist es:

  • vorhandene Fähigkeiten zu fördern
  • verloren gegangene Fähigkeiten wieder zu erlernen
  • nicht vorhandene Fähigkeiten zu entwickeln
  • Tätigkeiten des täglichen Lebens zu übernehmen, wenn diese nicht mehr selbst übernommen werden können

Pflegemodelle

Je nach persönlicher Situation gibt es verschiedene Pflegemodelle:

  • die häusliche Pflege (durch Familie mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes)
  • Tages- und Nachtpflege (wenn die häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang gewährleistet werden kann, z.B. bei berufsbedingter Abwesenheit der Pflegeperson)
  • Verhinderungspflege (vorübergehender Ersatz für eine Pflegeperson, die Angehörige zu Hause pflegt)
  • Kurzzeitpflege (wenn die häusliche Pflege nicht sichergestellt ist, stehen Einrichtungen der Kurzzeitpflege zur Verfügung)
  • Vollstationäre Unterbringung in einem Pflegeheim (wenn die häusliche Pflege nicht mehr möglich ist)
Die hkk hilft in jedem Fall bei der Suche nach einer geeigneten Pflegeeinrichtung in Ihrer Nähe. Haben Sie Fragen zu den Leistungen bei Pflegebedürftigkeit oder dem Antragsverfahren, dann beraten die MitarbeiterInnen der hkk-Pflegekasse Sie gerne unter folgender Telefonnummer 0421/3655-7207.